Trotz Benachteiligung im Job und häuslicher Gewalt: Immer mehr Frauen haben die Kraft, sich gegen Diskriminierung zu wehren.
Navanethem Pillay wurde 1941 im südafrikanischen Durban geboren. Seit Juli 2008 ist die Juristin Hochkommissarin für Menschenrechte bei den Vereinten Nationen.
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Als Anwältin vertrat sie den späteren Präsidenten Nelson Mandela: Die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay. (© Foto: AP)
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Ich habe am Internationalen Tag der Frau vieles zu feiern. In meinem Leben habe ich unvorstellbare Veränderungen erlebt - in meinem eigenen Land und weltweit.
Ich habe gesehen, welche Kraft gewöhnliche Menschen haben, die gegen Ungerechtigkeit aufgestanden sind und über alle Widrigkeiten triumphiert haben. Als farbige Frau, die in Armut aufwuchs, habe ich Geschlechter-, Rassen- und Klassendiskriminierung erfahren. Heute feiere ich die Kraft der Frauen. Die Kraft, die spezielle Verletzbarkeit zu überwinden, die sich aus diesen vielfachen Formen der Diskriminierung ergibt.
Als junge Jurastudentin zur Zeit der Apartheid in Südafrika wurde ich gewarnt, dass weiße Sekretärinnen von mir keine Anweisungen entgegennehmen würden. Ich hatte Glück, dass mich nach meinem Examen ein schwarzer Anwalt einstellte. Aber als erstes zwang er mich zu versprechen, dass ich nicht schwanger werden würde.
Als Hochkommissarin für Menschenrechte ist es meine Aufgabe, die Menschenrechte zu fördern und zu schützen, einschließlich der Frauenrechte, und zwar für alle Frauen. Ich fürchte, dass die jetzige Wirtschaftskrise besonders die Frauen trifft.
Die Mehrheit der Armen und Entrechteten sind Frauen. Frauen werden um ihre wirtschaftlichen, sozialen, bürgerlichen und politischen Rechte gebracht. Wenn wir Frauen stärken wollen, dann muss anerkannt werden, dass sie all diese Rechte wirklich besitzen.
Noch immer wird Frauen nicht der gleiche Lohn für gleiche Arbeit gezahlt, und sie besitzen auch nicht den gleichen rechtlichen Schutz am Arbeitsplatz. Hausangestellte - vor allem mit Migrationshintergrund - unterliegen häufig nicht der Reichweite der Arbeitsgesetze.
In vielen Ländern hindern Gesetze Frauen daran, finanziell unabhängig zu sein. Sie werden außerdem bei der Arbeit, bei Besitz und Erbschaften diskriminiert. Zusätzlich sorgt auch die Wirtschaftspolitik für Diskriminierung. Sie vergrößert die Kluft zwischen Reichen und Armen und hindert Frauen daran, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.
Gewalt gegen Frauen verstärkt ihre Verletzbarkeit. Die Uno betrachtet diese Gewalt als eine "Epidemie". Während ich mich gegen häusliche Gewalt einsetzte, habe ich direkt die Folgen miterleben müssen, die diese Gewalt für Frauen, Kinder und Familien hat und wie diese Verbrechen sie zugrunde gehen lassen. Zu oft werden diese Taten verschwiegen und bleiben ungesühnt.
So wie Gewalt gegen Frauen eine Waffe der Unterdrückung zu Hause ist, so ist sie auch ein Mittel in bewaffneten Konflikten. Als Richterin am Uno-Tribunal zur Aufarbeitung des Völkermords in Ruanda habe ich Frauen vernommen, die über sexuelle Gewalttaten berichteten. Ich erlebte auch, wie Gewalt eingesetzt wurde, um ihre Familien zu zerstören.
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