Frank-Walter Steinmeier hat sich in der SPD Respekt erarbeitet. Doch auch bei der Vorstellung des Wahlprogramms warten alle vergebens auf einen magischen Moment.
Sie feiern ihn, noch bevor er überhaupt ein Wort gesagt hat. Mehr als 2000 SPD-Mitglieder beklatschen Frank-Walter Steinmeier, als er, begleitet von seiner Frau, die rotumrandete Bühne des Berliner Tempodroms besteigt, jenes Veranstaltungsorts, an dem sich an anderen Tagen die Pet Shop Boys präsentieren, chinesische Akrobaten oder Spaßmacher wie Atze Schröder. "Hier gibt es nicht mal Kaffee und Kuchen", sagt Steinmeier dann zur Eröffnung. "Das lässt nur einen Schluss zu: Sie hier im Saal wollen, dass wir regieren. Das will ich auch." Beifall. "Wir wollen gute Politik machen." Beifall.
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"Sie hier im Saal wollen, dass wir regieren. Das will ich auch": Frank-Walter Steinmeier mit seiner Frau Elke Büdenbender im Berliner Tempodrom. (© Foto: dpa)
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Der wird nicht abreißen in der guten Stunde, in der der Vizekanzler beweisen möchte, dass er ein würdiger, ein engagierter Kanzlerkandidat ist. Dabei röhrt er nach Manier seines früheren Chefs Gerhard Schröder in das Mikrophon, moderater allerdings als bei anderen seiner Großauftritte. Er macht sich zum Fürsprecher der kleinen Leute, der Verlierer der Wirtschaftskrise.
"Kein Kind ohne Schulabschluss"
Und er umreißt das Programm: Steuern hoch für Bildung! Ausstieg aus der Atomenergie! Kein Kind ohne Schulabschluss! Die SPD wird Deutschland wieder regieren! Der Saal will jubeln, und Steinmeier hätte, so wirkt es zwischenzeitlich, aus einem Kochrezept vorlesen können - Applaus wär ihm an diesem Tag gewiss. Am Ende seiner Rede zollt dann jeder jedem Beifall im Tempodrom: Die gesamte SPD-Spitze zusammen mit Präsidentschaftskandidatin Gesine Schwan beklatscht die Gäste und die klatschen zurück.
Mit diesem Auftritt beginnt für die SPD und Steinmeier ein neuer Akt in der Wahlkampf-Choreographie des Jahres 2009. Das Programm ist geschrieben und, mit ein wenig Gemurre, in der Partei allseits akzeptiert. Nun muss der Kandidat zeigen, dass er tatsächlich einer ist, der die eigenen Leute und die Wähler überzeugt, dass er besser ist als Kanzlerin Angela Merkel. Bis zum 27. September muss Steinmeier auf der Bühne stehen, ganz vorn, nicht länger an der Seite des Parteivorsitzenden Franz Müntefering. Letzterer tritt in den Hintergrund, allerdings nur öffentlich.
So wie am Samstag, als die beiden zusammen nach stundenlangen Debatten im Parteivorstand ihren Erfolg verkünden: Wahlprogramm einstimmig angenommen, keine Vermögenssteuer, alle Mann zufrieden. Müntefering lässt dem Kandidaten den Vortritt, redet kurz und nur dann, wenn er gefragt wird. Die Nummer eins ist jetzt Steinmeier, und Müntefering sagt, der sei "gut drauf". Gut drauf? Erleichtert wirkt er, schließlich gab es keinen Eklat, brav sind auch Kritiker des linken Flügels seiner Linie gefolgt.
Weitere Steuererhöhungen, so soll Steinmeier auch im Vorstand gesagt haben, seien mit ihm nicht zu machen. Glaubt man Teilnehmern, trat er ruhig und bestimmt auf, ohne zu drohen. Und als er vor Kameras die wichtigsten Punkte des Programms vorgestellt hat, atmet er ganz tief durch. Geschafft!
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Um Himmels Willen bloß nicht SPD!
Ich dachte schon da spricht Herr Schröder. Hört sich fast genau so geschwollen an.
Was wir von dem bekommen haben ist nicht gerade Sozial. Agenda 20 Blödsinn können Die Parteifunktionäre mal schön bei sich anwenden. Von wegen Steuern rauf. Noch eine Erhöhung und ich werde mich im Laden satt essen.
Man sollte eine heißen Draht zur Wirtschaft haben und nicht nur eine kalte Gaspipeline.
"Wenn Du mich einmal betrügst, ist es Deine Schuld; betrügst Du mich zweimal, liegt die Schuld bei mir". (Anaxagoras, griechischer Philosoph)
Dementsprechend wird die SPD auf meine Stimme in Zukunft leider verzichten müssen. Wenn sich diese Partei in der Opposition "läutern" wird und Steinmeier und seine Kumpanen in die Wirtschaft entsorgt werden, dann werde ich das wohlwollend zur Kenntnis nehmen - meine Stimme bekommt trotzdem die Linke !
Ich habe heute morgen den Herrn Müntefering im Deutschlandfunk die Steuerpläne verteidigen gehört. Mein Gott, hat der Mann gestammelt. Fast mit jeder - noch nicht einmal besonders investigativen - Frage hat der Reporter ihn aus dem Gleis geworfen.
Etwas mehr Vorbereitung darf man vom Herrn Vorsitzenden schon erwarten. Allerdings ist es auch schwer, Nichts gut zu verkaufen.
Als stolzes Schiff lief die sPD 1875 vom Stapel. Unter wechselnden Mannschaften hatte es viele Stürme auf hoher See gemeistert und kehrte stets wohlbehalten zurück. Diesmal sollte es anders kommmen.Es war keine gute Mannschaft, die 2005 an
Bord kam. Sie rekrutierte sich aus Halsabschneidern, Betrügern, Freibeutern, Gauklern und sonstigem windigen Gelichter. Der Kapitän, ein alter Haudegen,
war schon vor geraumer Zeit am politischen Schwachsinn erkrankt. Der zweite Nautische Offizier war derart kurzsichtig, daß er es nicht einmal schaffte, mit dem
Sextanten das Tagesgestirn anzupeilen. So kam es denn, daß man eines Tages den politischen Kurs verlor. Die Winde drehten und so drehte auch der Kurs. Dichter Nebel
stieg empor. Der Aufprall auf den Felsen war so heftig, daß er das Schiff zertrümmer- te. Die Besatzung wurde in die aufgepeitschten Wogen des Wahlkampfes geschleudert. Dort warteten schon die Wähler und andere Seeungeheuer.
Einige versuchten vergeblich, sich an ihrem politischen Treibgut festzuhalten. Kapitän Müntefering glaubte schon, eine rettende weiße Boje entdeckt zu haben und strampelte darauf zu. Die Enttäuschung war groß, als er in der weißen Boje den zweiten Nautischen Offizier, Steinmeier, erkannte, der wie ein Korken auf den Wahlkampfwogen auf und ab tanzte. Halt gab es keinen, das Ufer war zu weit und so soffen alle ab. Einzig der räudige Schiffshund überlebte, er soll erst vor
kurzem nach Rußland verbracht worden sein.
Dieses Programm ist purer Etikettenschwindel und das Papier nicht wert.Handeln und Reden ( Progranm) dieser Partei klafften in der Vergangenheit soweit auseinander,dass unter idesem Personal jede Glaubwürdigkeit verloren ist.
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