Steuerbonus, Reichensteuer, Börsenumsatzsteuer, Kinderfreibetrag: Die SPD-Steuerpläne sind ambitioniert - und werden von Union und FDP scharf kritisiert.
Die FDP hat sich strikt gegen die Pläne der SPD gewandt, einen Lohnsteuerbonus an Bürger zu zahlen, die auf eine Steuererklärung verzichten.
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Die SPD-Spitze mit Parteichef Franz Müntefering und Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier beriet in Berlin über das Programm für die Bundestagswahl im September. (© Foto: AP)
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FDP-Fraktionsvize Carl-Ludwig Thiele verwies darauf, dass die SPD "mit der Anhebung der Mehrwert- und Versicherungsteuer die größte Steuererhöhung in der Geschichte Deutschlands mitbeschlossen" habe. Nun wolle sie die Wähler "mit Steuergeschenken ködern", kritisierte er. "Das ist mehr als unglaubwürdig". Die geplante Steuergutschrift für Lohnsteuerzahler ohne andere Einkünfte würde sich nicht steuervereinfachend auswirken.
"Vereinfachung des Steuersystems"
Die Finanzämter müssten auch weiterhin überwachen, ob diese Bürger andere Einkünfte haben. Zudem würde mit einer Steuergutschrift das Steuersystem weiter verkompliziert, erklärte Thiele.
Nach den Worten des schleswig-holsteinischen SPD-Landesvorsitzenden Ralf Stegner dient der im Wahlprogramm geplante Lohnsteuerbonus der Vereinfachung des Steuersystems.
Zudem würden dadurch in den Finanzämtern Kapazitäten für andere Bereiche frei, sagte Stegner am Donnerstag im Deutschlandfunk. Die SPD will in ihrem Wahlprogramm einen Lohnsteuerbonus von 300 Euro (600 Euro für Verheiratete) fordern.
Diesen Betrag sollen nach SZ-Informationen alle Bürger erhalten, die neben ihrem Lohn keine weiteren Einkünfte haben und auf eine Steuererklärung verzichten. Verheiratete sollen 600 Euro Prämie bekommen. Wer Einkünfte aus Vermietungen oder anderen Quellen bezieht, soll weiter eine Steuererklärung abgeben müssen.
Die SPD will außerdem schon im nächsten Jahr den Kinderfreibetrag bei der Steuer um 200 Euro pro Kind erhöhen. Dies soll im Wahlprogramm festgeschrieben werden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Parteikreisen. Derzeit beträgt der Kinderfreibetrag 3864 Euro. Langfristig will die SPD ein neues System der Familienförderung. Ein "Kindergrundfreibetrag" soll sicherstellen, dass der Staat künftig Kinder reicher wie armer Eltern gleich unterstützt.
Börsenumsatzsteuer geplant
Die SPD will in ihrem Wahlprogramm zudem die Forderung nach einer Börsenumsatzsteuer in Höhe von bis zu 1,5 Prozent verankern, wie die Nachrichtenagentur Reuters aus Parteikreisen erfuhr. Damit sollten kurzfristige Spekulationen eingedämmt werden.
Geplant sei eine Börsenumsatzsteuer von in der Regel 0,5 Prozent und in Sonderfällen von 1,5 Prozent des Kurswertes auf börsliche Wertpapiergeschäfte ab einem Umsatz von 1000 Euro. Die SPD wolle sich gleichzeitig dafür einsetzen, dass eine solche Steuer europaweit eingeführt werde.
Ebenfalls im Wahlprogramm der SPD: Für Spitzenverdiener sollen die Steuersätze den Angaben zufolge steigen. Innerhalb der Reichensteuer soll der Spitzensatz von derzeit 45 auf 47 Prozent angehoben werden und für Alleinstehende bereits ab einem Einkommen von 125.000 statt derzeit 250.000 Euro greifen. Der Eingangssteuersatz soll dagegen auf zehn Prozent gesenkt werden.
Der Vorsitzende der Mittelstands-Union, Hans Michelbach (CSU), sprach in von "der schlimmsten Form der Abzocke": "Den Arbeitnehmern wird ein Schnäppchen vorgegaukelt, damit sie zugreifen und möglicherweise höhere Steuerrückzahlungen verfallen lassen." Die Steuerpolitik der SPD insgesamt bezeichnete Michelbach als "Angriff auf Mittelschicht, Leistungsbereitschaft und Wachstum".
Der Grünen-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, Jürgen Trittin, kritisierte den Bonus als teures Steuergeschenk: "Das Geld wäre sinnvoller eingesetzt für die Senkung der Sozialbeiträge."
Die SPD-Führung beriet am Vormittag in Berlin über die endgültige Fassung ihres Entwurfs für das Programm zur Bundestagswahl. Die Parteigremien sollen ihn am Samstag billigen.
- SPD 300 Euro Bonus statt Steuererklärung 15.04.2009
- SPD-Wahlprogramm Der Steuerwettlauf 16.04.2009
(AFP/Reuters/dpa/segi)
UN-Tourismusorganisation
Wenn es ihm egal ist, wenn er deswegen auch nicht schlechter lebt, dann MUSS man ihn mehr belasten, anstatt die Gering- und Mittelverdienerdiener.
Bei einer "wilden Ehe" bestehen auch Pflichten. Wenn einer arbeitet muss er den anderen versorgen. Da gibts vom Staat nichts.
Es gibt auch Eheverträge, wenn mans braucht.
Die Linke sieht ja vor, dass die Freibeträge für alle Personen im Haushalt genutzt werden können ob verheiratet oder nicht. Wenn der Partner mit dem Einkommen unter dem Freibetrag ist, wird er Rest oder der gesamte Freibetrag auf den anderen übertragen.
Auch wenn nicht verheiratet/verwandt.
Kinder werden auch heute schon gefördert (Kindergeld, Kinderfreibetrag, Absetzbarkeit von Betreuungskosten). Über die Höhe lässt sich streiten.
Was die steuerliche Förderung von Ehen angeht, kann man geteilter Meinung sein. Mit der Ehe geht man eine Verpflichtung gegenüber dem Partner ein. Sollte es zur Scheidung kommen, ist man zum Unterhalt, Vermögensausgelich usw. verpflichtet. Bei einer "wilden Ehe" ist dies nicht der Fall. Allein aus diesem Grund sollte schon die Ehe gefördert werden.
Das die breite Masse, über 70.000 EUR verdient habe ich nie gesagt. Das durchschnittseinkommen liegt ja bei ca. 3.100 EUR p. M. (brutto) also rund 37.000 EUR im Jahr. Durch die Abschaffung des Ehegattensplittings, wird genau diese breite Masse übermäßig belastet. Das sagt die LINKE aber natürlich nicht.
Und ob einer der 500.000 EUR p. a. verdient 2, 3 oder gar 5% mehr Steuern zahlt, das ist demjenigen, glaube ich ziemlich egal.
In diesem Sinne!
ist es, einen kräftigen Schluck aus der Pulle
zu nehmen, wenn Mikrofon und Kamera ab-
geschaltet wurden.
AB 60 000 Euro wird 50% bezahlt, NICHT für das gesamte Einkommen, deshalb werden Einkommen bis 70 000 Euro entlastet.
Das ist aber noch nicht der Spitzensteuersatz. Die wahren Großverdiener dürfen mehr beitragen.
Familien mit Kindern werden entlastet, weil es für die Kinder höhere Freibeträge gibt. Ehen nicht steuerlich zu fördern, sondern FAMILIEN (also mit Kinder) finde ich voll in Ordnung.
Wenn sie meinen, dass die breite Masse über 70 000 Euro verdient - wo leben sie?
ich kann Ihnen zustimmen das die Sozialdemokraten die Hartz-Reformen eingeführt haben und das dies der Anfang allen Übels war , ein absoluter Fehler vom machttrunkenen Audi-Kanzler der jeder Zeitung stecken musste das er aus ach so armen Verhältnissen kam .
Aber getrieben vom extremen Neoliberalismus der USA, in die Wolken steigenden Aktienkursen ,der Lobbypartei FDP und zum grossen Teil auch CDU hat man eigentlich nur das gemacht was die anderen Parteien sowieso gemacht hätten oder sogar noch extremer wenn wir doch ehrlich sind !
Wenn die CDU und FDP gegen die Hartz4 Reformen gewesen wären hätten sie das ja im Bundesrat blockieren können , wie sie auch sonst nur mit Blockadetaktiken versucht haben Politik zu betreiben.
Komischerweise kann ich mich nur an Applaus erinnern aus allen Fraktionen , ausser dem Linksflügel der SPD selber....
zum Thema Reichensteuer :
wenn man immer bei den Leuten unten kürzt , warum dann nicht auch mal oben , bei Menschen denen es dann kein Deut schlechter geht wenn der Steuersatz um 2 % erhöht wird?! Die Leute die das Allgemeinwohl und Hauptsteuerlast tragen sind nunmal Normalverdiener , die sogenannte Mittelschicht die irgendwann gucken müssen wo sie bleibt wenn sie "Rente" beziehen wird, gesetzlich krankenversichert sind usw.
Darüber wird sich jemand der . mind. 250.000 / Jahr verdient weniger Gedanken machen müssen ....
Paging