Obama-Herausforderin Michelle Bachmann Wayne meint sie?

"Diesen Geist trage auch ich in mir": Michelle Bachmann, Frontfrau der amerikanischen Tea-Party-Bewegung, vergleicht sich mit John Wayne. Dummerweise aber nicht mit dem Cowboy, sondern mit einem gleichnamigen Serienmörder.

Neben Sarah Palin gilt sie als Hoffnungsträgerin der konservativen Tea-Party-Bewegung in den USA. Und noch etwas scheint die Republikanerin Michelle Bachmann, die US-Präsident Barack Obama herausfordern will, mit der ehemaligen Gouverneurin von Alaska zu teilen: die Neigung zu peinlichen Patzern.

Obama-Herausforderin Michelle Bachmann: Die Republikanerin gilt als Favoritin der konservativen Tea-Party-Bewegung.

(Foto: AFP)

In einem Fernsehinterview hat die Präsidentschaftskandidatin den weltberühmten Westernhelden John Wayne mit einem gleichnamigen Serienkiller verwechselt. Bachmann hatte am Montag in ihrem Heimatort Waterloo im US-Bundesstaat Iowa ihre Ambitionen für eine Kandidatur auf das Weiße Haus kundgetan, mehreren Umfragen zufolge liegt sie im Rennen möglicher und tatsächlicher republikanischer Präsidentschaftskandidaten für die Wahl 2012 derzeit auf Rang vier - hinter Mitt Romney, Sarah Palin (die allerdings noch gar nicht angetreten ist) und Herman Cain. In amerikanischen Medien sorgt Bachmann nun mit einem Zitat für Aufregung. Dem Sender FoxNews sagte sie, dass John Wayne ebenfalls aus der Stadt stamme. "Dieser Geist steckt auch in mir", sagte Bachmann.

Nur: Welchen Wayne meint sie? Die Los Angeles Times recherchierte - und fand heraus: Der berühmteste John Wayne aus Waterloo ist nicht etwa die Westernlegende, sondern John Wayne Gacy, ein Serienkiller. Der tötete in den siebziger Jahren mehr als 30 junge Männer und versteckte die Leichen in einem Verschlag in seinem Haus.

Westernheld John Wayne, der mit bürgerlichem Namen Marion Mitchell Morrison hieß, ist hingegen in dem Ort Winterset geboren, der zwar ebenfalls in Iowa liegt, aber etwa 160 Meilen weiter südwestlich. "Ein ganz normaler Tag im Wahlkampf, nicht?", spottete die Los Angeles Times in ihrer Onlineausgabe.

Doch die Los Angeles Times war nicht das einzige Medium, das sich daraufhin auf die Suche nach John Waynes Wurzeln begab. Auch andere Medien wurden fündig, darunter das Online-Magazin Slate, das in einer John-Wayne-Biographie nachgelesen hat und so auch in Bachmanns Heimatort Spuren des Westernhelden nachweisen kann: Die Eltern von John Wayne lernten sich in Waterloo kennen. Somit habe die Stadt immerhin ein kleines Anrecht darauf, sich mit dem Namensvetter zu schmücken. "Bachmann hatte recht - zumindest ein bisschen", folgert ein Reporter des Online-Magazins.