Weil sich wieder jeder vor jedem fürchtet, rüsten Moskau und Washington erneut auf. Die Geschichte scheint sich zu wiederholen.
Die Amerikaner stellen unweit der russischen Grenzen, in Polen und Tschechien, neue Raketensysteme auf. Auch der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko bietet Washington seine Zusammenarbeit an, er will auf keinen Fall mit Russland militärisch kooperieren. Russland wird also immer mehr von den USA und ihren Satrapen eingekreist.
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Rivalen, die ihre Armeen aufrüsten: US-Präsident Bush und Russlands starker Mann, Premier Putin. (© Foto: AP)
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So lautet zumindest die Bedrohungsanalyse des Kremls. Mit ihr begründen die Moskauer Politiker, dass Russland sich gegen eine mögliche Militäroffensive aus dem Westen wappnen müsse.
Moskau gibt an, keinen anderen Ausweg zu wissen, als selbst neue Waffensysteme zu entwickeln und neue Raketen aufzustellen. Und diese sollen nah an die ehemaligen Verbündeten Polen und Tschechien heranrücken und auf weißrussischem Gebiet, sowie im Bezirk Kaliningrad, im ehemaligen Ostpreußen stationiert werden.
Erinnerungen an den Kalten Krieg
Die Raketen, droht Moskau, sollen auf Warschau und Prag programmiert werden und auch auf das widerborstige Kiew, dessen Präsident mit seinen Bemühungen, das Land in die Nato zu führen, die russischen Nachbarn besonders provoziert. Außerdem denkt der Kreml daran, alte Bündnisse zu reaktivieren und wieder Raketen auf Kuba und in Syrien aufzustellen.
Das alles erinnert an den einstigen Kalten Krieg, nur dass sich die Fronten zum Groll Moskaus nun weiter nach Osten verschoben haben. Die Geschichte wiederholt sich also: Schon in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts, als erst die Nato entstand und dann der von Moskau erzwungene Warschauer Pakt, warfen sich der Kreml und das Weiße Haus gegenseitig vor, die Rüstungsspirale anzutreiben. In weite Ferne scheinen mittlerweile die neunziger Jahre gerückt, als die Großmächte energisch abrüsteten, vor allem weil Russland im Zeichen seiner Demokratisierung die westlichen Demokratien nicht mehr als Gegner ansah.
Heute gibt es in keinem westlichen Land - auch nicht unter Amerikas Neokonservativen - eine ernstzunehmende politische Gruppierung, die einem militärischen Kräftemessen mit Moskau das Wort reden würde oder gar Offensivpläne hegt. Dass Moskau unter Wladimir Putin dennoch seinen Militärhaushalt verdreifacht hat, wird in den ehemaligen Ostblockstaaten, die nun der Nato angehören, als direkte Bedrohung verstanden.
Ein neuer Rüstungswettlauf scheint unausweichlich
Gerade Polen und Tschechen verweisen immer wieder auf ihre Erfahrungen, von russischen Truppen besetzt worden zu sein.
Sie erinnern daran, dass die russische Wiederaufrüstung schon begann, lange bevor die Amerikaner Georgien Militärhilfe zukommen ließen und mit den Ukrainern unter Juschtschenko gemeinsame Manöver im Schwarzen Meer veranstalteten. Die rasant wachsenden russischen Rüstungsausgaben nahm wiederum die amerikanische Administration unter George W. Bush dankbar auf, um dem Kongress ebenfalls mehr Mittel für die Rüstung abzuverlangen.
Ein neuer Rüstungswettlauf zwischen der Supermacht USA und Russland, das wieder Supermacht werden will, scheint so unausweichlich - vor dem Hintergrund einer gewaltigen Aufrüstung Chinas.
Jeder sieht sich durch jeden bedroht. Warschau und Prag haben deshalb die Proteste Moskaus gegen den amerikanischen Raketenschild ignoriert. Sie unterstellen dem Kreml im Gegenzug, das polnische und tschechische Sicherheitsbedürfnis nicht zur Kenntnis zu nehmen, weil Moskau sehr wohl wisse, dass das Raketensystem schon aus technischen Gründen nicht gegen Russland gerichtet sein könne.
Prag und Warschau sind überzeugt, dass Moskau nicht aufrüstet, um sich gegen Angriffe zu wappnen. Der Kreml will seine Armee entweder direkt militärisch oder als politisches Druckmittel einsetzen. Deshalb fühlt sich die Mehrheit der Polen und Tschechen auch, so sagen es die jüngsten Umfragen, dank des Abkommens mit den Amerikanern zum Raketenschild sicherer als zuvor.
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(SZ vom 21.08.2008/pir/odg)
Documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev
So lautet Fazit der ganzen Geschichte und so auch diesen Konflikts.
All das was sie aufzählen sind ordnungspolitische Maßnahmen, nicht umsonst ist es so, dass diese Dinge teilweise erst erkämpft werden müssen oder mussten, jetzt tun sie mal nicht so als ob sie den Unterschied nicht kennen würden. Die freie Organisation von Arbeitnehmern wird durch ein Gesetz geregelt ebenso der Arbeitsschutz, ebenso der Umweltschutz. Die freie Meinungsäußerung ist ein Grundrecht (staatlich garantiert) und hat mit Kapitalismus aber mal überhaupt nichts zu tun.... Sie scheinen ja wirklich total weltfremd zu sein. Merken Sie denn nicht, dass gerade durch die Phänomene der Globalisierung all das was sie aufzählen zurückgedrängt wird? Nein sie merken es nicht, sie halten es wohl nach wie vor mit Pippi Langstrumpf: Ich mach mir die welt.....
Kleiner Tip schauen sie mal den Kapitalismus in China an, der funktioniert glänzend gänzlich ohne die Dinge die sie gerade aufgezählt haben... und jetzt erzählen Sie mir bitte nicht sie würden China in irgendeiner Form für kommunistisch halten... China ist ungefähr so kommunistisch wie Osama bin Laden katholisch
Binnenmärkte sind Systemfremd? Dann sind es Gewerkschaften bestimmt auch. Arbeitsschutzbestimmungen vermutlich auch, ebenso wie Umweltschutz. Vermutlich auch freie Meinungsäußerung. Und das Kartellamt! Soziale Absicherung auch. Alles Fehler!
Jetzt gibt es zwei Lösungen: Entweder macht der Kapitalismus in Nordamerika und Europa (die Kernländer des Kapitalismus) alles falsch. Oder Ihre "Ideologie des Kapitalismus" ist eine reine Karrikatur, die mit der Wirklichkeit nicht das geringste gemein hat. Da es offensichtlich ist, das man in Nordamerika und Europa nicht alles falsch macht, würde ich auf zweites tippen.
Stimmt, ich begreife Ihre Ideologie des Kapitalismus nicht. Aber ich behaupte mal, zum Glück hat ihre Ideologie des Kapitalismus nicht das geringste mit der Realität zu tun.
die Tatsache dass es in Europa kaum noch Kriege gibt, würde ich nicht dem Kapitalismus zuschreiben. Die Herbeiführung von Binnenmärkten, beginnend mit der Montanunion, auch EGKS genannt, war eine ordnungspolitische Maßnahme, die eigentlich systemfremd ist, da sie einen steuernden Eingriff darstellt und Konkurrenz kanalisieren soll, vor allem aber sollten die vormals kriegerischen Deutschen in diesem hochsensiblen Markt ( Kohle Stahl dringend erforderlich für Waffenproduktion damals) in ein System von Interdependenz eingebunden werden. Im Kapitalismus geht es grundsätzlich um die Eroberung von Marktanteilen um das Vernichten der jeweiligen Konkurrenz. Der Kapitalist hat nur ein Interesse an seiner Konkurrenz diese zu besiegen. Dies ist systemimmanent. Wir in Europa haben unsere Kriege längst woandershin exportiert, dass wir Deutschen daran über Jahrzehnte eher unbeteiligt waren, wird uns teilweise durchaus positiv angerechnet. Aber die Kriege in der 3. Welt gehen mit auf das Konto Europas, geht es doch meistens um Ressourcen und deren Bereitstellung... wenn nicht gerade irgendwo durchgedrehte Nationalisten einen Völkermord begehen. Ich kann ja auch nichts dafür, dass sie die Ideologie des Kapitalismus nicht begreifen....
Darstellung in der Presse lesen will als diesen gleichgeschalteten Einheitsbrei dem sind folgende Links zu empfehlen. Übrigens eher propagandaunverdächtig diese Artikel:
www.ksta.de/html/artikel/1218352603385.shtml
www.guardian.co.uk/commentisfree/2008/aug/14/russia.georgia
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