Bob-Weltcup Ab jetzt mit Asien

Lohn beständiger Arbeit: Südkoreas Gespann Won Yunjong und Youngwoo Seo ist in Königssee am Ziel.

(Foto: Tobias Hase/dpa)

Der Südkoreaner Won gewinnt mit sicherer Fahrt am Königssee den Gesamtweltcup im Zweierbob. Die Wertung im Vierer holt sich der Oberhofer Maximilian Arndt.

Von Volker Kreisl, Königssee/München

Der Abschluss des Bob-Winters entspricht aus deutscher Sicht ganz dem Saisonverlauf: Die Piloten und Anschieber von Bundestrainer Christoph Langen hatten während der Saison Erfolge wie Rückschläge, manche davon unerklärlich, manche selbst verschuldet. So machten sie weiter bis zum letzten Wochenende, dem Heimweltcup, bei dem die Gesamtsieger ermittelt wurden.

Bester des Winters 2015/2016 im Vierer-Bob ist Maximilian Arndt aus Oberhof, der den Weltcup in Königssee vor dem Österreicher Benjamin Maier gewann. Gesamtbester im kleinen Bob ist der Südkoreaner Won Yunjong, der im letzten Saisonrennen vor Rico Peter (Schweiz) und Weltmeister Francesco Friedrich siegte und im Winterranking Nico Walther (Oberbärenburg) distanzierte. Für Langen gab es zum Abschluss der Saison also einiges zu belobigen, aber auch manches zu kritisieren.

Nicht immer sind seine Athleten voll konzentriert, wie der missglückte Einstieg von Arndts Anschieber-Crew vor einer Woche bei der WM zeigte. Und nicht immer sind auch die Helfer am Rande auf der Höhe, wie nun der Stopp-Ruf eines Mechanikers zeigte, der Friedrich und seinen Anschieber Bauer aus dem Konzept brachte.

Sie waren ja gerade dabei, ihren Zweierbob in die Spur zu schieben, "ich bremste kurz ab und gab dann wieder Vollgas", sagte Friedrich. Den weiteren Verlauf seines Rennens hat dies natürlich beeinträchtigt. "Das Missgeschick hat uns Zeit gekostet", sagte Friedrich, in der schweren folgenden Kurvenkombination verlor er dann den Rhythmus: "Ich bin schlecht ins S gekommen und auch schlecht wieder raus."

Eine Bestätigung für Langens seit Monaten geäußerte Kritik an den Fahreigenschaften des kleinen deutschen Bobs war der Königssee-Auftritt im Übrigen auch. "Selbst wenn der erste Lauf besser gewesen wäre, hätte es nicht zum Sieg gereicht", sagte Friedrich. Techniker und Forscher wiederholen, sie lägen mit der Verbesserung im Plan, Chefcoach Langen wiederholt: "Wir verlieren im Hochgeschwindigkeitsbereich immer, das zieht sich ja schon seit Jahren durch."

Die Diskussion um den deutschen Schlitten und die Olympia-Perspektive für Pyeongchang 2018 rückte ein wenig den Aufstieg der Südkoreaner zu Olympia-Sieganwärtern im eigenen Land in den Hintergrund. Das dürfte ihnen recht sein, der Verband hält sich mit offensiver Präsentation stark zurück. Pilot Won Yunjong hat keine krachende Siegesserie hingelegt, hat auch von den Verletzungen in Friedrichs Crew profitiert. Aber er landete beständig auf dem Podest, hat gutes Material und ist nun Gesamtsieger. Im Spitzen-Feld des Bob-Zirkus' mit den traditionell nordamerikanischen und europäischen Mannschaften ist nun auch Asien dabei.