Seit 1. April 700 Aufständische und 70 alliierte Soldaten getötet

Die Gefechte um die Stadt Falludscha haben in der vergangenen Woche mehr als 600 Iraker das Leben gekostet. Insgesamt wurden im Irak seit dem 1. April mehr als 700 aufständische Iraker und 70 alliierte Soldaten getötet. Die Waffenruhe in Falludscha hielt unterdessen abgesehen von vereinzelten Schießereien an.

Dies gehe aus den gesammelten Statistiken der vier größten Klinken hervor, erklärte der Leiter des städtischen Krankenhauses, Rafie el Issaui. Zudem gebe es Berichte, dass viele Tote von den Angehörigen beigesetzt worden seien, ohne dass dies den Kliniken mitgeteilt worden sei. Die Waffenruhe in Falludscha hielt unterdessen abgesehen von vereinzelten Schießereien an.

US-Präsident George W. Bush betonte, die USA seien für Vorschläge zur Beendigung der Gewalt in Falludscha offen. Gleichzeitig bereitete er die Amerikaner auf die Möglichkeit weiterer Todesfälle vor.

Verbündetes irakisches Bataillon weigert sich in Falludscha zu kämpfen

Der Befehlshaber der US-Truppen in Irak, Ricardo Sanchez, räumte im US-Fernsehen ein, ein Bataillon der irakischen Streitkräfte habe sich geweigert, in Falludscha zu kämpfen. Etwa 900 Mitglieder des irakischen Zivilverteidigungskorps sind an der Seite der amerikanischen Marine-Infanteristen im Einsatz.

Gleichzeitig wurde in Falludscha und im Süden des Landes über eine friedliche Beilegung des Aufstands verhandelt. So sprachen Mitglieder des irakischen Verwaltungsrats mit Anhängern des radikalen schiitischen Geistlichen Muktada el Sadr, dessen Miliz die Städte Kerbela, Kufa und Nadschaf weitgehend kontrolliert.

Trotz der Feuerpause seien die US-Truppen in der Nacht vereinzelt angegriffen worden, sagte US-Oberstleutnant Brennan Byrne. Marine-Infanteristen hätten zwei Aufständische erschossen, die ein Maschinengewehr in Position bringen wollten. Bei einem Feuergefecht verletzte ein Heckenschütze zwei Marineinfanteristen, die US-Truppen erwiderten das Feuer und töteten einen Rebellen.

Byrne betonte, die Truppen wollten ihre Stellungen in Falludscha keinesfalls verlassen.

Im Westen von Bagdad kam es am Sonntag zu heftigen Gefechten. Ein US-Hubschrauber wurde abgeschossen, die beiden Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Bei Kämpfen in der westirakischen Provinz Anbar wurden am Sonntag drei Marine-Infanteristen getötet, wie die US-Streitkräfte am Montag mitteilten.

Insgesamt wurden seit dem 1. April in Irak etwa 70 Soldaten der Alliierten und rund 700 irakische Aufständische getötet, wie Brigadegeneral Mark Kimmitt erklärte.