Reden, diskutieren, zanken - der Parteitag wäre eigentlich das richtige Forum für den Richtungsstreit in der CDU. Doch genau dies will die Parteispitze verhindern.
Diesmal geht es ums Ersticken, um das Beenden einer Debatte. Wenn sich an diesem Montag die CDU zu ihrem Bundesparteitag in Stuttgart trifft, dann müssten die Christdemokraten eigentlich reden, diskutieren, streiten. Doch daran hat die Parteiführung kein Interesse.
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Bundeskanzlerin Angela Merkel verlangt Loyalität - trotzdem sind viele Parteimitglieder unsicher, ob die CDU der Finanzkrise richtig begegnet (© Foto: dpa)
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Seit Tagen schon wird innerhalb und außerhalb der Partei heftig debattiert, ob und wie die Regierung unter Angela Merkel auf die Wirtschaftskrise weiter reagieren soll. Zugespitzt hat sich vor allem der Streit über sofortige Steuersenkungen. Weil die CDU-Führung aber genau das nicht will, arbeiten ihre wichtigsten Leute hart daran, das Thema zu erledigen. Dass sich am Wochenende mehrere Ministerpräsidenten in der Steuer-Frage hinter Merkel gestellt haben, deutet in diese Richtung.
Wie der Kampf der Parteiführung gegen die große Debatte aussieht, konnten Teilnehmer einer besonderen Runde schon am 24. November erleben, also vor genau einer Woche. An diesem Tag versuchen Volker Kauder und Ronald Pofalla im geschäftsführenden Fraktionsvorstand, den Dammbruch zu verhindern.
Sie bitten, werben, argumentieren, damit die eigene Mannschaft den Forderungen der letzten Tage keine weiteren hinzufügen. Die loyalsten Abgeordneten sitzen hier zusammen, derartige Appelle sind hier normalerweise nicht nötig.
Doch die Zeiten sind nicht mehr normal seit dem Ausbruch der Finanzkrise. Und weil in der Fraktion wie in der Partei das Gefühl wächst, das erste Paket zur Ankurbelung der Wirtschaft könnte sehr viel zu klein sein angesichts der Krise, droht die Debatte auszuufern. Insbesondere - aber nicht nur - die Wirtschaftspolitiker der Fraktion fordern immer lauter Steuerentlastungen.
Kauders Reaktion in der Vorstandssitzung: Er warnt nach Berichten von Teilnehmern davor, sich unglaubwürdig zu machen. Ausgerechnet diejenigen, die jetzt Steuersenkungen verlangten, hätten vor zwei Jahren laut applaudiert, als man sich einen ausgeglichenen Haushalt zum Ziel gesetzt habe. Der Fraktionschef bittet eindringlich darum, die Debatte zu beenden. Loyalität sei unverzichtbar in diesen Zeiten.
Pofalla argumentiert, CDU und CSU seien im Grundsatz auf dem gleichen Weg, beide wollten auf Dauer die Steuern senken. Umso mehr solle das Trommelfeuer fürs erste ein Ende haben.
Zunächst sind die beiden erfolgreich. Mancher, der bereits Interviews geführt hat, sagt diese jetzt ab. Mit der Begründung, er wolle Kauder nicht in den Rücken fallen. Gleichzeitig aber breitet sich das Gefühl aus, die Parteispitze stecke mittlerweile fest in einem Freund-Feind-Denken, bei dem jeder Einwurf, jede Kritik als Illoyalität empfunden werde. Ein prominentes Mitglied des Fraktionsvorstandes sagt dazu: ,,Wir stellen Merkel oder Kauder doch gar nicht in Frage, wir wollen in der Sache beteiligt werden, wir wollen mitentscheiden.''
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Liebe User,
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Vielen Dank,
Ihr Mod.
Es ist mehr als schade, dass wir Leser am Wochenende zu solch wichtigen themen keine Stellung nehmen können. Ich möchte mal darauf hinweisen, dass Sie die einzige Redaktion in Deutschland sind, die Ihre Onlinepforte wie ein Beamter Freitag abend schließt und erst Montag morgen wieder öffnet.
Toll ist das ganz bestimmt nicht für Menschen, die auch noch bis 19:00 Uhr arbeiten müssen und dann keine Gelegenheit finden überhaupt sich hier mal zu Wort zu melden.
Wirklich traurig!
... anlässlich der 60-Jahresfeierlichkeiten anzulesen und hinsichtlich ihrer Prioritätensetzung das geneigte Augenmerk auf die Seite 3, drittletzter Absatz zu richten.
wehwehweh.cdu.de/doc/pdf/05_06_16_Rede_Merkel_60_Jahre_CDU.pdf
Hier zeigt sie, wes Geistes wirklich Kind sie ist.
Bezüglich der Widersprüchlichkeit in ihrer Positionierung sollte auf Seite 3 der zweitletzte Absatz im gedanklichen Zusammenhang mit dem letzten nicht überlesen werden.
.
Mit der in dieser Rede von ihr propagierten Zielsetzungen und der zu deren Erreichung ihrer Auffassung nach zu opfernden Rahmenbedingungen wird einiges dessen, was Frau Merkel als Kanzlerin in den Jahren ihrer Regentschaft tat, heute tut, bzw. aktuell eher unterlässt, recht nachvollziehbar ...
... bleibt jedoch dennoch inakzeptabel.
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Zu dieser Geschlossenheit und deren "Produzenten" sei an eine Aussage von Frau Merkel anlässlich des 60. Jahrestages der CDU-Gründung am 16.06.2005 erinnert:
"Politik ohne Angst, Politik mit Mut - das ist heute erneut gefragt.
[und jetzt kommt's:
Dann wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft auf alle Ewigkeit ..."
Und Frau Merkel drohte im nächsten Satz gleich weiter:
"Unsere Werte müssen sich [...] behaupten. Und wenn sie sich behaupten sollen, dann müssen wir bereit sein, die Weichen richtig zu stellen. ..."
[das nächste Hämmerchen:]
"... Auch da sind wieder Widerstände zu überwinden".
.
Also - wenn all das ein O. Lafontaine, ein G. Gysi eine Frau A. Nahles, eine A. Ypsilanti ... oder sonst wer außerhalb der medial gestützten C-Parteien verlauten lassen hätte ...
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