In Tibets Hauptstadt Lhasa sind offenbar neue Unruhen ausgebrochen. Chinesische Sicherheitskräfte sollen deshalb Teile der Stadt abgeriegelt haben.
Chinesische Sicherheitskräfte haben Berichten zufolge nach neuen Protesten Teile von Tibets Hauptstadt Lhasa abgeriegelt. Die Exil-Regierung Tibets erklärte am Samstag, man gehe entsprechenden Informationen nach. Es scheine sich um größere Proteste zu handeln, sagt ein Sprecher des Dalai Lama. Sie stünden wohl im Zusammenhang mit dem Aufenthalt einer Gruppe ausländischer Diplomaten in Lhasa.
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Chinesische Sicherheitskräfte patroullieren in den Straßen von Lhasa (© Foto: Reuters)
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Die Unruhe hätten außerhalb eines Klosters in Lhasa stattgefunden."Gegen 14.00 Uhr Ortszeit am Nachmittag versammelten sich Tibeter zum Protest vor dem Tempel Ramoche", hieß es auf der Regierungs-Internetseite. Demnach kam es auch vor einem nahen Tempel und in einer Straße zu Demonstrationen, denen sich schnell tausende Menschen angeschlossen hätten.
Die in London ansässige Organisation International Campaign for Tibet erklärte, man habe aus drei Quellen erfahren, dass die Sicherheitskräfte daraufhin die Tempel Jokhang und Ramoche umrundet hätten. Das gesamte Gebiet sei abgesperrt worden, sagte eine Sprecherin der Organisation.
Der Vertreter einer westlichen Botschaft berichtete indes, China habe Diplomaten aus zwölf Ländern angeboten, sie auf einer streng überwachten Tour durch Lhasa zu führen. Zwei Länder hätten das Angebot ausgeschlagen.
Als vor einigen Tagen eine handvoll ausgesuchter Journalisten durch Teile der tibetischen Hauptstadt geführt wurde, gelang es 30 Mönchen, zu den Journalisten vorzudringen und gegen die chinesische Führung zu protestieren.
Die anti-chinesischen Proteste in Tibet hatten am 10. März begonnen und waren vier Tage später eskaliert. Dabei wurden nach Angaben der tibetischen Exilregierung mindestens 135 Menschen getötet. Peking spricht von rund 20 Toten.
(sueddeutsche.de/Reuters/AFP/aho)
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27598/1.html
Sehr lesenswerter Artikel zu diesem Tibet-Thema -- und eine längst fällige Tendenzwarnung an die deutschen Medien. Was vor 58 Jahren in Tibet passierte mag einen traurig stimmen, aber die Tatsache wurde geschaffen.
Der Unterschied zu Okkupationen wie in Afghanistan und Irak ist im Fall Tibet doch wohl, dass es der Bevölkerung besser geht (bis 1950 lebte ein Teil der Tibeter in Sklaverei und ganz Tibet im Mittelalter, regiert von einer Kaste rückständiger Mönche), dass die Autonomen Regionen (AR) Privilegien geniessen, die der Chinese nicht hat (z.B. 2 Kinder, weniger Punkte fürs Studium) und dass in die ARs massiv investiert wird.
Was heute in der deutschen Presse mit China passiert, ...
... geschah auch mit Russlands Putin (nie wurde erwähnt, dass Russland keine Erfahrung mit Demokratie hat und dass das dazu notwendige breite, informierte Bürgertum fehlt -- aber dass Putin daraufhin zielt, nachdem er den Ausverkauf Russlands durch Jeltzin stoppte und die US-Carpetbaggers zurückdrängte), ...
... und was hinsichtlich Desinformation beim Kosovo passierte (Rudolf Scharping wusste von der Lüge und Hetze) ist inzwischen beschämende Legende.
Das scheinheilige Händeringen muss aufhören -- Informationen müssen her, verifiziert oder mit 'Caveats' versehen ... nicht dieses tendenziöse Geschwafel.
Das ist das was Propaganda ausmacht: nicht falsch - aber auch nicht richtig. Es sind Sicherheitskräfte. In Deutschland würde man Polizei sagen, aber Sicherheitskräfte klingt martialischer und ist ja auch nicht falsch. Dann sind sie chinesisch - natürlich, in Chiina wrden es wohl kaum ugandische Polizisten sein. Aber asugedrückt werden soll: Chinesen aus Peking. Daß es in Tibet natürlich auch Polizei gibt, die sich aller Wahrscheinlichkeit so zusammensetzt wie die gesamtbevölkerung, das soll eben NICHT zum Ausdruck kommen.
Wobei das Wort "chinesisch" dann noch immer richtig ist - denn die Mehrheitsbevölkerung in Tibet ist mittlerweile chinesisch. Was u.a. einen Blick auf das Dmokratieverständnis der "Aufrührer" werfen könnte.