Biathlon in Antholz Letzter Schuss vorbei

Der letzte Schuss kostet den ersten Platz: Simon Schempp beendet den Biathlon in Antholz als Zweiter.

(Foto: Claudio Onorati/dpa)

Simon Schempp verpasst nach seinem Sieg im Sprint den Erfolg in der Verfolgung äußerst unglücklich. Die Deutschen Biathletinnen enttäuschen.

Eines bekommen Biathleten schon in jungen Jahren von ihren Trainern gesagt: Sie müssen sich bis zum letzten Schuss konzentrieren, erst dann dürfen sie erst wieder ans Loslaufen denken. Eigentlich ist das leicht erklärt - und doch scheitern auch die Großen immer wieder daran. So auch der Deutsche Simon Schempp bei der Verfolgung in Antholz. Eigentlich hätte er nur noch den letzten Schuss ins Schwarze setzen müssen, dann wäre er dem Sieg entgegenlgeaufen.

Doch Schempp verschoss: "Ich habe eigentlich das Gefühl gehabt, dass der Anton null hatte. Irgendwie habe ich da die Konzentration verloren, dann war der Schuss auch schon weg", sagte der 27-Jährige. Eine Fehleinschätzung: Sein Konkurrent Anton Schipulin hatte ebenfalls einen Fehler geschossen, war aber wieder früher auf der Strecke und lief zum Sieg. Der Russe beendete damit die stolze Serie des Schwaben: Fünf Siege feierte Schempp zuletzt in der Südtirol-Arena. Trotzdem freute er sic: "Ich bin mit dem zweiten Platz unheimlich zufrieden."

Birnbacher mit starker Aufholjagd

Einen Tag nach seinem Sprint-Sieg schien der Biathlet vor den Augen seiner Eltern auch im Jagdrennen erneut auf Siegkurs. 19 Schuss traf er mit traumwandlerischer Sicherheit, doch dann vermasselte ihm jener kleine Moment der Unachtsamkeit den zehnten Weltcup-Sieg.

Das Verfolgungsrennen am Samstag in der Südtirol-Arena war gut losgegangen, die fünf Deutschen trafen jeweils ihre ersten fünf Scheiben. Bis zum letzten Schießen blieben von den DSV-Akteuren aber nur Schempp und Birnbacher fehlerfrei. Altmeister Birnbacher konnte als Einziger die Strafrunde vermeiden, lief von Platz 41 auf Rang 14. Der Sprint-Neunte Arnd Peiffer wurde Fünfter. Und auch Verfolgungsweltmeister Erik Lesser verbesserte sich, schaffte es als 18. ebenfalls noch in die Top 20. Benedikt Doll fiel auf Rang 23 zurück.

Gössner leistet sich "drei, vier Fehler zu viel"

Trotz sieben Strafrunden schaffte Miriam Gössner zuvor in der Damen-Verfolgung als 20. die beste deutsche Platzierung. "Es waren definitiv drei, vier Fehler zu viel. Ich kann das besser und weiß einfach nicht, woran es momentan hakt", sagte Gössner. Ohne die wegen eines Infekts pausierende Laura Dahlmeier und Maren Hammerschmidt sowie die verletzte Franziska Preuß enttäuschten die deutschen Biathletinnen beim Sieg der Russin Jekaterina Jurlowa erneut.

"Wir hatten uns mehr vorgenommen", sagte Damen-Bundestrainer Gerald Hönig nach dem bisher schwächsten Saisonergebnis. Sein Team war erstmals in diesem Winter bei einem Weltcup ohne Podestplatz in einem Einzelrennen geblieben. Man werde nun aber nicht "in Depression verfallen: Die Mädels haben dieses Jahr schon so viel Hervorragendes geleistet. Wir werden uns jetzt nicht aus der Bahn werfen lassen oder unsere Konzeption umschmeißen."

Schon in der Damen-Staffel an diesem Sonntag (11.30 ARD und Eurosport) soll es wieder aufwärts gehen. Im vorigen Jahr gab es im Wind-Chaos trotz zweier Strafrunden von Franziska Hildebrand einen Überraschungssieg. In der Verfolgung war die zweimalige Saisonsiegerin lediglich auf Platz 27 gelaufen. "In der Staffel kann alles passieren. Wir sind trotzdem eine schlagkräftige Truppe", sagte die 28-Jährige. Der Weltcup in Antholz wird mit der Männer-Staffel beendet, ehe die Skijäger nach einer kurzen Wettkampf-Pause in Kanada und in den USA antreten.