Gestrichene Flüge, anderer Abflughafen: Post vom Reiseveranstalter kann in diesen Tagen unerfreulich sein. Doch Passagiere müssen sich nicht alles gefallen lassen.

Post vom Reiseveranstalter kann in diesen Tagen eine unangenehme Überraschung enthalten: geänderte Abflugzeiten für den Sommerurlaub. Weil die Deutschen bisher weniger Flugreisen buchen als erwartet, verkleinern Ferienflieger wie Tuifly, Air Berlin und Condor ihre Kapazitäten. Flugfrequenzen werden reduziert und manche Strecken ganz aus dem Programm genommen.

Wegen der Finanzkrise werden derzeit viele Fluggäste umgebucht, dpa

Wegen der Finanzkrise werden derzeit viele Fluggäste umgebucht. (© Foto: dpa)

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Betroffene können meist zwar nur wenig gegen diese Änderungen unternehmen. Reiserechtler sehen die gängige Umbuchungspraxis der Anbieter allerdings zunehmend kritisch.

Bis zu 75 gestrichene Flüge pro Woche

Dass Urlaubsflüge gestrichen oder zusammengelegt werden, kommt in jedem Sommer vor. Dieses Jahr sind aber mehr Reisende davon betroffen als zum Beispiel 2008. Marktführer TUI etwa senkt sein Flugangebot in Deutschland aktuell um 14 Prozent, Alltours in Duisburg nimmt wegen der geringen Nachfrage 15 Prozent seiner Kapazitäten vom Markt.

In Branchenmagazinen wie fvw aus Hamburg und Touristik aktuell aus Hochheim (Hessen) ist von bis zu 75 Flügen pro Woche die Rede, die in der Sommersaison in Deutschland nicht mehr angeboten werden.

Für Touristen hat das mehrere mögliche Konsequenzen: Erstens kann sich die Flugzeit am Reisetag verändern. Zweitens ist eventuell ein Wechsel zu einer anderen Fluggesellschaft nötig. Und drittens wird unter Umständen sogar der Abflughafen in Deutschland geändert.

Veranstalter und Airlines haben damit begonnen, Betroffene zu informieren. Es werde "mit Hochdruck an den Umbuchungen gearbeitet, die bis Ende März abgeschlossen sein werden", sagt TUI-Sprecher Mario Köpers in Hannover. Auch Thomas Cook Deutschland leitet Gäste um. Darüber informiert werde so früh wie möglich, sagt Sprecherin Nina Kreke in Oberursel (Hessen) - denn der Gast soll ja wiederkommen.

Gleichwohl ist die Flugplanung "ein Prozess, der jeden Tag stattfindet", sagt Kreke. Von "täglich neuen Wasserstandsmeldungen" weiß auch Air-Berlin-Sprecher Hans Christoph Noack zu berichten: "Wir fliegen wie immer, aber wir planen auf Sicht." Noack will deshalb nicht ausschließen, dass es auch innerhalb von vier Wochen vor einem geplanten Urlaubsbeginn noch zu Umbuchungen kommen kann. Auf mehrfach am Tag geflogenen Strecken wie Berlin-Mallorca könne das bedeuten, am Morgen statt am Mittag in den Flieger zu steigen - oder umgekehrt.

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