Der Hinweis auf die Bedeutung des Herrn Thaksin jedenfalls war keine Übertreibung. Der als Sohn einer chinesischen Händlerfamilie geborene Thaksin hat eine atemraubende Karriere hingelegt. Erst war er Polizist, dann Oberleutnant und schließlich Medien-Tycoon mit eigenen Mobilfunk-Lizenzen und Satelliten-TV. Sein Unternehmen, die Shin Corp. ist eines der größten Privatunternehmen Thailands.

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Manches in Thaksins Werdegang erinnert an den italienischen Staatschef Silvio Berlusconi. Auch er gründete Ende der neunziger Jahre eine eigene Partei - die Thai Rak Thai (Thais lieben Thais). 2001 wurde der Emporkömmling zum Regierungschef gewählt, überstand drei Wahlen und wurde dann 2006 vom Militär aus dem Amt geputscht. Vor ihm hatte es kein demokratisch gewählter Premier in Thailand geschafft, eine gesamte Legislaturperiode an der Macht zu bleiben und wiedergewählt zu werden. Die in Thailand hochverehrte Königsfamilie, deren Mitglieder gelegentlich inkognito nach Deutschland reisen, mochte den Aufsteiger nicht.

Thaksin ließ sich an der vornehmen Park Lane in London nieder, kaufte sich den britischen Fußballklub Manchester City und erklärte bei einer ersten Pressekonferenz, er werde "nur noch als Unternehmer und Philanthrop" tätig sein.

Das war untertrieben. Seit er weg ist, liefern sich seine Anhänger und seine Feinde erbitterte Schlachten. Wegen angeblichen Amtsmissbrauchs stellte ihm die Justiz seines Landes nach und ließ zwei Milliarden Dollar seines Privatvermögens einfrieren. Im Februar 2008 kehrte er kurz in seine Heimat zurück und entzog sich dann doch wieder einem Korruptionsverfahren durch die Flucht.

In der Not braucht auch ein Milliardär Freunde

Er nahm im Sommer an der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Peking teil, flog dann nach London, wo er bald nicht mehr willkommen war. Im November vergangenen Jahres entzogen ihm britische Behörden das Visum und verhandelten mit Bangkok über eine Auslieferung des mit Haftbefehl gesuchten Milliardärs. Thaksin verkaufte den Fußballverein und begab sich, ausgestattet mit einem französischen Schengen-Visum mit einer Laufzeit von 90 Tagen, auf eine Odyssee. Reporter vermuteten ihn in Hongkong, Bali, den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Montenegro und dann sogar irgendwo in Afrika.

Auf Bonn wäre so leicht niemand gekommen, mit Ausnahme des Autors John Le Carré vielleicht, der der kleinen Stadt am Rhein immer manches zugetraut hat. Mauss, der früher als "Mann ohne Gesicht" galt, hat vor Jahrzehnten im dortigen Polizeipräsidium im Beisein des Kripochefs schon mal inkognito Besucher empfangen.

Auf Druck von Berlin und Düsseldorf wurde Thaksin am 28. Mai die Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland entzogen. Inzwischen hat ihm die nicaraguanische Regierung mit einem Diplomatenpass (Botschafter im Sondereinsatz) ausgestattet. In der Not braucht auch ein Milliardär Freunde.

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  1. Ein Milliardär auf dem Amt
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(SZ vom 05.06.2009/woja)