Die Bundeskanzlerin gibt ihre Zurückhaltung auf und springt Innenminister Schäuble bei. Doch die Forderung nach dem Bundeswehreinsatz im Inneren wird dadurch nicht richtiger: Das Militär ist keine Hilfspolizei und darf keine sein, solange es eine gutfunktionierende Polizei gibt.
So ganz neu ist es nicht, dass Angela Merkel den Bundeswehreinsatz im Inland verlangt; sie hat das auch als Kanzlerkandidatin schon getan, also im Wahlkampf. Als Kanzlerin hat sie sich bisher zurückgehalten. Wenn sie diese Zurückhaltung nun aufgibt und ihrem Innenminister Schäuble beispringt, der schon seit Jahr und Tag den Einsatz von Soldaten zur Terrorbekämpfung nicht nur am Hindukusch, sondern auch in Hindelang fordert, dann heißt das: Es beginnt, lang vor der Zeit, der Wahlkampf.
Will schärfere Sicherheitsgesetze: Bundeskanzlerin Angela Merkel. (© Foto: AP)
Anzeige
Die Rücksichtnahme der Kanzlerin auf die SPD schwindet. Die Union der Angela Merkel macht mit der SPD als ihrem heutigem Koalitionspartner das, was die Union unter Helmut Kohl mit der SPD als der damaligen Oppositionspartei gemacht hat: Sie hält ihr das Stöckchen hin und will sie springen lassen. So war das bei der Änderung des Asylgrundrechts, so war das bei der Einführung des großen Lauschangriffs - und so ist es jetzt: Um Soldaten als Polizei auf deutsche Straßen zu schicken, wäre eine umfassende Grundgesetzänderung notwendig.
Die wird es in der Großen Koalition nicht geben (und sie wäre grundfalsch und gefährlich); aber die Union will die SPD vor sich hertreiben. Die schwarz-rote Koalition wandelt sich vom Bündnis auf Gedeih in ein Bündnis auf Verderb.
Die Forderung nach dem Bundeswehreinsatz im Inneren wird mit ihrer obsessiven Wiederholung nicht richtiger. Für originäre Polizeiaufgaben sind Soldaten weder ausgerüstet noch ausgebildet; und die Verhältnismäßigkeit der Mittel, die für die Polizeiarbeit typisch ist, ist dem Militär fremd. Das Militär ist keine Hilfspolizei und darf keine sein, solange es eine gutfunktionierende Polizei gibt. Die gibt es in Deutschland.
(SZ vom 3.7.2007)
"Buck - Der wahre Pferdeflüsterer" im Kino
Regierung entschuldigt sich bei G-8-Demonstranten
Das Verteidigungsministerium hat sich für die überwachungsmaßnahmen während des G-8-Gipfels in Heiligendamm entschuldigt. Innenminister Schäuble stellte seinem Kollegen Jung extra seine Kartei mit den Namen und Adressen der Demonstranten zur Verfügung, damit über jedes Haus von Globalisierungskritikern ein Tornado mit nachgezogenem Spruchbanner "Tschuldigung! Wird nicht wieder vorkommen!" fliegen konnte.
Geklaut aus "Titanic"
Konnte ich mir nicht verkneifen...
Bei meinen Beispielen handelt es sich nicht um Notwehr oder Nothilfe! Notwehr und Nothilfe ist wenn eine unmittelbare Gewalttat abgewendet wird bzw. bei der Abwendung geholfen wird. Das ist bei der DB und dem Ferienflieger wohl kaum der Fall!
Das Argument der Schulungsflüge bzw. Manöver sind ein Schmarrn! Wir reden hier von einem Einsatz (sprich ein bestimmter Auftrag) und Schulungsflüge sind nur die "Überführung" der Lfz in einen bestimmten Luftraum - wo ist da der Einsatz im Inneren? Es handelt sich so gesehen nur um den Transport der Waffensysteme zu einem bestimmten Bereich - mehr nicht - das ist kein Einsatz!
Die Phantoms haben damals nicht gehandelt - konnten sie nämlich kaum (bei der größe des Flugzeugs). Sie hätten den Flieger höchstens vom Himmel "husten" können, da sie bei der langsamsten Geschwindigkeit immer noch dreimal so schnell wie der Flieger waren. Um die Sache noch ein bisschen komplizierter zu machen - diese beiden Flugzeuge unterstehen der NATO!
Swampy, stellen Sie sich mal einen Notwehrfall vor, bei dem keine irgendwie gearteten Waffen zum Einsatz kommen... -- Das geht, ist aber nicht die Regel. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie mit einem Messer, einer Pistole oder einer Phantom vorgehen. Es bleibt einerlei Notwehr/Nothilfe. Beim Frankfurter Fall handelte es sich um einen ver(w)irrten Piloten in einer Privatmaschine. Ich war bei Ihrem Posting davon ausgegangen, Sie wollten gleich auf irgendwelche entführten Passagiermaschinen hinlenken. Da wird von Fachkreisen eher rotes Licht gegeben (und egal, wieviele Menschen bei einem solchen Einsatz _möglicherweise_ gerettet würden, der Staat hat auch gegenüber den "abzuschießenden" Passagieren die Pflicht, ihr Leben zu schützen und nicht etwa absichtlich auszulöschen, das wäre staatsrechtlich wie auch emotionell eine EXTREM heikle Sache), wie ich finde, zu recht, auch wenn ich ein solches Vorgehen zwar nicht gutheißen, aber doch verstehen könnte.
Die von Ihnen angelegte Unterscheidung geht schon deswegen fehl, weil bei jedem Schulungsflug, bei jedem Manöver, bei jeder Fahrt zu einem Manövergebiet usw. die fraglichen Waffensysteme im Inneren zum Einsatz kommen. Die wesentliche Frage ist, ob sie, in Polizei-ähnlicher Manier, gegen landesinnere Feinde zum Einsatz kommen, ohne daß eine einfache Notwehrsituation vorläge.
Nebenbei bemerkt hatte die Phantom, meines Wissens, nicht in das Geschehen eingegriffen -- so what?
Falsch unsere Beispiele weisen deutliche Unterschiede auf.
Das von dir erwähnte ist ganz klar ein Unglücksfall. Unglücksfälle und Naturkatastrophen-Einsätze sind über das GG abgedeckt.
Bei meinen Beispielen kommen Waffensysteme zum Einsatz - im Inneren! Das ist wohl schon ein Unterschied! Des weitern lassen diese sich den oberen Kategorien nicht zuordnen!
Das Beispiel a) hat es sehr wohl schon gegeben - in Frankfurt und die Phantoms waren vor Ort!
Es stehen jedem freiheitlich orientiertem Menschen die Haare zu Berge, wenn man das Treiben der sogenannten "Mächtigen" in den letzten Jahren verfolgt. Zunächst beschränkte sich dieses Sonderbare lediglich auf die USA und GB, seit der Bundestagswahl 2005 nun auch auf Deutschland. Es mutet mir fast unheimlich an, wenn ich meine Gedanken weiterspinne. Sicher man hat schon Bücher gelesen, in denen beschrieben wurde, wie unsere Zukunft aussehen soll. Eine Weltordnung, d.h. Weltdiktatur und Weltmilitär, wobei das gemeine Volk mit Datenchips geimpft wurde, - unter dieser Hierarchie folgen dann lediglich noch 3 Zusaammenschlüsse - da wären Vereinigte Staaten v. Europa - Amerikanische Union-Pazifische Union. Erst danach folgen die Nationalstaaten, die praktisch ohne Selbstbestimmung sind. Komisch - , ich hatte dies immer für banale Verschwörungstheorien gehalten und verlacht. Ehrlich mir vergeht das Lachen solangsam! Was sich hier allmählich abzeichnet ist der Super GAU für die Demokratie und bürgerlicher Freiheit!
An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.... - wie wahr!
Paging