Deutschland ist ein Hort des sozialen Friedens - für Unruhe sorgen derzeit nur die Befürchtungen, dass sich dies ändern könne. Doch diese Gefahr ist real, denn es gibt kein Ventil mehr für den Zorn.
Es ist, trotz der Krise, noch ruhig in Deutschland. Für Unruhe sorgen derzeit nur die Befürchtungen von DGB-Chef Sommer und Präsidentschaftskandidatin Schwan, es werde womöglich nicht so ruhig bleiben. Die Erregung, die es über diese Äußerungen gibt, offenbart gewisse Zweifel an der Stabilität der Besonnenheit der Bevölkerung.
Demonstranten stehen während einer Demonstration im Berliner Stadtteil Friedrichshain vor dem mobilen Flutlicht der Polizei. (© Foto: dpa)
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Die gewissen Zweifel werden genährt von Umfragen über den Vertrauensverlust der Menschen in Wirtschaft, Staat, Politik und Demokratie sowie von den Bildern über Aufruhr in Frankreich; und die gewissen Zweifel münden in die heimlich-bange Frage, ob die deutsche Ruhe womöglich nur die Ruhe vor einem Sturm der Entrüstung und des Aufbegehrens sein könnte.
An diese besorgte Frage knüpft sich eine zweite: Genügt es, sich provozierende Unkenrufe wie die von Sommer und Schwan zu verbitten - oder braucht es ein beherztes politisches Handeln zur sozialen Befriedung einer beunruhigten Bevölkerung? Das ist der Hintergrund des Streits über ein drittes Konjunkturpaket.
Die Bundesrepublik war jahrzehntelang ein Hort des sozialen Friedens. Streik und Aufruhr sind, anders als in Frankreich, kein Teil der Nationalkultur, und das Vertrauen darauf, man könne Dinge, die in der Arbeitswelt schieflaufen, über den Druck der Straße regeln, ist hierzulande nicht ausgeprägt. Grund dafür sei die "typisch deutsche Konfliktscheu" heißt es oft. Das stimmt nicht unbedingt: In den Zeiten der Weimarer Republik war das Konfliktniveau unglücklicherweise so hoch wie in den streikreichsten Zeiten Italiens.
Nicht die Polizei und nicht die Justiz waren jahrzehntelang Garant des inneren Friedens in der Bundesrepublik; nicht Strafrechtsparagraphen und Sicherheitspakete haben für innere Sicherheit gesorgt. Es war der Sozialstaat: Er war Fundament der wirtschaftlichen Prosperität, Geschäftsgrundlage für gute Geschäfte; er verband politische Moral und ökonomischen Erfolg.
Der Sozialstaat hat soziale Gegensätze entschärft, ohne ihn hätte es öfter gekracht in der Republik. Sozialstaat heißt: Der Staat bürgt für die soziale Sicherheit seiner Bürgerinnen und Bürger. Soziale Unruhe ist dann zu befürchten, wenn die Bürger an diese Bürgschaft nicht mehr glauben - womöglich in der Befürchtung, dass sich der Staat in Bürgschaften für die Banken verbraucht.
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Debatte über Militäreinsatz in Syrien
Bisher wurde der soziale Friede erkauft,was ja so schlecht nicht ist , wenn es gerecht zugeht.Seit dem Untergang des sozialistischem Wertesystem sind alle Hemmungen der regierenden Klasse ( Konzerne ) gefallen.Sozialpolitische Unruhe wie 68 würde dem Land gut tun.Die reiche Minderheit geht nicht auf die Straße,wofür. Läuft doch alles Bestens.Die immer ärmere Mehrheit soll durch Ruhigstellungsprämien vom protestieren abgehalten werden.Das wird auf die Dauer hoffentlich nicht gelingen.
Wir Deutschen werden in Deutschland auch bespitzelt,ob von Unternehmen oder staatlichen Stellen.Die Presse ist,außer ein paar Ausnahmen,gleichgeschalten. Die Journalisten,die sich nicht an der Beweihräucherung ,ab Bundestag aufwärts, beteiligen ,bekommen keine Aufträge mehr.Festanstellungen gibt es immer weniger.Die Zensur im Internet soll massiv ausgebaut werden.Direkte Kommentare werden unter Vorwänden nicht zugelassen .Nur politische Häftlinge haben wir noch nicht. Alles eine Frage der Zeit. Darum keine Zensur im Internet . Willkommen Wikileaks , die Seite im Net für geheime Dokumente und Vorgänge jeder Art ,die sonst nicht an die Öffentlichkeit kommen .
Hallo, vielleicht melde ich mich ja zum letzten mal hier. Es koennte ja sein, das die SZ auf eine Seite verweisst die auf eine Seite verweisst die auf...
Egal, ein paar Gedanken (sind noch frei, habe ich gehoert).
Jeder, der nach dem neuen Entwurf der Internetsperren unserer Grossen Koalition,
versucht auf eine gesperrte Internetseite zuzugreifen macht sich strafbar.
(Zitat Zypries: http://www.abendblatt.de/daten/2009/04/23/1132859.html)
Die Moeglichkeiten unserer Strafverfolger werden auf JEDEN ausgeweitet.
Sie sind mit MS Outlook unterwegs? Ein eingebetteter Link in einer Mail (den Sie nicht sehen) Outlook laed aber vorab und macht SIE zum Paederasten. Inklusive HD und Rufmord.
Die Unschuldsvermutung? gegessen. Frau Zypries: "Eine Strafbarkeit liege schon in dem Moment vor, wenn nicht nachgewiesen werden könne, dass es sich um ein Versehen oder eine automatische Weiterleitung gehandelt habe"
Wir werden, bei steigenden Arbeitslosenzahlen und steigender Wut, steigende Verhaftungen erleben (von Paederasten, ein Schelm, der boeses dabei denkt).
und wenn die Leut nichts mehr zu verlieren haben als ihre Ketten ....
Ja, Herr Prantl, das "Abrutschen" haben schon Millionen durchgemacht, und Millionen wedden hinzukommen. Der Besitz des netten Eigenheims ist nicht mehr sicher, weil entweder die Raten nicht mehr gezahlt werden können oder sein Besitz gar auf HartzIV angerechnet wird. Die, die nie genug Kapital hatten ansparen können, um sich Wohneigentum zu leisten, juckt diese Frage schon jetzt nicht mehr.
Damit etfällt jede Scheu, sich den revoluzzern anzuschliessen.
"Brot und Spiele", bzw. für die Osses "Bananen, Begrüssungsgeld und Videorecorder", das war einmal. Wenn es das kapital unbedingt hart auf hrt haben will - bitte, kann es bekommen. Die Illusionen von der sozialen BRD, ohne Krieg, in der jeder was werden kann, diese Illusionen sind perdü. Quittung folgt.
Streikrecht ist ganz wunderbar, nur wenn uns die Auslandsaufträge wegbrechen, stehen wir doppelt blöd da, weil die Betriebe mangels Nachfrage im Inland dann nahezu implodieren. Dann geht's nicht mehr darum, dass den Arbeitern ein bisschen mehr oder ein bisschen weniger von ihrem Lohn vorenthalten wird, um den Profit der Kapitalgeber zu mehren und die ausländischen Mitbewerber noch wirkungsvoller zu konkurrieren, dann stehen die Leute einfach vorm Arbeitsamt.
Dann darf der Staat erst richtig in die Vollen greifen, wenn ein paar Millionen mehr ihr Arbeitslosengeld einfordern und ein paar Millionen weniger in die Kassen einzahlen.
Den Kapitalhaltern kann's egal sein, sie verkrümeln sich in Ecken dieser Welt, wo ihr Wohlstandsspeck am wenigsten durch staatliche Forderungen angeknabbert wird. Das sind Kleinstaaten, die sich darauf spezialisiert haben, sehr Reiche mit Minimalsteuern anzulocken, und es sich mit dem andernorts erarbeiteten Wohlstand gut gehen zu lassen.
Und dann endlich, endlich dürfen die vorzüglichsten der deutschen Michel lehrmeistern: "Seht ihr, wenn wir nicht freundlich zu den Reichen sind, dann sind sie weg. Haben wir immer gesagt. Immer." Und die Andern können antworten: "Ja das habt ihr immer gesagt, und ja, weil wir darauf hörten, waren wir Exportweltmeister, und ja, deswegen sitzen wir jetzt so dämlich in der Patsche."
Streikrecht, recht und schön, es hilft uns nur nichts, weil die breiten Bevölkerungsschichten schon seit Jahrzehnten langsam ausbluten und die Oberschicht - so viel ist klar - nicht bereit sein wird, die Nachfrage in Deutschland so wirkungsvoll zu stützen, dass der Binnenmarkt so weit funktioniert, dass es sich überhaupt lohnen könnte zu streiken.
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