Rätsel der Woche Wird Charles überhaupt jemals König?

Seine Mutter ist gerade 90 geworden, Sohn William ist ohnehin beliebter - bleibt Charles ewiger Kronprinz?

Von Björn Finke

Der älteste Sohn garniert seine Rede mit Humor: "Neulich wurde mir plötzlich klar, dass ich dich kenne, seit du 22 warst", sagte Prinz Charles zu seiner Mutter, Königin Elizabeth II., bei einer Feier in Windsor anlässlich ihres 90. Geburtstags. Mit 22 bekam Elizabeth ihr erstes Kind, gut drei Jahre später, im Februar 1952, wurde sie Königin. Seitdem ist Charles, der Prince of Wales, Thronfolger. Wird der 67-Jährige wirklich einmal Regent, als Charles III., würde er einen Rekord aufstellen. Noch nie in der Geschichte des Landes wäre ein König bei der Thronbesteigung älter gewesen.

Die Queen könnte ihm weitere Jahre des Wartens ersparen, indem sie abtritt. Den Ruhestand hätte sie sich verdient: Sie ist bereits die am längsten amtierende britische Monarchin aller Zeiten. In Großbritannien gibt es keine Verfassung und damit keine Regeln, die eine Abdankung verbieten würden. Elizabeths Vater wurde nur deswegen König - und sie später Königin -, weil dessen älterer Bruder Edward 1936 abdankte, um eine geschiedene Amerikanerin heiraten zu können.

Doch sagen Kenner des Königshauses, dass die Queen niemals abtreten würde - aus altmodischem Pflichtbewusstsein. Charles muss für seine Beförderung also weiter auf den Tod seiner Mutter warten. Wie makaber. Boulevardblätter spekulieren allerdings regelmäßig, er könnte darauf verzichten, als alter Mann König zu werden. Dann wäre sein Sohn Prinz William an der Reihe. Das Volk ist bei dieser Frage gespalten, zeigen Meinungsumfragen. Befürworter und Gegner eines solchen Verzichts halten sich die Waage.

Aber bisher wirkt Charles ohnehin nicht wie jemand, der den Ruhestand dem Repräsentieren vorziehen würde. Er gehört seit Jahren zu jenen Royals, die am meisten öffentliche Termine wahrnehmen - 527 im vergangenen Jahr. Seine Mutter kam auf 341. Der ewige Thronfolger übt fleißig.