Nach der Affäre um gefälschte Rechenschaftsberichte weist Parteichef Voigt Putschgerüchte zurück - und will seinen Stuhl nicht räumen.
Udo Voigt, Vorsitzender der rechtsextremen NPD, will sich auf dem geplanten Sonderparteitag seiner Partei "selbstverständlich" erneut um seinen Posten bewerben. Das sagte der 56-Jährige der SZ. In den vergangenen Tagen waren Gerüchte über einen Putsch gegen ihn aufgekommen. Auch hieß es, Voigt könnte freiwillig abtreten.
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NPD-Chef Voigt (© Foto: Reuters)
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Er selbst habe vorgeschlagen, den Parteitag nicht erst nach der Bundestagswahl, sondern spätestens im April abzuhalten, sagte Voigt. "Ich habe gespürt, dass der Bedarf besteht, vor dem Wahlkampf alle Unklarheiten zu beseitigen." Die Rede ist von der Affäre um den ehemaligen NPD-Schatzmeister Erwin Kemna, der zu zwei Jahren und acht Monaten Haft wegen Untreue verurteilt wurde. Dieser hatte mehr als 740.000 Euro an Parteigeldern abgezweigt, um seine Küchenfirma zu retten. Voigt sagte, dass Kemna seine Haftstrafe nächsten Montag antreten werde.
Damit dürfte die Krise für Voigt keineswegs ausgestanden sein. In der Partei rumort es. "Ich erwarte, dass ein neuer Vorsitzender gewählt wird", zitierte der Tagesspiegel NPD-Generalsekretär Peter Marx. Am Montag war die Berliner Parteizentrale auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft Münster durchsucht worden. Es gebe Hinweise darauf, dass Kemna möglicherweise falsche Rechenschaftsberichte an den Bundestag abgegeben habe, hieß es. Im Falle einer erneuten Verurteilung drohen der rechtsextremen Partei erneut hohe Strafzahlungen.
Voigt, der seit 1996 NPD-Vorsitzender ist, wies die Gerüchte um einen Putsch gegen ihn zurück. Er habe am 25.Oktober auf einer Sondersitzung des Parteivorstandes die Vertrauensfrage gestellt und sei mit 90-prozentiger Zustimmung bestätigt worden. Die Aussage seines Generalsekretärs über sein politisches Ende habe ihn "sehr überrascht", sagt er: "Wenn das stimmt, bin ich gespannt, wie sich Herr Marx die weitere Zusammenarbeit vorstellt."
Als Nachfolger Voigts werden die Fraktionsvorsitzenden Udo Pastörs (Mecklenburg-Vorpommern), Holger Apfel (Sachsen) sowie der Vize-Parteichef Jürgen Rieger und das ehemalige Vorstandsmitglied Andreas Molau gehandelt. Voigt sagte, er habe die "Vision" eines Einzugs der NPD in den Bundestag. "Wenn es danach eine andere Situation gibt, werde ich zu gegebener Zeit einen Nachfolger vorschlagen."
Im rechtsextremen Internetforum "Altermedia" hieß es, gegen Voigt selbst liege im Zusammenhang mit dem Finanzskandal "Belastungsmaterial" vor. "Ich bin gespannt, wo Altermedia das her hat", sagte Voigt. "Ich habe mir nichts vorzuwerfen, ich habe jeden Cent mit der Partei abgerechnet." Ob der Sonderparteitag der Rechtsextremen bis April stattfinden kann, ist indes fraglich. Laut NPD-Sprecher Klaus Beier hat die Partei "enorme Probleme", einen Saal zu finden. In den vergangenen zwei Jahren habe sie allein etwa 100 Absagen erhalten.
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(SZ vom 26.11.2008/dafü)
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alle ertinken im flut, nur die im schlaf !
Wenn Sie in Ihrem ersten Satz das "Rechts-" einfach streichen, dann haben Sie es auf den Punkt gebracht. Die Extremen beider Ausrichtungen profitieren von der Sehnsucht nach einfachen Lösungen und appellieren entsprechend an derartige Sehnsüchte. Und ob`s nun linker oder rechter Faschismus ist, ist ja wurscht, Verlierer wären bei beiden alle zusammen.
Solange der gemeine Bürger denkt, Probleme komplexer Konsistenz seien mit einfachen Rezepten zu lösen, wird den Rechtsextremen weiterhin Tür und Tor geöffnet. Vor allem wenn vermeintliche Eliten dies plakativ kundtun.
Im Ringen um vermeintliche Stammtische ( wo treffen sich eigentlich engagierte Demokraten? Machen Hausmänner und -frauen nicht auch auch Politik? ) sollte man besser das Ideal des Cosmopoliten hervorheben, denn der Homo Oeconomicus hat, q.e.d., als Vorbild ausgedient.
Wie die Frankfurter Schule lehrt: Eine solch nichtvorstellbare Barbarei darf nie mehr geschehen.
Ich bitte höflich um eine Gedenkminute zu Ehren aller Widerstandkämpfer gegen die N@azi - Diktatur, besonders für diejenigen, die Sozialisten und Juden waren.
Ihr Andenken wird hier von einigen auf das Übelste beschmutzt.
Das sind die Kreise, denen eine stereotype Hetze gegen Linke entgegenarbeitet, wie sie u. a. auch in diesem Forum betrieben wird.
Angesichts historischer Erfahrungen kann die Prognose gewagt werden, dass das deutsche Bürgertum auch diesmal wieder auf den F@schismus setzen würde, um in Krisenzeiten seine Macht und seine Pfründe retten zu können.
Wer die "Niederlassungen" der Glatzen in der Deutschen Provinz betrachtet, der bekommt einen Eindruck, wie üppig die Spenden fließen. Schon wieder setzen Teile des Kapitals auf die Rechten, ganz wie "seinerzeit!"
Dehalb braucht keiner Angst vor den Linken zu haben, besonders vor denen nicht, die hier in Bayern friedlich und konstruktiv arbeiten. Die werden schon rechtzeitig abgeholt, wenn die politische Stimmung im Lande kippen sollte.
Dafür ist gesorgt. Denn der physischen Vernichtung, die dann -wieder einmal- verbrochen werden wird, der wird die verbale schon längst vorausgegangen sein.
Da gibt es einige, auch hier, die sich auf diesem Pfade ins Verhängnis bewegen. Schon wieder!