Umstrittenes Atomprogramm Iran will Urananreicherung beschleunigen

Iran beharrt auf der Fortsetzung seines Atomprogramms - und will es sogar ausbauen. Der UN-Atomenergiebehörde zufolge hat das Land angekündigt, leistungsfähigere Zentrifugen zur Urananreicherung einsetzen zu wollen.

Neue Runde im Streit über Irans Nuklearprogramm: Das Land will in seiner Atomanlage Natans im Landesinneren leistungsfähigere Zentrifugen zur Anreicherung von Uran installieren. Ungeachtet internationalen Drucks hat das Land das der UN-Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien mitgeteilt. Das geht aus Unterlagen der IAEA hervor, die mehreren Nachrichtenagenturen vorlagen.

In einem Schreiben vom 23. Januar habe das Land den Einbau von "Zentrifugen des Typs IR-2 in der Einheit A-22" von Natans angekündigt. Dadurch könnte Iran schneller als bislang Uran anreichern - und damit die Sorgen des Westens verstärken. Das Vorpreschen der Regierung in Teheran dürfte die Bemühungen um eine diplomatische Lösung weiter erschweren.

In Natans wird Uran derzeit mit Zentrifugen vom Typ IR-1 angereichert. Die neuen Geräte dürften Experten zufolge schneller arbeiten und weiterhin eine Anreicherung auf bis zu fünf Prozent erlauben. Die IAEA hat das Land nach eigenen Angaben in einem Schreiben vom 29. Januar um technische Details dazu gebeten.

Fordo bereitet der IAEA größere Sorge

Größere Sorge bereitet der IAEA die weiter nördlich gelegene Atomanlage Fordo, in der Uran auf bis zu 20 Prozent angereichert wird. Für den Bau von Atombomben ist eine Anreicherung auf 90 Prozent nötig.

Der Westen und Israel verdächtigen Iran, unter dem Deckmantel seines zivilen Nuklearprogramms am Bau einer Atombombe zu arbeiten. Teheran weist die Vorwürfe zurück und beharrt auf seinem Recht zur zivilen Nutzung der Atomenergie. Der UN-Sicherheitsrat sowie die EU und die USA verhängten bereits zahlreiche Sanktionen gegen Iran, um Präsident Mahmud Ahmadinedschad im Atomstreit zum Einlenken zu bringen. Zudem erwägt Israel offen einen Militärangriff auf die iranischen Atomanlagen.

Mitte Januar waren neue Atomgespräche ergebnislos geblieben. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat erst am Mittwoch von dem Land den Beweis verlangt, dass Iran mit seinem Atomprogramm keine militärischen Ziele verfolgt. Bei der bevorstehenden Münchner Sicherheitskonferenz am Wochenende wird der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi erwartet.