Mit der Kampagne "Hingucken" ruft Sachsen-Anhalt zu mehr Courage im Kampf gegen rechte Gewalt auf. Für den Vizechef der Polizeidirektion Dessau war das Motto nicht verbindlich.
Einer der ranghöchsten Polizeibeamten in Sachsen-Anhalt soll versucht haben, die Bekämpfung der rechtsextremistischen Kriminalität zu bremsen. Ein Sprecher des Magdeburger Innenministeriums bestätigte am Freitag einen entsprechenden Bericht des Berliner Tagesspiegels vom Samstag.
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Danach soll der Vizechef der Polizeidirektion Dessau, Hans-Christoph Glombitza, Beamten unter anderem nahe gelegt haben, dass man nicht alles sehen müsse. Außerdem könnte das Ansehen des Landes Sachsen-Anhalt "nachhaltig geschädigt werden".
Der Polizeidirektor soll zudem die von der Landesregierung initiierte "Hingucken!"-Kampagne gegen Rechtsextremismus mit den Worten abqualifiziert haben, "das ist doch nur für die Galerie" und "das dürfen sie nicht ernst nehmen".
Ein Sprecher des Innenministeriums sagte der Nachrichtenagentur AP, der Vorgang sei in Magdeburg bekannt. Über disziplinarische Maßnahmen werde erst entschieden, wenn ein schriftlicher Bericht der Polizeidirektion Dessau vorliege.
(AP)
Documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev
Dessau, ist das nicht die Stadt in der der Asylbewerber Oury Jalloh in einer Zelle des Polizeireviers unter bisher ungeklärten Umständen verbrannte?
http://www.prozessouryjalloh.de
http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/372611
http://www.sueddeutsche.de/panorama/artikel/523/107416/
Wenn ich Schäüble, Schönbohm und Oettinger so betrachte kann ich nur sagen: Warum soll sich ein Polizist gegen seine Innenminister stellen? Bleibt er doch lieber "voll im Trend".