Nach Kinderpornografie-Urteil Tauss tritt aus Piratenpartei aus

Das Kinderpornografie-Urteil bedeutete sein politisches Aus. Nun verkündet Jörg Tauss seinen Austritt aus der Piratenpartei. Er hat Angst, dass bei einem Verbleib nur noch über das Verfahren und seine Person geredet wird.

Am Freitag fiel das Urteil, nun hat Jörg Tauss seinen Austritt aus der Piratenpartei erklärt. Seine Begründung: "Wir müssen an den Infoständen über unsere Inhalte diskutieren können und dürfen nicht durch eine 'Tauss-Debatte' gelähmt werden. Aus diesem Grunde erkläre ich meinen Austritt aus der Partei", teilte der Politiker laut Piratenpartei am Sonntag in Berlin mit.

Bereits nach der Urteilsverkündung am Freitag hatte sich Tauss über den Medienhetze und eine "durchgeknallte" Staatsanwaltschaft beschwert. Der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete wurde wegen Besitzes von kinder- und jugendpornografischen Materials zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt worden. Tauss war am Freitag vom Landgericht Karlsruhe zu 15 Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden.

Politisch bedeutete das Urteil das endgültige Aus für den ehemaligen Bundestagsabgeordneten und baden-württembergischen SPD-Generalsekretär. Gleich nach der Urteilsverkündung legte ihm die Piratenpartei den Austritt nahe.

Die Piratenpartei erklärte an diesem Sonntag: "Die Piraten respektieren seine Entscheidung, da er die Partei damit ausdrücklich unterstützen will und bedanken sich für die bisherige Zusammenarbeit."

Tauss hatte sich von Mitte 2007 bis Januar 2009 mehr als 200 Bilddateien und 3 DVDs mit harter Kinderpornografie verschafft. Im Prozess räumte er den Besitz des Materials ein. Er habe sich als Medienexperte davon überzeugen wollen, dass sich die Verbreitungswege der Kinderpornos weg vom Internet hin zu Telefonhotlines verlagert hätten.

Bei der Bundestagswahl im September 2009 erreichte die Piratenpartei aus dem Stand 2,0 Prozent. Im Vergleich zur Europawahl im Juni 2009 konnte sie die Zahl ihrer Stimmen sogar fast vervierfachen. Die Piratenpartei hat eigenen Angaben zufolge 12.000 Mitglieder.