Frankreichs Präsident Sarkozy will das Nein der Iren zum EU-Reformvertrag nicht akzeptieren. Er drückt aufs Tempo und verlangt bereits jetzt eine zweite Abstimmung. Doch der irische Premier Cowen blockt: Die Ablehnung des Lissaboner Vertrags müsse "respektiert werden", eine Lösung brauche Zeit.
Nach dem irischen Nein zum EU-Reformvertrag von Lissabon will Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy ein zweites Referendum in Irland durchsetzen. Sarkozy werde dies beim Auftakt des Gipfeltreffens der EU-Staats- und Regierungschefs an diesem Donnerstagabend in Brüssel vorschlagen, schrieb die französische Tageszeitung Le Figaro.
Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy wird möglicherweise eine Schlüsselrolle bei der Lösung der EU-Krise spielen. (© Foto: AFP)
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Zwar sollten die Iren nicht brüskiert werden. Sie sollten aber ihr bisheriges Nein zu einem zweiten Referendum überdenken, schrieb das regierungsnahe Blatt unter Berufung auf das Umfeld des Staatschefs.
Irland versucht unterdessen, sich Zeit zu verschaffen. "Es ist zu früh zu sagen, welche Antwort nicht nur für Irland akzeptabel ist, sondern für Europa", sagte Premierminister Brian Cowen vor dem EU-Krisentreffen der Staats- und Regierungschefs in Brüssel.
Die irische Volksabstimmung sei gerade mal eine Woche her. Er wolle nun "in den kommenden Monaten" in enger Abstimmung mit den EU-Partnern Lösungsansätze ausloten. Zur Möglichkeit eines zweiten irischen Referendums wollte sich Cowen nicht äußern.
"Auch Zustimmung anerkennen"
Der irische Premier will nach eigenen Angaben noch vor Beginn des Gipfels mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), dem slowenischen Ministerpräsidenten und amtierenden EU-Vorsitzenden Janez Jansa und Parlamentspräsident Hans-Gert Pöttering (CDU) zusammentreffen und über Lösungsvorschläge diskutieren. Klar sei dabei: Das irische Nein zum Reformvertrag müsse "respektiert werden", sagte Cowen.
Auch die EU-Kommission plädiert nach den Worten von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso dafür, dass Irland Zeit bekommt, einen Weg zur Rettung des Vertrages zu finden. "Der Europäische Rat im Oktober wäre der angemessene Termin, das weiter zu disktuieren", sagte Barroso in Brüssel nach einem Treffen mit dem irischen Premier.
Wie Cohen, so betonte auch Barroso, dass das Votum der irischen Wähler respektiert werden müsse. Ebenso müsse jedoch auch die Zustimmung der anderen Länder zum Vertrag von Lissabon anerkannt werden.
Nach Einschätzung des luxemburgischen Premierministers Jean-Claude Juncker wird Frankreichs Staatschef Sarkozy eine Schlüsselrolle bei der Lösung der EU-Krise spielen. Er werde beim EU-Gipfel vorschlagen, dass Sarkozy sämtliche Lösungsvorschläge bündele, sagte Juncker der luxemburgischen Tageszeitung Luxemburger Wort.
Juncker sagte, die EU solle im Oktober unter französischem EU-Ratsvorsitz "den Ausweg aus der derzeitigen Lage festschreiben". Frankreich wird vom 1. Juli an für ein halbes Jahr die europäischen Amtsgeschäfte führen. Er fügte hinzu: "Der Kalender für die Lösung läuft dann ab Oktober. Bis dahin müssen wir vor allem das Gespräch mit den Iren suchen. Und Europa weiter erklären."
Der dienstälteste Regierungschef der EU, der oft zwischen Deutschland und Frankreich vermittelte, unterstrich, dass die erweiterte EU nicht gelähmt ist: "Wir sind als 27 Regierungen durchaus einigungsfähig." Juncker räumte ein, dass der Lissabonner Reformvertrag "ein schwer verdaubares und unlesbares Dokument" ist. Er sei aber gleichzeitig nicht komplizierter als das luxemburgische Steuergesetz.
(AFP/dpa/Reuters/gal/woja)
Bundespräsident Gauck
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Ein Nein ist ein Nein. Wenn die Iren nicht mitmachen wollen, dann sollen sie aus der EU draussen bleiben.
Erschreckend ist nur mal wieder unsere Kanzlerin, die schon wieder alles verzögern, drum herumreden, und keine klaren Festlegungen treffen will.
Da ist ein Herr Sarkozy schon lieber, der klar ausspricht, was Sache ist.
Unsere französischen Nachbarn haben es schöner als wir mit unserer zaudrigen Kanzlerin.
Genau so ist es.
Respekt gebührt sowohl einem Ja als auch einem Nein. Ich respektiere das Nein Irlands, aber bitte Irland dann auch, daraus seine Konsequenzen zu ziehen.
Wenn 26 frei gewählte Parlamente, die die Bevölkerung von rund 450 Millionen Menschen repräsentieren, zu Lissabon Ja sagen und Irland bleibt beim Nein, dann dürfte klar sein, dass sich Europa von einer nationalistischen Minderheit nicht wird kaputt machen lassen. Der destruktiven Attacke der Iren sollte dann mit einem Ausschluss dieses renitenten Landes, das sich über Jahrzehnte vom Kontinent mit Milliardenbeträgen hätscheln ließ, aus der EU begegnet werden.
Da bin ich mal gespannt, was der Napoleon-Verschnitt Sarkozy demnächst veranstalten wird, wenn er Präsident des Europäischen Rates ist und Frankreich alternierend den Europa-Prozess anführen soll.
Jedenfalls ist es anmaßend vom französischen Staatspräsidenten, wenn er einen demokratischen Prozess in Irland von außen korrigieren will. Man stelle sich mal vor, ein irischer Staatsmann würde fordern, das französische Präsidialsystem demokratisch zu reformieren. Mon Dieu!!
Paging