Katze, Anrufbeantworter, Briefkasten - professionelle Haushüter kümmern sich während der Urlaubszeit um anderer Leute Wohnung.

Ein herablassendes Blinzeln aus smaragdgrünen Augen - mehr hat Bella für den Tiefkühlkost-Lieferanten nicht übrig. Die schwarze Katze, die es sich auf dem Ledersessel am Fenster der Wohnung bequem gemacht hat, muss sich aber auch nicht weiter um den Besucher kümmern. Das besorgen die Haushüter Anna (69) und Dieter Burger (71). Morgens Rollladen hoch, abends runter, Blumen gießen und Tiere füttern: "Das Haus soll bewohnt und die Tiere versorgt sein", beschreibt Burger seinen Haushüter-Job.

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Gerade in der Urlaubszeit ist das Ehepaar aus Neuss häufig unterwegs, um verwaiste Anwesen zu betreuen. Die beiden haben es schon auf 151 Tage im Jahr gebracht, an denen sie in fremden Betten geschlafen haben: "Manchmal weiß man morgens nicht, wo man ist, wenn man aufwacht", sagt Anna Burger. Untergebracht werden die Haushüter in größeren Anwesen in Gästezimmern, in kleineren Wohnungen müssen sie schon mal in den Betten der Hausherren übernachten.

Rheinland-Pfalz und Saarland weniger gebraucht

"Haushüten ist Vertrauenssache", sagt Klaus Adam vom Verband Deutscher Haushüter Agenturen e.V. (VDHA/Münster). Im VDHA haben sich 21 behördlich zugelassene Agenturen mit bundesweit rund 1200 Haushütern zusammengeschlossen. Daneben gibt es "freie" Büros mit insgesamt etwa 600 Mitarbeitern.

"In dem Moment, in dem die Verwandtschaft einspringt, gibt es keinen Job mehr für Haushüter", sagt Adam. Er spekuliert, dass die Familienstrukturen "im Sinne einer Großfamilie" in Ländern wie Rheinland-Pfalz und im Saarland noch intakter und beruflich bedingte Entfernungen kürzer sind als in anderen Teilen der Republik.

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