Kanzlerin Angela Merkel plant angeblich einen Überraschungscoup: Laut einem Zeitungbericht will sie Wolfgang Schäuble oder Roland Koch als EU-Kommissar nominieren - ohne Zustimmung der SPD.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will den neuen deutschen EU-Kommissar nach Informationen der Welt im Alleingang und gegen den ausdrücklichen Willen des Koalitionspartners SPD bestimmen. Das meldet die Zeitung unter Berufung auf informierte Kreise.
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Will den deutschen Kommissar in Brüssel offenbar ohne Zustimmung des Koalitionspartners bestimmen: Bundeskanzlerin Angela Merkel. (© Foto: AP)
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In der Union werde ein solcher Schritt als "starkes Signal" gegenüber der SPD gewertet. Die Ernennung des neuen EU-Kommissars soll im Juli 2009, zwei Monate vor der Bundestagswahl, erfolgen. Die Christdemokraten stellten zuletzt vor 20 Jahren einen EU-Kommissar.
Als Favoriten für das Kommissarsamt in Brüssel gelten laut Welt der geschäftsführende hessische Ministerpräsident Roland Koch und Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (beide CDU).
Die SPD dagegen wünscht, dass der neue EU-Kommissar aus ihren Reihen stammt. Sie beruft sich dabei auf eine mündliche Vereinbarung zwischen dem damaligen SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering und Merkel während der Koalitionsverhandlungen im Herbst 2005.
Danach soll die Neubesetzung von Regierungsämtern in dieser Legislaturperiode an diejenige Partei fallen, die das Amt bereits zuvor innehatte.
SPD und Union streiten bereits seit längerem darüber, welche Partei den deutschen Kommissar stellen darf. Eine formelle Regelung dafür gibt es nicht.
Deutschlands EU-Kommissar in Brüssel ist derzeit der Sozialdemokrat Günter Verheugen. Der stellvertretende Kommissionspräsident hat aber bereits angekündigt, 2009 in den Ruhestand zu gehen.
Dabei ist noch völlig unklar, wie die neue EU-Kommission aussehen wird - insbesondere nach dem Nein der Iren zum EU-Reformvertrag. In dem Vertragswerk etwa ist vorgesehen, dass die Kommission verkleinert wird. Die Stärke soll auf zwei Drittel der Mitgliedsstaaten begrenzt werden. Die Mitglieder sollten jeweils im Rotationsprinzip wechseln.
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(AFP/hai/odg)
Szene München
Damals, bei Schröder, als wir noch zwei EU-Kommissare hatten. Jahrzehntelang kam einer von der Regierung und einer von der Opposition. So auch bei Kohl. Erst Schröder hat zwei rot-grüne nach Brüssel geschickt. Jetzt kommt halt die Retourkutsche.
Es ist immer wieder nett anzuschauen, wie Politiker politisch am Leben gehalten werden, die hoch umstritten sind. Koch ist abgewählt, mit Schäuble könnte die CDU auch keinen Blumentopf gewinnen, aber bevor man die in den Ruhestand schickt, bekommen sie ein Amt in Brüssel, das von uns Wählern demokratisch nicht kontrollierbar ist. Und gleichzeitig schafft sich die Kanzlerin noch innerparteiliche Gegenspieler aus dem Weg. Die reinste Bananenrepublik.
Ich dachte, die SPD freut sich. Was haben die SPDler sich aufgeplustert wegen Roland Koch. Wenn er nach Brüssel "muss"- ist er weg. Niemand sieht den hier jemals wieder. Multikulturelle Strassenfeste der Toleranz werden am Tage seines Weggangs gefeiert.
Aber: die SPD will gefragt werden.
Und den Wolfi - ... den hat sie ja schon in Berlin gut unter Aufsicht !
Wer von Hochfinanz, aus den Vorstandsetagen, vom Arbeitgeberlager, der Lobbymafia ihr das wohl wieder eingeflüstert haben mag?
Paging