Mancher wird sich in den vergangenen Tagen gewundert haben: Bei sueddeutsche.de ist einiges nicht mehr wie gewohnt. Dafür gibt es einen guten Grund.
Der österreichische Schriftsteller und Satiriker Karl Kraus wusste: "Nicht alles, was totgeschwiegen wird, lebt." So sieht es bei sueddeutsche.de nicht aus: Weder soll etwas totgeschwiegen werden, noch gibt es größere Verluste zu beklagen.
sueddeutsche.de hat am Pfingstwochenende das System gewechselt und ist jetzt schneller und leistungsfähiger. (© online.sdekultur)
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Mancher User wird sich in den vergangenen Tagen vielleicht gewundert haben: Die interne Umstellung des Redaktionssystems hat an der ein oder anderen Stelle zu Fehlern und Schwächen geführt, die wir bedauern. Das Schöne ist: Mit dem neuen System wird sueddeutsche.de generell schneller und leistungsfähiger.
Gemessen an den Risiken bei einer solchen Umstellung, die über Monate hinweg vorbereitet wurde, erscheinen die aufgetretenen Schwierigkeiten leicht beherrschbar. Nichtsdestoweniger sind sie ärgerlich.
Haben Sie Anregungen?
So war es nach dem Systemwechsel am Pfingstwochenende zunächst unmöglich, veröffentlichte Artikel direkt zu kommentieren. Auch jetzt noch ist diese Kommentarfunktion eingeschränkt. Wir bitten, dies zu entschuldigen und arbeiten an der technischen Lösung des Problems.
Liebe Leser, uns interessiert Ihre Meinung mehr als beispielsweise das tägliche Bulletin aus dem Kanzleramt. Schreiben Sie uns bitte an die Adresse wir@sueddeutsche.de, wie Sie die Änderungen bei sueddeutsche.de bewerten und welche Anregungen Sie haben!
Desweiteren gab es im Zuge des Wechsels auf das neue Redaktionssystem hier und da grafische Zuordnungsprobleme; Textblöcke oder Bilder waren verrutscht. Auch konnten sich User phasenweise nicht mit ihrem persönlichen Benutzernamen einloggen. Und wer im Börsenkasten den Wert des Dax nachschauen wollte, bekam es mit dem Dow Jones zu tun. Mea Culpa. Diese Probleme sind glücklicherweise gelöst. Auf der anderen Seite gibt es schon jetzt einige Punkte auf der Haben-Seite: Die Bilder können bei sueddeutsche.de größer und damit ausdrucksstärker präsentiert werden. Einzelne Elemente wie die "Themen des Tages" haben einen neuen "Look". Vor allem sind die Artikel nun leichter lesbar, die entsprechenden Seiten wurden neu gestaltet. Themenspeziale sind für den Leser besser geordnet, Videos lassen sich großformatig in Artikel einbauen.
Weitere Verbesserungen
Mit einem "Relaunch" hat das alles nichts zu tun. Es handelt sich um interne Verbesserungen, die leider in der Übergangszeit zu ein paar Problemen geführt haben. Um uns auf die digitale Zukunft mit iPad und anderen Geräten vorzubereiten, sowie zur weiteren Integration von Print und Online, war die Umstellung der technischen Infrastruktur jetzt nötig.
Die Redaktion wird in den kommenden Monaten mit weiteren Verbesserungen aufwarten. Alles ganz einfach, frei nach Karl Kraus: Was lebt, kann nicht totgeschwiegen werden.
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(sueddeutsche.de/kar)
Reiseknigge: Türkei
Ist dem also, versetzte der Rote, da kann ich euch dienen. Denn der Bauer Rüsteviel wohnt am Fuße des Berges. Blindlings folgte der Braune, und also ließ er sich betören und steckte den Kopf in die Spalte des Systemwechsels. Reineke merkt' es: Nur rat ich, nehmt nicht gierig zu viel, es möchte euch übel bekommen. Zu spät, Bruno war gefangen, Haupt und Füße geklemmt, es half kein Schelten und Schmeicheln. Heulend plärrte der Problembär, daß Rüsteviel aufsprang und lief, die Bauern zu rufen, die noch in der Sued-Schenke beisammen schmauseten. Sie folgten, dem unglücklichen Bären den Pelz zu waschen. Alle fielen ihn an. Der bigotte Pater führte den Stab der Unduldsamkeit in der Hand und schlug ihn von ferne. Hammer und Zange brachte der grobe Schmied, andere kamen sarkastisch mit Schaufeln. Dieser bewegte den boshaften Flegel, jene traf mit der Bütte den Armen. Alle wollten das Leben des Bären. Es kamen auch Steine gewaltig geflogen; Rüsteviels Bruder sprang hervor und schlug mit dem Knüttel dem Braunen aufs Haupt, daß Hören und Sehen ihm verging. Rasend fuhr er unter die keifenden User, die untereinander taumelten, fielen und schrien. Einige stürzten ins Wasser, und das Wasser war tief. O helft, rief der Pater, ich gebe großen Ablaß und Gnade. Ins Wasser kroch Bruno vor großem Elend und Problemen, er wollte sich lieber ersäufen, als die Schläge so schändlich erdulden. Er fluchte den Bauern, die ihn geschlagen, und klagte den Schmerz der Ohren, fluchte Reineken, der ihn verriet.
Und es ließ der König darauf die Klügsten berufen, Rat mit ihnen zu halten, wie er den Frevel bestrafte. Man habe dem listigen Fuchs einen Boten zu senden, daß er um Liebes und Leides nicht sich entzöge. Bruno den Moderationsbären ernannte man aber zum Boten. Der Moderator erreichte das schloß und fand die gewöhnliche Pforte fest verschlossen. Endlich rief er: Bruno Modbär ist gekommen, des Königs gerichtlicher Bote. Drum wählet das Beste. Kommt und folget mir nach, sonst möchte es euch übel bekommen. Als Reineke sich versichert, der Moderator sei einzeln gekommen, ging er listig hinaus und sagte: Verzeiht mir, ich habe Vesper gelesen. Drum ließ ich euch warten. Ich bitte, helft mir am Hofe des Königs, allwo man mich übel verleumdet. Kümmerlich frist' ich mein Leben, es findet sich für uns nichts Besseres. CD-Scheiben müssen wir bespielen; wider Willen nehm ich das Zeug, wie soll es gedeihen? Ei, was hab ich gehört, versetzte der Braune, o schafft mir davon, es soll euch nicht reuen.
Malepartus, sein Schloß, hat der Freak verlassen und baut sich eine Klause zur Wohnung, wo der Gast mager geworden, bleich von Hunger und Durst. Denn was kann es ihm schaden, daß hier ihn jeder verklaget. Doch da erscheint Henning der Hahn mit den Kindern, die ihm verblieben, und zwei Hähnen, die gleichfalls trauerten, Kreyant hieß der eine, der andere Kantart, ein kühner Geselle. Ohne Hals und Kopf ward eine Henne getragen, Kratzfuß war es, die beste der Kommentar-Eier legenden Hennen. Wir klagen den unersetzlichen Schaden, gnädigster Herr und König! Erbarmt euch, wie ich verletzt bin, meine Kinder und ich, die zuvor in Frieden glückliche Tage verlebten. Hier seht ihr Reinekens Werke: Wir freuten uns alle an der Freiheit, aber leider bekam es uns übel. So entriß er mir nun fast alle Kinder. Wie, König, wollt' ihr den Frevel ändern, der so klärlich vor euch gebracht ward?
Und dennoch fehlte der eine Kerl, Reineke Fuchs, der schelm, der begangenen Frevels halben der Konferenz sich enthielt. Alle hatten zu klagen. Ach, er hat sie besudelt, mit dem ätzenden Unflat, daß alle Benutzer zu Hause in bittrer Bildnheit sich quälen. Zwar ist all der Frevel schon lange zur Sprache gekommen. Ich könnte die Drangsal, die mir der Bube bereitet, nicht in vielen Wochen erzählen. Doch meines Weibes Netiquette, die da auch heißet Gieremund, Entehrung frißt mir das Herz. Reineke stellte sich fromm und wollt' uns allerlei Weisen kürzlich lehren; aber er konnte die neuen Tücken nicht lassen innerhalb unser's Königs Fried und freiem Geleite. Müh' und Gefahr trug jeder Nutzer alleine, der um alles gern von der Ware gegessen; doch fehlt es ihm leider an Kenntnis. Den Meister sollte der Schüler nicht etwa züchtigen, wenn er nicht merkt und übel besteht?
Pfingsten, das liebliche Fest, sollte wohl kommen; es grünten und blühten Print und Post-Print. In Kommentar-Büschen, auf Artikel-Hecken übten ein stetig kritisches Lied die neuermunterten User, diese seltsamen Vögel. Nobel Jakobs, der Online-König, gedenkt mit seinen Baronen Hof zu halten, in Feier und Pracht. Es eilen gerufen herbei viele stolze GesellInnen von allen Seiten und Enden: Graff Lütke der Kranich, Matthäus der Häher und Markus, der alte Drache vom Wissensumopf, die unermüdlich nagenden vier Biber vom Wirtschaftstümpel, und all die anderen, zumal die klugen Federgeschmückten von der Moderne, Marquise Julie Carrière, Lady Violet Livingstone, Contessa Sarina de' Medici, Tina Mediopoulos, Lisa del Monaco di Baviera. Und dennoch fehlte der eine Kerl, Reineke Fuchs, der Schelm, der begangenen Frevels halben der Konferenz sich enthielt. Alle hatten zu klagen. (Fortsetzung folgt)
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