Umstrittener Vorschlag: Unionsfraktionschef Volker Kauder hat dazu aufgerufen, die Gentechnik zu nutzen, um das Angebot an Nahrungsmitteln auszuweiten.
Die große Koalition in Berlin will die weltweite Nahrungsmittelkrise möglichst schnell mit verschiedenen Instrumenten bekämpfen. Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) rief am Montag dazu auf, die Gentechnik zu nutzen, um das Angebot an Nahrungsmitteln auszuweiten.
"Gentechnologie nicht von vornherein ausschließen": Unionsfraktionschef Volker Kauder (© Foto: AP)
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Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul plädierte für ein Moratorium bei der Herstellung von Biosprit aus Nahrungsmitteln. Landwirtschaftsminister Horst Seehofer wiederholte seine Forderung, landwirtschaftliche Flächen in der EU zu reaktivieren. Bis zum Sommer will die Regierung zudem eine gemeinsame Strategie erarbeiten, wie sie auf die Krise reagiert.
Kauder sagte auf einer Konferenz in Berlin: "Wir müssen die Produktivität der Pflanzen erhöhen und sollten die Möglichkeiten der Gentechnologie nicht von vornherein ausschließen." Es könne nicht sein, dass Deutschland zur Spitzenklasse in Forschung und Technologie zähle, sich dann aber nicht getraue, diese Technologien auch anzuwenden, obwohl andere darauf angewiesen seien. "Ich rate dazu, dass wir verantwortete Gentechnologie durchaus einsetzen", sagte er.
Bundesentwicklungsministerin Wieczorek-Zeul forderte in Berlin, der Einsatz von Getreide und Ölfrüchten für die Biosprit-Produktion müsse ausgesetzt werden. "Das Recht auf Nahrung wiegt schwerer als das Recht auf Mobilität", sagte sie. Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums warnte allerdings vor der Schlussfolgerung, dass Biosprit die alleinige Ursache für die stark gestiegenen Lebensmittelpreise sei.
Wieczorek-Zeul verwies darauf, dass Deutschland sich im Rahmen der Vereinten Nationen verpflichtet hat, maßgeblich daran mitzuwirken, dass Armut und Hunger bis 2015 halbiert werden. Deshalb werde sie bei den laufenden Haushaltsberatungen der Regierung besonders auf die Tatsache verweisen, dass die Nahrungsmittelknappheit ohne weiteren Anstrengungen die UN-Ziele zunichte machen könne.
Die SPD-Politikerin rief die Industrienationen auf, Subventionen für Agrarexporte zu beenden. Die Schwäche der Landwirtschaft in vielen Entwicklungsländern sei Folge hoher Agrarexportsubventionen der Industrienationen in der Vergangenheit. So seien die Anbieter in Entwicklungsländern geschwächt worden.
Die Ministerin machte insgesamt neun Vorschläge zur Bekämpfung der Krise. Dazu zählte auch die Forderung an Staaten, die normalerweise Grundnahrungsmittel exportieren, jüngst verhängten Exportstopps aufzuheben. Importländer wie Bangladesch oder Afghanistan würden sonst in Krisen stürzen.
Bundeslandwirtschaftsminister Seehofer (CSU) bekräftigte seine Forderung, die in der EU stillgelegten Flächen möglichst schnell wieder zu nutzen. Wichtig sei dabei eine verlässliche Agrarpolitik. Wer die Direktzahlungen an die Bauern kürzen wolle, müsse wissen, dass es sich dabei nicht um Almosen handele. "Sie sind eine Gegenleistung für produktionsfremde Pflichten, die den Bauern auferlegt wurden", sagte Seehofer.
Zu diesem Pflichten zählen beispielsweise die Landschaftspflege oder der Umwelt- und Pflanzenschutz. Die Süddeutsche Zeitung hatte über ein internes Papier aus dem Bundesfinanzministerium berichtet, wonach die europäischen Agrarsubventionen von etwa 50 Milliarden Euro im Jahr gekürzt werden sollen.
(SZ vom 22.04.2008)
dafür das er, obwohl inzwischen alle wesentlichen, nicht von der Genlobby bezahlten, Studien, die Gefährlichkeit und Unabwägbarkeit der Folgen aufzeigen?
Da ich davon ausgehe, das Hr. Kaude lesen und sich eigenständig informieren kann, muss ich annehmen, das hier mit Absicht die Wahrheit verdreht und vernebelt wird.
Wetten, das viele den Mist einfach glauben weil es erstens von Volker Kaude kommt und zweitens in der Zeitung steht. Da muss es doch wahr sein, oder?
nehmen wir ein 2 qm Beetfläche, darauf verteilen 16 Parzellen mit. 2 reihen Spinat, Pflücksalat (der ja immer wieder bepflanzt werden kann). 4 Kohlrabi kann nachträglich gesäht werden. Radichen, Bohnen brauchen dazu auch nicht viel Platz, Tomaten kann auf der Terrasse bepflanzt werden. Kohl usw.
Das ganze kann in der Zeitschrift "Gärtner leicht gemacht" ausgabe 03/08 nachgelesen werden.
@Kabumm
Von nur 2m² möchte ich nicht einmal allein abhängig sein, das reicht doch nie!! (Außer man isst fast kein Gemüse)
widerliche von der Industrie käufliche Politiker sind die größte Gefahr der westlichen Demokratien
die EU ist ja von der Wirtschaft unterwandert, die dort massiv Lobbyarbeit betreiben, und daher sind deren Entscheidungen ja auch verständlich
Die Gentechnik ist das schlechtest was sich der Mensch einfallen hat lassen. Die Natur gibt so viel gesundes Obst und Gemüse.
Wir spielen hier an dieser Stelle, und wissen nicht wie das ganze sich selbst verwirklicht. Jede Genveränderte Pflanze schickt viele Pollen aus, die andere Pflanzen verändern kann.
Gentechnik kann nicht der weg sein, den wir einschlagen sollten.
Ein beispiel wie wir unsere Nahrung und die Nahrung aus der 3. Welt retten könne, ist zum beispiel die vereinfachung, das ein Bauer Hanf anbauen kann, ohne große Probleme wie es momentan ist.
Hanf ist ein hervorragendes Nahrungsmittel, die Samen sind sehr reich an Vitaminen, und unterstützt ausserdem den Umweltschutz. Aus dem Öl der Samen ist in alter Zeit, hochwertiger Diesel entstanden. Die Faser sind als Papierersatz bzw. Heizersatz wunderbar zu gebrauchen da die Faser mehr zellulose als Holz hat.
Wenn ich sehe das neue Wohngebiete nur noch mit einen minimalen Garten ausgestattet ist dann ist das nur noch pervers.
Wenn jeder sein Gemüse im Garten anbauen würde, würden wir im Sommer nicht mehr so oft Gemüse anbauen. Und selbst die jenigen die nur einen Balkon haben könnten dort Salat (Pflücksalat) oder so anbauen. im Grunde reicht für eine 4-Köpfige Familie 2 qm reichen um den Bedarf im Sommer an Gemüse zu sichern. Leider ist unsere Welt nur noch auf konsum aus.
Jeder der sein Gemüse im Garten anbau wird mir hier zustimmen.
Gentechnik ist hier definitiv an der falschen Stelle.
Paging