Nahost-Konflikt 14 Tote bei israelischem Raketen-Angriff in Gaza-Stadt

Es war die erwartete Vergeltungsaktion: Israelische Kampfhubschrauber haben im Osten der Stadt ein Trainingslager der Hamas beschossen. Die radikalislamische Gruppe hatte vergangene Woche bei Anschlägen 16 Israelis getötet. Die Gewaltspirale dreht sich wieder.

Mehrere Hamas-Anhänger versammelten sich nach dem Angriff vor dem Krankenhaus, in dem die Opfer behandelt wurden, und schworen Rache. Die israelischen Streitkräfte begründeten den Angriff in Gaza-Stadt damit, dass auf dem Gelände in den vergangenen Tagen eine große Bombe und eine Sprengstoffweste gebastelt worden seien.

Verletzte Palästinenser vor einem Krankenhaus in Gaza-Stadt.

(Foto: Foto: AP)

Zudem hätten militante Palästinenser dort das Entführen von Autos und den Umgang mit Waffen geübt. Mindestens 14 Palästinenser sind bei dem israelischen Raketen-Angriff in der Nacht zum Dienstag getötet worden. Nach Angaben palästinensischer Ärzte wurden etwa 30 Palästinenser verletzt. Laut Augenzeugenberichten waren die Opfer Mitglieder oder Unterstützer der Hamas.

Die Hamas hatte sich zum Anschlag auf zwei israelische Busse in der vergangenen Woche in der Stadt Beer Sheva bekannt, bei dem 16 Israelis getötet worden waren. Ein Sprecher der Hamas kündigte sofortige Rache an.

Augenzeugen berichteten, israelische Kampfhubschrauber vom Typ Apache hätten im Osten der Stadt mindestens fünf Raketen abgefeuert. Nach israelischen Angaben war ein Ausbildungszentrum der Hamas das Ziel des Angriffs. Die israelische Zeitung Haaretz schrieb in ihrer Online-Ausgabe, dort habe ein Treffen des militärischen Arms der Hamas stattgefunden.

Die palästinensische Autonomiebehörde kritisierte die Militäraktion scharf. Laut palästinensischen Sicherheitsbeamten war es zunächst unklar, ob es sich um einen Luftangriff oder einen Angriff mit Boden- Boden-Raketen gehandelt habe. Das Stadtviertel gilt als Hochburg der Hamas.