Die angebliche Verschärfung des Waffenrechts nach dem Massaker von Winnenden ist gar keine Verschärfung - dank der Waffenlobby.
An dieser Stelle eine herzliche Gratulation an den Deutschen Schützenbund, an den Bund der Sportschützen, an die Verbände der Jäger, der Waffensammler und Waffenhersteller. Sie haben den Gesetzgeber nach dem Massaker von Winnenden erfolgreich vor dem bewahrt, was sie "Aktionismus" nennen. Sie haben die Regierung von einer Verschärfung des Waffenrechts abgehalten.
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Nach dem Amoklauf von Winnenden stand die Republik unter Schock. Schnell wurde eine Verschärfung des Waffenrechts angekündigt. (© Foto: dpa)
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Sie haben durch ihr bewehrtes Engagement, durch treffsicheres Argumentieren und durchschlagende Sach- und Fachkunde erreicht, dass es keine Beschränkungen des gewohnten Schießbetriebes geben wird. Sie haben auf die fachmännische Schießausbildung hingewiesen, die junge Leute bei ihnen erhalten; sie haben das Traditionsgefühl betont, das sie verkörpern und die Freiheitsrechte, die sie vertreten, sie haben vor allem auch das Wählerpotential benannt, das sie repräsentieren. Sie haben erreicht, dass ihre Mitglieder nicht in ihren armierten Grundfreiheiten beeinträchtigt werden. Sie haben die Regierung dazu überredet, dass Sportschützen weiterhin mit großkalibrigen Waffen schießen und Jäger weiterhin in unbegrenzter Zahl Langwaffen erwerben können.
Das ist, nach dem Blutbad, das ein Jugendlicher mit der Beretta seines Vaters angerichtet hat, das ist, nach den Amokläufen in den zurückliegenden Jahren, eine beachtliche Leistung der Lobby. Die Novellierung des Waffenrechts, die nun bevorsteht, besteht darin, dass nicht mehr mit Farbpistolen aufeinander geschossen werden darf. Das ist gewiss im Sinn der Schützen- und Jägerverbände, die solches Treiben als unethischen Firlefanz und unwaidmännischen Klamauk ablehnen.
Die Verschärfung des Rechts sieht nun also so aus, dass man mit Waffen, die nicht scharf sind, nicht mehr schießen darf, sehr wohl aber ohne Restriktion mit scharfen Waffen. Die Verbände haben die Politik also davon überzeugt, dass das ganz Naheliegende ganz falsch wäre: Es wäre falsch, dafür zu sorgen, dass nicht mehr 30 Millionen, sondern nur noch drei Millionen Gewehre in deutschen Privathaushalten lagern. Es wäre falsch, sicherzustellen, dass künftig in Deutschland weniger Waffen zugelassen werden. Es wäre auch falsch, die Aufbewahrung von Waffen und Munition zu Hause zu verbieten. All diese Regelungen würden nämlich, so sagen die Verbände, ihre Mitglieder unter einen Generalverdacht stellen. Der Gesetzgeber hat das eingesehen. Das ist überraschend.
Die neueren Sicherheitsgesetze arbeiten nämlich alle mit einem Generalverdacht; alle Bürger müssen sich, zur Sicherheit, gewisse Grundrechtseingriffe gefallen lassen, auch wenn keine Anhaltspunkte für Straftaten vorliegen. Der Gesetzgeber hat aber offenbar erkannt, dass man Schützen viel mehr Vertrauen entgegenbringen muss als normalen Bürgern. Diese Erkenntnis verdankt er dem Wirken der Verbände. Schützenvereine, die nach schöner alter Tradition "königlich privilegiert" heißen, dürfen sich nun "demokratisch privilegiert" nennen.
(SZ vom 08.05.2009/job)
Analyse des DFB-Kaders
„Königlich privilegiert“ ist lediglich die Rechtsform des Schützenvereins.
Es ist also kein „eingetragener Verein“.
Mit großem Aufwand wird gegen legalen Waffenbesitz angeschrieben, obwohl jeder, den es interessiert, weiß, dass fast alle Straftaten mit Schusswaffen (Statistiken schwanken zwischen 97 % und 99% und enthalten zudem noch alle Selbstmorde und Selbstmordversuche mit Dienstwaffen) mit ILLEGALEN Waffen begangen werden.
Die immer restriktivere Waffengesetzgebung (beginnend in der NS-Zeit) in Deutschland hat keinen einzigen Mord verhindert.
Das Totalverbot großkalibriger Kurzwaffen für Zivilisten in Großbritannien hat zu einem starken Anstieg der Gewaltkriminalität geführt. Brutale Morde passieren erst recht. In Halbweltkreisen ist eine „Kultur“ des Waffentragens entstanden, die es vorher nicht gab. Man kann nunmehr Waffen für eine Nacht sogar mieten!
Der aktuelle Mord an 2 italienischen Fussballfans wurde mit einer leicht beschafften illegalen Waffe verübt.
Auf die Frage, warum nichts gegen illegalen Waffenbesitz unternommen wird lautete der Kommentar aus Polizeikreisen: „ Keine personellen Kapazitäten“.
Diese personellen Kapazitäten werden gebunden durch eine oberflächliche und animose Berichterstattung in den Medien, verfassungswidrige Gesetzgebung und Aktionisten, die nach eigenem Bekunden mit ihren Anti-Waffen-Kampagnen ihren Lebensunterhalt finanzieren.
Ihr Name scheint Programm zu sein? Oder woher kommt es, dass sie von der Realität und dem Grundgesetz so weit entfernt sind?
Die Begründung "Der Rest der Bevölkerung braucht keine, dem muss man keine geben, dem kann man das verbieten." taugt nichts. Wenn dies ausreichen würde, würden sie sich aber umschauen, was plötzlich alles verboten wäre.
Wir leben in keiner Diktatur wo einzelne festlegen können, was wer braucht und was nicht. Grundsätzlich hat jeder Bürger das Recht, alles zu dürfen. Den Rahmen, dieses Recht einzuschränken, bildet das Grundgesetz. Solange also niemand durch die Ausübung meines Rechts in seinen Rechten beschränkt wird, darf ich es. Und selbst wenn jemand dadurch beeinträchtigt wird, ist der Gesetzgeber verpflichtet, abzuwägen. Es sind die Maßnahmen zu ergreifen, die die Beeinträchtigung des einen vermeiden und aber gleicchzeitig auch möglichst wenig mein Recht eingrenzen.
Um der Verkehrsraserei Einhalt zu gebieten, verbietet man doch auch nicht alle Autos und verweist auf den ÖPNV. Geschwindigkeitsbegrenzungen, die kontrolliert werden, sind auch eine geeignete Maßnahme, die zwar nicht 100% wirkt, aber angemessen ist.
Lieber Herr Prantl,
dieser Artikel ist schlimme Stimmungsmache und dazu noch schlecht recherchiert, Journalismus aus der untersten Schublade und völlig am eigentlichen Problem vorbei.
Die Politik orientiert sich hier mal ausnahmsweise an den Fakten und nicht am den Emotionen, die Verschärfung des Waffenrechts ist ein alleiniger Kniefall vor den
den Opfern und der Stimmungsmache in den Medien im Wahljahr 2009.
Das Problem von Amokläufen ist ebenso wie bei Selbstmordattentätern und Suiziden nicht mit einem "Mehr" an Gesetzen zu lösen, sondern hier müssen Maßnahmen zu Vermeidung einer Amok-Motivation ergriffen werden und nicht nur die Werkzeuge eines Amoklauf gesetzlich reguliert werden. Schon Erfurt hat gezeigt daß dieses wirkungslos ist.
Von den angesprochen geschätzen 30 Millionen Waffen in Deutschland, sind lt. BKA 2/3 nicht registriert und somit illegal und dem Zugriff eines wie auch immer gearteten Gesetzes entzogen. Die registriertem und legalen Waffen sind in Händen von Schätzen, Jägern, Förstern, Sammlern, Polizisten, Zöllner, usw.
Diese unterliegen schon einem der schärfsten Waffengesetzen der Welt, bei deren konsequenter Anwendung es weder Erfurt noch Winnenden gegeben hätte.
Da es früher, bei bedeutend liberalerer Gestzgebung , keine Amokläufe gegeben hat, kann eine weite Flut von Verboten und Verschärfungen eigentlich nicht die Antwort für mehr Sicherheit an den Schulen und in der Gesellschaft sein, oder ?
der Prantl.
Es gibt ein paar wenige Berufsstände, deren Angehörige den Umgang mit der Waffe üben müssen. Der Rest der Bevölkerung braucht keine, dem muss man keine geben, dem kann man das verbieten. Schon den Wunsch in der Freizeit rumzuballern empfinde ich als leicht pervers.
Spielt doch einfach Fußball, da tut man noch was für die Fitness oder spielt Klavier, wenn ihr eure Konzentration und Geschicklichkeit üben wollt und bereitet nicht unter dem Deckmäntelchen der Tradition das Feld für den nächsten Amoklauf.
Sehr geehrter Herr Prantl,
ich muss sagen, ich bin schon etwas verwundert, daß eine renomierte Zeitung wie die Süddeutsche derartig schlecht recherchierte Kommentare veröffentlicht.
Ich als Sportschütze bin also previlegiert ?
Heißt in meinem Verständnis, daß ich etwas tun oder haben kann, was andere nicht können oder dürfen.
Jeder kann einem Schützenverein beitreten und nach langer Zeit und erfolgreicher Überwindung diverser Hürden auch eine Waffe erwerben, wenn er das möchte.
Genau so wie in einen Golfclub, Wanderclub, Mikadoklub, Schachclub,............
Wo also ist mein Previleg ??
Bin ich pervilegiert, weil ich vor der Ausstellung der Waffenbesitzkarte komplett durchleuchtet werde mit dem großen Führungszeugnis ?
Bin ich previlegiert, weil die Waffenbesitzer künftig schlechter gestellt werden, als Kriminelle ? (Artikel 13 Grundgesetz - Unverletzlichkeit der Wohnung)
Bevor Sie bei einem Kriminellen in die Wohnung dürfen benötigen Sie einen richterlichen Beschluss, Waffenbesitzer sind künftig vogelfrei.
Vor kurzem hat eine betrukener Jugendlicher ohne Führerschein drei Freunde in den Tod gefahren, weil er sich von Papa den Autoschlüssel "ausgeliehen" hat.
Wo bleibt da Ihr Aufschrei ????
Da gibt es einen Artikel in der Zeitung und das war's. Sind diese Toten weniger Wert als die von Winneneden, nur weil sie durch ein Auto getötet wurden und nicht durch eine Waffe ?
Wo bleibt da Ihr Ruf nach einem Verbot von Autos ?
Der kommt natürlich nicht, weil das etwas ist, was von den Medien nicht so ausgeschlachtet wird wie ein Amoklauf.
Diese Eltern trauern genau so, aber gründen Sie ein Aktionsbündnis und fordern ein Verbot von PS starken Autos und ein Verbot von Autorennspielen ?
Nein, weil sie genau wissen, daß derartige Forderung Ihre Kinder nicht wieder lebendig machen und auch künftig derartige Vorfälle nicht verhindern.
Die Initiatoren des Aktionsbündnisses von Winnenden haben eine unendliche Wut im Bauch und dafür muss nun auch ein Schuldiger gefunden und bestraft werden.
Da sich der Täter selbst gerichtet und nicht mehr bestraft werden kann, nimmte man halt die Schützen, weil eigentlich sind alle diese Waffenfetischisten ja Schuld am Tod der Kinder.
Was ist eigentlich mit dem Vater von Tim Kretschmer?
Dieser hat sich der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht und ist m.E. der Hauptschuldige an dieser Tat.
Wo bleibt da Ihre Forderung nach Gerechtigkeit ?
Vielleicht denken Sie darüber mal nach !!!
Paging