Ostukraine Separatisten rüsten sich für neue Kämpfe

Militärtransporter mit Luftabwehrwaffe in Donezk, aufgenommen am 2. November.

(Foto: AFP)

Militärlastwagen ohne Nummernschilder rollen von Russland aus in die Ostukraine. Die Separatisten rüsten auf, während in den "Volksrepubliken" Donezk und Luhansk eine trickreich durchgeführte Wahl zu Ende geht. Die Rebellenführer Alexander Sachartschenko und Igor Plotnizki sehen sich als Sieger.

Von Florian Hassel, Donezk

Wäre alles nach der Regie der Rebellen gegangen, hätte es am Wochenende aus der "Volksrepublik Donezk" und der "Volksrepublik Luhansk" nur Bilder ungeduldiger Wähler gegeben, die darauf brennen, die Führer der Separatistenregionen im Südosten der Ukraine zu bestimmen. Doch einige Journalisten machten den Rebellen einen Strich durch die Rechnung.

Roland Oliphant vom Daily Telegraph zählte 62 Militärlastwagen ohne Nummernschilder, die offenbar russische Munition und Geschütze für die Rebellen anlieferten. Ein Video des am Samstagabend in Donezk einfahrenden Konvois veröffentlichte der Internetinfodienst Ukrainska Prawda.

Dem US-Journalisten Christopher Miller zufolge war dies in der vergangenen Woche bereits der dritte Konvoi mit Nachschub für die Rebellen. Am Sonntagmorgen fotografierte Miller einen vierten Konvoi.

Manche in Donezk halten die Wahl für eine "Farce" und bleiben lieber zu Hause

Die verstärkten Lieferungen haben zwei mögliche Erklärungen: Die Rebellen und das russische Militär befürchten eine neue Offensive der ukrainischen Armee - oder sie bereiten ihrerseits einen Angriff vor. Rebellenführer Alexander Sachartschenko hat bereits zwei mal angekündigt, die Separatisten wollten die von ukrainischen Einheiten gehaltenen Städte Slawjansk, Kramatorsk und Mariupol erobern.

Er stand schon vor der Wahl als erster "Präsident der Volksrepublik Donezk" fest: Rebellenführer Alexander Sachartschenko.

(Foto: Alexander Khudoteply/afp)

Schon zuvor hatte Sachartschenko die Zahl russischer Kämpfer auf Seiten der Rebellen auf mehrere Tausend beziffert. Deren Anwesenheit wird in Donezk kaum noch verborgen. Eine Ärztin im Dienste der Rebellen sagte der Süddeutschen Zeitung stolz: "Wir haben jetzt ein ganzes Bataillon von Donkosaken, die aus Rostow zu uns kommen."

Im Café "Sun City" am Puschkin-Boulevard im Zentrum von Donezk sah der SZ-Korrespondent am Samstag sieben Kämpfer mit Maschinenpistole und Tarnuniform, die sich auf Tschetschenisch unterhielten.