Breitensport Warum ausgerechnet Golf?

Dieses Spiel findet so viel Zulauf, weil es auch schick ist. Wir vermuten: Die Promis sind die Wurzel allen Übels

Von Ulrich Kaiser

Keiner weiß, wie es gekommen ist, aber auf einmal betreibt die ganze Welt dieses Spiel - zumindest aber die halbe Welt, nicht zu verwechseln mit einer Halbwelt. Es ist im Grunde nichts dagegen zu sagen, denn es ist ein hübscher Zeitvertreib, man ist an der frischen Luft und mitunter trifft man auch nette Menschen.

Das Spiel wird nach den einfachsten Regeln der Welt betrieben, so dass es eine ewige Diskussion darüber gibt, ob es sich um ein Spiel oder doch um einen richtigen Sport handelt.

Was treibt die Menschen auf die Golfplätze?

Die Tatsache, dass sich die Zahl der Spieler hierzulande in den vergangenen Jahrzehnten extrem vervielfacht hat, trägt keineswegs zur Klärung des Geheimnisses bei, warum alle Welt auf einmal Golf spielt. Natürlich ist Golf auch ein bisschen schick, was sicherlich eine erhebliche Rolle spielt. Der Mensch hat sich in seiner Entwicklung wunderbare Spiele und Sportarten ausgedacht, die die Muskeln, die Geschicklichkeit und den Kreislauf verbessern - aber der Mensch geht nicht auf die Skisprungschanze, nicht zum Synchronschwimmen und auch nicht auf den Schwebebalken, er spielt Golf und ist beleidigt, wenn man dabei nicht vom Sport redet, sondern von einem hübschen Geschicklichkeitsspiel.

Das allein kann es aber noch nicht sein, was die Menschen auf die Golfplätze treibt - die Gesellschaft ist es wahrscheinlich eher auch nicht, denn der Prozentsatz an Straßenräubern, Ministern, Heiratsschwindlern oder Geistlichen ist hier sicherlich genauso groß wie beim Durchschnitt des Restes der Menschheit. Will sagen: Ein besseres Handicap bedeutet keineswegs, dass es sich um einen besseren Menschen handelt.