Zwischenfall in Temelin Radioaktives Wasser aus Atomkraftwerk ausgetreten

Mehr als 50 Zwischenfälle gab es bereits im AKW Temelin nahe der österreichischen Grenze. Bei dem Austritt von radioaktiver Flüssigkeit am Sonntag habe es sich um eine "klassische technische Panne" gehandelt, sagte ein Sprecher der tschechischen Behörden.

Im tschechischen Atomkraftwerk Temelin ist es erneut zu einer Störung gekommen. Etwa 3000 Liter radioaktiv verseuchte Kühlflüssigkeit seien aus dem Primärkreislauf des abgeschalteten zweiten Blocks ausgetreten, bestätigte das Amt für Atomsicherheit in Prag am Montagabend.

Nach Angaben der Betreibergesellschaft CEZ besteht aber keine Gefahr für Menschen oder Umwelt. Der zweite Block des grenznahen Reaktors war vor einigen Tagen wegen eines defekten Transformators abgeschaltet worden.

200 Kilometer bis München

In Österreich sorgte der erneute Zwischenfall für ernste Sorgen. Umweltminister Josef Pröll forderte in Wien eine umfassende Untersuchung und einen detaillierten Bericht der tschechischen Seite. Temelin steht rund 100 Kilometer nördlich von Linz (Oberösterreich) und etwa 230 Kilometer nordöstlich von München.

In der Anlage ist es seit Auslösen der atomaren Kettenreaktion im Oktober 2000 zu mehr als 50 Störungen gekommen. Temelin produziert derzeit keinen Strom, da auch der erste Block wegen Wartungsarbeiten abgeschaltet ist.