Von Oliver Meiler

Ein gefasster Terrorist, zwei Mobiltelefone und ein GPS-Gerät erhellen die Hintergründe der verheerenden Anschläge von Mumbai - und verweisen auf erschreckende Details. Ein Protokoll.

Er bereut nichts. Ajmal Mohammed Amir Kasab ist davon überzeugt, dass er das Richtige getan, dass er seine Mission erfüllt habe.

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Vier Tage lang hatte sich eine der vier Attentätergruppen in das Zimmer 630 im Taj Mahal Hotel ein - und startete von dort die Angriffe. (© Foto: dpa)

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Die Festnahme des 21-jährigen Pakistaners aus Faridkot, Punjab, ist für die Polizei ein Glücksfall nach den verheerenden Anschlägen von Mumbai, dem früheren Bombay.

Der Terrorist redet. Er ist nur leicht verletzt an der Hand, die Polizei hat ihn nach einem Feuergefecht gefasst. Bis zu seiner Festnahme hatte er viele Menschen umgebracht in Mumbai, einer Stadt, die er zuvor nicht kannte. Es war Kasabs erste Reise nach Mumbai.

Sein Bild, aufgenommen von einer Sicherheitskamera im großen Bahnhof der Stadt, ging um die Welt. Es zeigt Kasab, wie er den Lauf der AK-47, die er in der rechten Hand trägt, anhebt und mit der linken fasst, um zu schießen. Scheinbar ganz ruhig. Es heißt, er sei gebildet. Und er redet viel.

Glaubt man der Polizei, dann redet Kasab sogar sehr viel. Er nennt die Namen jener Leute, die geholfen hätten. Fünf von ihnen leben in Mumbai. Er diktiert den vernehmenden Polizisten Adressen. Und er erzählt die Hintergründe der Operation. Kasab war einer jener zehn Männer, alle zwischen 18 und 28 Jahre alt, die am Mittwochabend über die indische Handelsmetropole hergefallen sind.

Ihr Plan war es offenbar gewesen, den 105 Jahre alten Taj Mahal Palace, das bekannteste Hotel der Stadt, eines ihrer wichtigsten Wahrzeichen, in Schutt und Asche zu legen. Und mit einer Serie koordinierter Angriffe, verteilt über die Innenstadt von Mumbai, wollten sie möglichst viele Menschen töten. Die Munition und die Granaten des Kommandos hätten gereicht, um 5000 Menschen umzubringen, sagen jedenfalls die Ermittler.

Aus Kasabs Aussagen, die von der Polizei an die indischen Medien weitergeleitet wurden, und anhand der Informationen von Augenzeugen lassen sich die Ereignisse der ersten Terrornacht recht präzise rekonstruieren. Auch der Ursprung der Operation wird etwas klarer. Etliches davon deckt sich mit den Erkenntnissen, die die Polizei aus der Datenanalyse eines gefundenen GPS-Geräts und zweier Mobiltelefone gewonnen hat:

Auf der nächsten Seite: Ein Protokoll der Anschläge in Mumbai.

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