Wolfgang Thierse nimmt die Journalisten ins Visier - und gibt ihnen eine Mitschuld am Scheitern Becks. Mit der neuen Führung hofft er auf mehr Gelassenheit in der SPD.
Der zurückgetretene SPD-Vorsitzende Kurt Beck ist nach Einschätzung des Vorstandsmitglieds der Partei, Wolfgang Thierse, auch an Attacken der Medien gescheitert. "Der hauptstädtische Rudel-Journalismus ließ Kurt Beck keine Chance", schrieb Thierse in einem Gastbeitrag für die Sächsische Zeitung.
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Wolfgang Thierse sieht in der SPD nach dem Wechsel an der Spitze die Chance für einen neuen Aufbruch. (© Foto: Reuters)
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Es sei aber vieles zusammengekommen, das Nervosität erzeugte und "sachpolitische Differenzen zu personalpolitischen Konflikten verschärfte". Dem Führungswechsel seien betrübliche Monate vorausgegangen, sagte Thierse. "Die Flügel der Partei flatterten allzu heftig, die innerparteiliche Solidarität litt."
Das neue Führungsduo aus Franz Müntefering als designiertem SPD-Vorsitzenden und Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier (SPD) sei die "Chance für einen neuen Aufbruch". Dieser werde allerdings nur gelingen, "wenn wir zu alter Solidarität und neuer Geschlossenheit finden".
Thierse forderte zudem die Sozialdemokraten zu einem rationalen Verhältnis zur Partei Die Linke auf. "Die Linkspartei ist ein gewöhnlicher politischer Konkurrent und Gegner, mit dem wir uns inhaltlich auseinandersetzen", schrieb das SPD-Vorstandsmitglied. Die SPD dürfe dabei niemals den Anspruch aufgeben, die linke Volkspartei in Deutschland zu sein.
In einem Fünf-Parteien-System sieht Thierse nur zwei Möglichkeiten für die SPD: "Entweder sie "unterwirft" sich einem dauerhaften Zwang zur großen Koalition, oder sie "unterwirft" sich die Linkspartei und zwingt sie zu vernünftiger, realistischer, realitätstauglicher, also sozialdemokratischer Politik", schrieb Thierse. Auf Bundesebene sei dies aber gegenwärtig gänzlich unrealistisch, weil die Unterschiede zwischen SPD und Linkspartei "abgrundtief" seien.
(dpa/gal/cag)
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Ich habe diese Partei 45 Jahre gewählt; manchmal übermannt mich halt der Zorn.
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Wenn Herr Thierse meint dass "die Presse" zu viel Einfluß auf die Politik nimmt ... dann wird das aus seiner Sicht auch so sein.
Nur: Was sagt das dann über die Politiker wie Herrn Thierse aus? Okay, Beratungsresistenz will auch niemand aber sich "von der Presse fremdbestimmen lassen" ... Führungsstärke und Zielorientierung sieht irgendwie anders aus.
Helmut Schmidt braucht wohl erst einmal eine Zigarette, Willy Brandt und Herbert Wehner rotieren im Grab ... und Franz-Josef Strauss muss aufpassen nicht vor lachen von seiner Wolke runterzufallen ...
ein mann mit tausend masken. eben ein ddr produkt
" weil die Unterschiede zwischen SPD und Linkspartei "abgrundtief" seien "
Haha.
Mit dieser erstaunlichen Aussage soll wohl versucht werden, Vertrauen bei altgedienten SPD-Anhängern zurückzugewinnen.
Diese "abgrundtiefen" Unterschiede zur PDS und extremistischen Gruppen sind doch jedesmal wie weggeblasen, wenn der politische Gegner bekämpft werden soll.
Paging