Hegen die Genossen Zweifel an der Zugkraft des eigenen Personals? Seit bekannt ist, dass Katharina Saalfrank für die SPD wirbt, hoffen unzählige Kandidaten auf einen Besuch der Super Nanny.
Die Politik, sagt Katia Saalfrank, sei ihr eigentlich viel zu abstrakt. "Zu viel Papierkram", und außerdem dauere es Jahre, bis etwas umgesetzt werde. "Ich bin lieber praktisch dabei." Gleichwohl ist Saalfrank nach eigener Aussage ein politischer Mensch und zudem seit zwölf Jahren auch eine eingetragene Sozialdemokratin. Und so hat sich die SPD jetzt eine Form ausgedacht, Katharina Saalfrank, besser bekannt als Super Nanny vom Fernsehsender RTL, politisch einzubinden, ohne dass die 38-Jährige gleich Politikerin werden muss.
Von RTL zu SPD: Die Super Nanny wird zum Allzweck-Zugpferd. (© Foto: dpa)
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Von Montag an tourt die Diplompädagogin und Musiktherapeutin Saalfrank zusammen mit Generalsekretär Hubertus Heil durch fünf Bundesländer, um in acht Veranstaltungen mit Familien-, Bildungs- und sonstigen Politikern der SPD aufzutreten.
Vorgesehen sind Besuche in Schulen und Einrichtungen zur Kinderbetreuung, vor allem aber Diskussionsrunden, an denen sich jeder beteiligen kann, für die aber Eltern, Pädagogen und Kinder besonders erwünscht sind. Für die SPD, so sagt es Heil, sei dies eine gute Gelegenheit, ihr familien- und bildungspolitisches Programm "zu erden und das, was wir vorhaben, abzugleichen mit der Lebenswirklichkeit der Menschen".
Auch wenn es nach Saalfrank geht, die selbst vier Kinder hat, soll Politik jenseits von Gremien und Fernsehstudios auf echte Menschen treffen. Ihr politisches Interesse beziehe sich auf "die Rahmenbedingungen, in denen wir uns bewegen". Entsprechend gehe es ihr darum herauszufinden, "ob die Politik in petto hat, was Familien brauchen". Davon ist Hubertus Heil natürlich überzeugt, was die SPD angeht, deren wichtigstes Ziel es sei, Eltern zu stärken. Es gehe nicht darum, ihnen den Staat vor die Nase zu setzen, "sondern an ihre Seite zu stellen".
Heil behauptet, mit Wahlkampf habe das eigentlich nichts zu tun, sondern mal wieder "mit der Sache". Aber natürlich wünschen sich die SPD und ihr Generalsekretär, dass etwas vom Glanz des Fernsehstars auf die Partei abfällt. Schließlich müsste man das Publikum von mindestens drei Talkshows mit Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier zusammenzählen, um auf die Einschaltquoten zu kommen, derer die Super Nanny sich rühmen kann.
In der Regel besucht Saalfrank in ihrer Sendung für einige Tage Familien, in denen die Eltern Schwierigkeiten bei der Erziehung ihrer Kinder haben, die bis hin zu gewalttätigen Auseinandersetzungen reichen. Ausdrücklich betonten Heil und Saalfrank jedoch, dass sich die SPD-Veranstaltungen nicht nur an ein RTL-Publikum richten. Und auch das Politikangebot der SPD richte sich auch an ganz normale Familien.
Gerhard Schröder-Fan
Angeblich hat es nach Bekanntwerden der kleinen Tour unzählige Anfragen von weiteren SPD-Kandidaten gegeben, ob Saalfrank nicht auch dort vorbeikommen könne. Was das über die Zugkraft des normalen SPD-Personals in Sachen Familienpolitik aussagt, ließ Heil jedoch offen. Dass die Sozialdemokraten der Ministerin Ursula von der Leyen aus der CDU kein familienpolitisches Gesicht entgegenhalten können, schmerzt die SPD schon lange. In der Regel verlegt sie sich deshalb darauf, von der Leyen nachzusagen, sie habe mit ihrer Politik nur vollendet, was die SPD sich mit der früheren Familienministerin Renate Schmidt ausgedacht habe.
So in etwa sagt das Saalfrank auch, fügt aber hinzu, dass sie von der Leyen sehr schätze. Und Politikerin wolle sie definitiv nicht werden, weshalb sie auch für ein Schattenkabinett von Frank-Walter Steinmeier nicht zur Verfügung stehe. Den kenne sie auch gar nicht so gut - Saalfrank ist vielmehr Gerhard Schröder-Fan: Er habe sie "sehr überzeugt mit seiner Modernisierung der Gesellschaft und der Solidarität mit den Schwächsten".
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(SZ vom 07.07.2009/woja)
Reiseknigge: Türkei
Ich habe zwei Tageszeitungen abonniert, ich besitze einen Fernseher, ich habe einen Internetanschluß, aber von Frau Saalfrank habe ich bis gestern noch nichts gehört. Eine kurze Umfrage im Bekanntenkreis ergab, dass diese Dame einem von fünf Befragten bekannt war. Mein Eindruck ist, dass hier die Süddeutsche Zeitung für einen Mensch den PR-Agent spielt, warum auch immer, und dass die SPD in allerletzter Verzweiflung auf eine Frau Saalfrank setzt. Früher war es z.B. ein Herr Grass, jetzt eine Frau Saalfrank - genau das gibt die Wirklichkeit der SPD 2009 am Besten wieder.
Die Supernanny als Zugpferd der SPD...ja ..der Schuß geht nach hinten los.
Denn der typische Supernannyfan geht nicht zur Wahl und weiß vermutlich nicht wirklich was Parteien sind.#
Peinlicher gehts jetzt aber nimmer für die SPD.
die Sozis. Da kann so eine frau sicher nicht schaden.
Und sie redet auch genauso blöd daher - aussehen ist halt nicht alles.
Es soll ja sogar Menschen gegeben haben, die die Frau Y schön fanden. Wo hammse die eigentlich vergraben (pssst - bloß nicht VOR der Wahl herausholen!!!!).
"Frank-Walter, ab auf die stille Treppe mit dir!"
:oD
Optische Aufrüstung für den Wahlkampf. Schließlich muß man wenigstens in punkto Attraktivitat der schönen Sarah Wagenknecht etwas entgegensetzen, damit nicht noch mehr Wähler von der SPD abwandern.
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