Sie wissen natürlich, dass Clement nur seinem ehemaligen Kabinettschef folgt. Gerhard Schröder, der schon früh "Genosse der Bosse" genannt wurde, übernahm für rund 250.000 Euro jährlich den Aufsichtsratsvoritz der Nordeuropäischen Gas-Pipelinegesellschaft (NEGP), die sich um die politisch nicht unumstrittene Verlegung einer Gas-Pipeline durch die Ostsee kümmert.
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Hauptgesellschafter ist der staatliche russische Energiekonzern Gazprom, eine ökonomische Zierde des wenig demokratischen Imperiums von Regierungschef und Schröder-Freund Wladimir Putin. Und dann berät Schröder zum Beispiel für gutes Geld den Schweizer Verleger Michael Ringier und will ihm bei der Expansion in Asien helfen, etwa in der Diktatur China.
Für die verstörten Genossen an der Basis passt ins Bild, dass sich Clement im Parteiausschlussverfahren anwaltlich von Otto Schily vertreten lässt, dem einstigen RAF-Verteidiger, der bei seiner weiten politischen Wanderung zum Schluss als knorriger Bundesinnenminister ankam. Er sitzt nach wie vor für die SPD im Bundestag und hat einige vermutlich lukrative Beratungsmandate, über die er nichts erzählen will. Alles Geheimsache.
Es drang lediglich durch, dass er für den Siemens-Konzern aktiv war. Und er unterhält Aufsichtsratsämter bei den Firmen Biometric System AG und Safe ID Solutions AG. Die eine Firma stellt Geräte zur Iriserkennung her, die andere Geräte für elektronische Ausweise. Schily verweigert jedoch Angaben über seine Einkünfte.
Das alles gefällt aufrechten Sozialdemokraten nicht. Sie erwarten in der jetzigen Krise der Partrei eine alte Autoriät - aber die, die noch gestern an der Macht waren, sind heute zum großen Geldverdienen in die Konzerne ausgeschwärmt. Die SPD hat ein altes Problem, das sie in der Gesellschaft schon lange beklagt: Ihr da oben, wir da unten.
Gute und böse Lobbbyisten
Die Organisation Lobby Control hat im Novermber 2007 eine erschreckende Studie über das zweite Schröder-Kabintett (2002-2005) vorgestellt. Danach seien "ehemalige Regierungsmitglieder und Führungspersonen der Ministerialbürokratie in großem Umfang direkt nach Beendigung der politischen Tätigkeit in Lobbytätigkeiten im engeren und weiteren Sinn" gewechselt. In den meisten Fällen seien die Lobbytätigkeiten "eng mit den vorherigen politischen Aufgabenfeldern verbunden". Es liege der Verdacht nahe, "dass bei politischen Entscheidungen der Seitenblick auf die späteren Jobchancen zu einem bedeutenden Faktor wird".
Mitunter wird im Umfeld der SPD und in Medien darauf hingewiesen, dass nicht jeder Lobbyist so kritisch gesehen werde wie Clement. Dann wird Hermann Scheer genannt, der seit 1980 für die SPD im Bundestag sitzt und seit 1988 als Präsident von Eurosolar fungiert, der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien. Scheer, Autor des Energieprogrammms der hessischen SPD, betont, dass er sich nicht auf einer Stufe mit bezahlten Lobbyisten sieht. Seine Tätigkeit für Eurosolar ist ehrenamtlich; er sei ein engagierter Bürger. Bezahlte Tätigkeit für Konzerne, das sei etwas anderes.
In Hessen hat Scheer mit seinen Forderungen - raus aus der Kernkraft, raus aus der Kohle, rein in die erneuerbaren Energien - die Vorlage für Clements Kardinalkritik geliefert. Der Streit eskalierte.
SPD-Fraktionschef Peter Struck hat kürzlich eingestanden, dass die Agenda-Politik die Partei im Jahr 2003 unvorbereitet getroffen habe. "Viele an der Basis halten sie nach wie vor nicht für richtig." Die alte Position - wir sind die Partei der Armen und wir nehmen das Geld den Reichen weg - sei aber in einer globalisierten Welt nicht mehr zu halten, so der Politiker.
Diese Nachricht muss in der SPD nur noch ankommen.
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(sueddeutsche.de/bosw/jja)
Freundschaft zwischen den Geschlechtern
J.P.W.
Sehe ich genauso.
Die Arbeit, die früher einmal von Journalisten erledigt wurde, wird heute von den Kommentatoren und Kommentatorinnen gemacht!
Sie decken auf, recherchieren, setzen Links mit Quellen, argumentieren, bringen Fakten.....
Die Artikel in diesem Blatt, auf deren Homepage wir kommentieren, sind ja leider wenig lesenswert, umso lesenswerter und informativer aber deren Kommentare!
Glückwunsch an alle!
Ihr/Euer
J.P.W.
Zitat aus dem Artikel:
"Der 68-Jährige, der große Verdienste um die SPD hat..."
Wo denn?
Wann denn?
Was denn?
Welche denn?
Dieser Egomane war stets nur an seiner eigenen Karriere interessiert - wie G. Schröder & J.Maria Fischer. Seinen lautstarken Ankündigugen haben sich ausnahmslos in allen Führungspositionen, die er innehatte, als klägliche Flops erweiesen.
Wenn man es ihm als Erfolg anrechnen will, dass er Seit an Seit mit Schröder, Schilly und Müntefering hunderttausende von SPD-Mitgliedern aus der Partei getrieben hat, na bitte, aber das als Verdienst um die SPD zu bezeichnen, ist doch sehr keck.
Aber wenn man schon Güllner, der der SPD in intimer Feindschaft verbunden ist, als Fürsprecher Clements anführt...
"(..) Herrn Clement, neben King Gerhard der wichtigste Mann der Tafelrunde, (...)"
Die Anspielung auf King Arthur, den Rittern der Tafelrunde und dem heiligen Gral amüsiert. Insbesondere. da die Mär in anachronistischen Zeiten spielt. Der heilige Gral, um dem sich alles damals drehte, war eine Suppenschüssel, in dem das Blut Jesu bei Sterben geträufelt sein sollte. Der heilige Gral, um dem sich alles in den Zeiten von King Gerdthur drehte, war der Geldsack, den Judas für seine Dienste erhielt. Für diesen heiligen Gral des Mammons taten Sie alles, die Ritter des Paten.
Guter Jurist, böser Christ. (Luther)
Der Arzt und der Journalist haben etwas Gemeinsames: der eine wie der andere diagnostizieren und charakterisieren Krankheiten. (Maxim Gorkij)
Was sind Politiker? Politiker sind Menschen, die so eine dicke Haut bekommen haben, daß sie ohne Rückgrat stehen können. (Unbekannt)
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