Vieles spricht dafür, dass Christian Klar vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen wird. Bundespräsident Köhler traf sich inzwischen mit dem Ex-RAF-Terroristen - um sich eine persönliche Meinung über Klars Gnadengesuch zu bilden. Doch Politiker der CDU und CSU drohen damit, dem Bundespräsidenten eine zweite Amtszeit versagen zu wollen.

Laut einem Spiegel-Bericht hatte Horst Köhler Klar am vergangenen Freitag in Süddeutschland getroffen. Die Begegnung habe auf Wunsch des Bundespräsidenten stattgefunden. Die Regierung erwarte nun eine schnelle Entscheidung von Köhler, schreibt das Magazin weiter. Köhler will in der kommenden Woche seine Entscheidung über die Begnadigung des RAF-Terroristen Christian Klar bekannt geben. Das erklärte Köhlers Sprecher Martin Kothé auf Anfrage von Nachrichtenagenturen. Kothé bestätigte damit die Meldung des Nachrichtenmagazins, dass es ein Treffen Köhlers mit Klar gegeben habe. Einzelheiten zu den Umständen des Treffens nannte er nicht.

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Klar sitzt seit 1983 im Gefängnis. Er wurde unter anderem wegen gemeinschaftlichen Mordes von RAF-Terroristen an Arbeitgeber- Präsident Hanns Martin Schleyer und an Generalbundesanwalt Siegfried Buback - beides 1977 - verurteilt. Bis heute ist nicht geklärt, wer die tödlichen Schüsse auf Buback abgab. Seit kurzem wird Stefan Wisniewski als Todesschütze verdächtigt. Grundlage dafür sind (jedoch leicht dubiose) Aussagen von Peter-Jürgen Boock und anderen ehemaligen Mitgliedern der Rote Armee Fraktion (RAF).

Mehrere CSU-Politiker hatten zuvor Köhler vor einem Treffen mit Klar gewarnt. Offen sprechen führende Christsoziale darüber, im Falle einer Begnadigung eine Wiederwahl Köhlers im Frühjahr 2009 blockieren zu wollen.

Lesen Sie weiter, welche Position Stoiber und Westerwelle einnehmen.

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