Der letzte Zensus in der Bundesrepublik liegt zwanzig Jahre zurück. Nun sollen die Länder die nächste Volkszählung im Jahr 2011 zahlen - sie wollen aber nicht. Wie die Probleme ins Tanzen kommen.
Eine Volkszählung ist eine ebenso aufwendige wie kitzelige Sache - auch dann, wenn sie, wie die bevorstehende Volkszählung in Deutschland, zunächst nur "registergestützt" ablaufen soll.
Alle Behörden werden zur Dateninventur gerufen. (© Foto: dpa)
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Registergestützt heißt: Alle erdenklichen Behörden und Ämter müssen, in einem ersten Schritt, ihre Daten herausrücken - zum Zweck des Abgleichs und weiterer Recherche.
Alle Vermessungs- und Meldebehörden, Grundbuchämter, Grundsteuerstellen, Finanzämter, Versorgungs- und Entsorgungsbetriebe, auch die Bundesagentur für Arbeit - sie alle werden zur Dateninventur gerufen.
Aus den vereinigten und bereinigten Daten wird ein "Anschriften- und Gebäuderegister" erstellt, das dann Grundlage für die Volks-, Gebäude- und Wohnungszählung 2011 sowie für zusätzliche, persönliche Erhebungen und Befragungen sein soll. Im Anschriften- und Gebäuderegister wird etwa festgehalten, wie viele Deutsche, Ausländer, Beschäftigte und Arbeitslose mit Haupt- oder Nebenwohnung je Anschrift gemeldet sind und wie hoch die "Fluktuationsrate" je Anschrift ist.
Der Frosch im heißen Wasser
Beim Lesen dieses "Zensusvorbereitungsgesetzes" kann einem die Geschichte wie die vom Frosch in den Sinn kommen, die unlängst bei einer Datenschutzkonferenz in London erzählt wurde: Ein Frosch, den man in einen Kessel mit heißem Wasser wirft, springt sofort wieder heraus.
Setzt man den Frosch dagegen in einen Topf mit kaltem Wasser und erwärmt es allmählich, so bleibt er drin. Zunächst mag ihm das warme Wasser angenehm sein; aber wenn es dann heißer wird, sind seine Kräfte erlahmt. Wenn es den Siedepunkt erreicht hat, ist er tot. "Ergeht es uns auf dem Weg in eine Überwachungsgesellschaft wie dem Frosch?", wurde bei der Konferenz gefragt.
Das Zensus-Gesetz gibt zunächst für solche Frosch-Befürchtungen nichts her. Es werden ja vorerst nur Berge von Daten zusammengeführt, miteinander abgeglichen, auf den neuesten Stand gebracht und kompatibel gemacht - nur zu dem Zwecke, eine valide statistische Basis zu erhalten. Daran ist nichts auszusetzen.
Doch das Potential, das nach dieser Volkszählung dem staatlichen Zugriff zur Verfügung steht, ist von einer atemberaubenden Dimension; sie lässt die letzte, so umkämpfte Volkszählung von 1982 als niedlich erscheinen. Gespeichert sind ja nicht nur Angaben zur Person, sondern auch zum sozialen Status - zur Arbeit, die einer hat, zu den sozialen Leistungen, die einer bezieht und zur familiären Situation, in der er lebt.
Kommen zu den geocodierten Anschriften die Einführung der biometrischen Ausweise und die der Pin-Codes hinzu, außerdem die Zentralisierung der Meldedaten - dann hätte das Land künftig nicht nur tüchtige, sondern auch gläserne Bewohner.
Über Sicherungen gegen die Gefahr einer Dauerdurchleuchtung der Bevölkerung ist bisher nicht nachgedacht worden. Die Bundesregierung hat stattdessen versucht, die Volkszählung geräuschlos anzubahnen. Jetzt hat sie sich selbst einen Tort angetan.
Die Regierung stellt sich selbst ein Bein
Sie hat per Trick den Ländern fast alle Kosten der Volkszählung aufgehalst (mindestens 137 Millionen entstehen ihnen durch das Vorbereitungsgesetz, weitere 500 Millionen durch den Zensus selbst): Die Regierung hat die Zustimmungsbedürftigkeit des teuren Gesetzes im Bundesrat umgangen, indem sie so tat, als könne jedes Land selbst regeln, in welchem Verfahren es die Daten erhebt.
Das stimmt natürlich nicht, sonst gäbe es ja Datensalat. Aber mit diesem Trick (Tölpelhaftigkeiten des Landes Hessen im Vermittlungsausschuss gingen voraus) hat der Bund aus dem zustimmungsbedürftigen Gesetz ein bloßes Einspruchsgesetz gemacht - gegen das die Länder im Bundesrat spektakulär einstimmig votierten (weil der Bund die Hälfte der Kosten tragen soll).
Die Bundesregierung war schlecht beraten: Die so erzeugte Aufmerksamkeit könnte nun zu Diskussionen und Einsichten über die Volkszählung führen, die ihr sehr unliebsam sind.
(SZ vom 12.11.2007/jkr)
Reiseknigge: Türkei
.....nicht einfach zum Einwohnermeldeamt, wenn man seine Schäfchen zählen will? Denn wer dort nicht registriert ist, der wird auch nicht gezählt (der erhält keinen Fragebogen).
Und in den Fragebögen hat doch keiner mehr Lust bei den derzeitigen Staatsverhältnissen die Wahrheit zu sagen.Von den Kosten garnicht zu reden.
Das listenreiche Frosch-Prinzip wird laufend angewandt. Siehe digitalisierte Fingerabdrücke (zunächst nur im Reisepass), Teilprivatisierungen/PPP-Projekte, LKW-Maut, humanitäre Friedenseinsätze in aller Welt, schleichende Etablierung von Bundeswehreinsätzen im Innern, etc.
Und stets heißt es im zweiten Schritt: "Das gibt es doch schon längst!" Oft gefolgt von: "Und wurde im übrigen auch mit den Stimmen der SPD beschlossen!"
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Das ist Heute morgen schon der dritte Beitrag über den ich ko...n könnte.
Aber weshalb ausgerechnet Heute aufregen? Das tu ich jeden Tag.
Ich weiß das alles nicht erst seit Heute.
Und die Anderen? Kann man vergessen.
Mit diesem Volk kann man in diesem Land nichts bewegen.
So lange Thomas Gottschalk "Wetten Dass" moderiert ist es zufrieden und bleibt für solche Peanuts teilnahmslos. ...wer nichts zu verbergen hat...
Und was soll ich allein dagegen unternehmen? Hat jemand einen Vorschlag?
Ich werde mit"gezählt", ich bekomme so ich reisen will, nur noch einen Pass wenn ich Fingerabdrücke registrieren lasse wie ein Krimineller. Also werde ich nicht mehr reisen.
Es wird aber auch der Ausweis kommen, den mitzuführen auch wieder Pflicht ist. Den kann ich erstmal verlieren, aber was dann? Ist ja nicht ganz billig.
Deutschland ist am Rande des Ueberwachungsstaates und keiner regt sich auf.
Herr Strauch ist an allem Schuld.
Merkwuerdigle reisst in der Welt herum und in DE geht alles der Spree hinunter.
Im D... darm von Herrn Strauch scheints besser zu sein wie an der Spree.
Na, da habe ich einen Satz aber ordentlich verdreht. Sorry.
Paging