Menschenhändler machen 30 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr - nur im Drogen- und Waffengeschäft verdient das organisierte Verbrechen mehr. Oft verkaufen Eltern ihre Kinder aus blanker Not, doch die Opfer enden in Sklaverei.
Es geht um eine moderne Form der Sklaverei: Menschenhandel ist laut den Vereinten Nationen mit geschätzt 30Milliarden Euro jährlich an die dritte Stelle unter den umsatzstärksten Geschäftszweigen des internationalen Verbrechens aufgerückt. Nur im Drogen- und Waffenhandel wird mehr Geld gemacht.
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Victor Garcia, ein drei Jahre alter Peruaner, arbeitet in einer Ziegelei in einem Slum bei Lima. (© Foto: Reuters)
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Kinder, junge Frauen und Männer werden gezwungen, Teppiche zu knüpfen, Plastikspielzeug oder Elektronikteile zusammenzusetzen, in staubiger Wüste Ziegel zu schleppen oder als Kindersoldaten andere Menschen zu erschießen. Junge Frauen werden in die Prostitution verschleppt, Kleinkinder regelrecht als Ware verkauft - im günstigsten Fall an kinderlose Paare, im scheußlichsten Fall als "Ersatzteillager" für Organe. Auch immer mehr junge Erwachsene sind davon betroffen.
All diese Schicksale sind oft Folge des Menschenhandels, und sie lassen sich oft ein Leben lang nicht mehr korrigieren. Auszubrechen gelingt den meisten Betroffenen nicht, und wenn sie in ein normaleres Leben zurückkehren können, bleiben viele unheilbar traumatisiert.
In Wien ist am Mittwoch ein dreitägiges Forum der Vereinten Nationen gegen Menschenhandel eröffnet worden. 2,7Millionen Menschen sind nach Schätzungen der UN Opfer von Schleppern und Menschenhändlern, 80 Prozent davon junge Frauen und Kinder. 137 Länder seien als Empfänger in diesen schaurigen Handel verstrickt, in 127 Ländern würden Menschen mit List oder Gewalt in die Fänge der Händler- und Schlepperorganisationen gelockt, berichten die UN.
Oft verkauften Eltern ihre Kinder auch aus bitterster Not - in der Hoffnung, ihnen so eine besser Zukunft zu eröffnen. Ausschlaggebend für das Schicksal der Opfer ist vor allem die Weltregion, in die sie gelangen: In Asien werden sie meist zu Arbeitssklaven gemacht, in Europa und den USA als Sexsklaven missbraucht. In arabischen Ländern werden sie für niedrige Dienste gekauft, oft verbunden mit sexuellem Missbrauch.
Kristiina Kangaspunta, die Leiterin des UN-Büros für die Bekämpfung des Menschenhandels, erläutert das zynische Kalkül der Verbrecher so: "Der Aufwand für Menschenhandel ist im Vergleich zum Drogengeschäft oder zur Waffenschieberei relativ gering." Menschen könnten "immer wieder verwendet und missbraucht werden".
Die einzige Investition der Täter hingegen - Reisekosten, gefälschte Dokumente und Bestechungsgelder für Beamte - fielen einmalig an und seien vergleichsweise niedrig. In zu vielen Ländern würden Polizei und Beamte kassieren und wegschauen, statt einzuschreiten. Hauptursachen des beängstigend anwachsenden Geschäfts mit Menschen seien Armut, Mangel an Bildung, Diskriminierung, Kriege und Hoffnungslosigkeit. Österreichs Außenministerin Ursula Plassnik und Suzanne Mubarak, die Frau des ägyptischen Präsidenten, waren sich bei der Eröffnung der Konferenz in dieser Analyse einig.
Nichtregierungsorganisationen, die an der Konferenz teilnehmen, kritisieren, dass mangelnde Rechte der Opfer den Erfolg von Gegenmaßnahmen verhinderten. In fremde Länder verschleppt, fänden sich Betroffene nach ihrer Befreiung oft in der Illegalität wieder. Statt auf Hilfe bauen zu können, müssten sie damit rechnen, abgeschoben oder inhaftiert zu werden.
Die Opfer, so die Forderung, müssten einen eigenen Rechtsstatus erhalten. Meist ende die Fürsorge für sie, nachdem sie als Zeugen ausgesagt hätten. Die frühere österreichische Frauenministerin und OSZE-Sonderbeauftragte für Menschenrechte, Helga Konrad, hob hervor, die traditionellen Kontroll- und Abschreckungsmaßnahmen hätten versagt. Außerdem habe sich die Politik nicht bewährt, die Opfer sofort abzuschieben.
Zoff im Bundesgerichtshof: Eine Personalie führt zu heftigen Verwerfungen – die Akte Karlsruhe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(SZ vom 14.02.2008/jkr)
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Zitat:
" Sie können nicht einfach alle Mohnfelder abbrennen und die Bauern dann im stich lassen. Ist momentan nicht bezahlbar und würde auch immer zu diesen "einzelschicksal" Reportagen führen die wiederrum dafür sorgen das der der sowas macht nicht lange die Gelegenheit dazu hat"
Wessen problem? Habe ICH den Krieg begonnen? Habe ICH hier von Einfachheit und schnellen Lösungen gesprochen? Sie bauen Popanze auf. Es war die deutsche regierung, die seit Jahr und tag behauptet, dies oder jenes werde durch ihr 2Engagement" besser. Wenn ich einfach nur sage: dem ist nicht so, bin nicht ICH es, der den dreck wegzuräumen hat.
Wer propagandiert, geht sinnvoll nicht auf das ein, was der andere sagt. Also z.B. nicht die von mir erwähnten fabriken, die Laster und Lieferanten als Angriffspunkte für afghanische Polizei benennen, sondern die Masse der Bauern. MEIN Aspekt war das nicht. Bauern können auch etwas anderes anbauen als Mohn - und man muß ihnen nicht die felder abbrennen.
Zur Gelegenheit: vor etwa zweieinhalb jahren saß ich auf dem Podium zusammen mit Brigadegeneral Spindler, der als ISAF-Kommandant , so sagte er stolz, fats 30 Drogenleute habe verhaften lassen. "Und was gescha mit denen" wollte ich wissen. Habe er an die Afghanen übergeben. "Also in die Hände der Scharia" erwiderte ich. da wurde er pampig.
Ja, egal was man macht, man macht was falsch. Hätte er sie an die Amis übergeben, hätte ich Guantanamo erwähnt. Hätte re sie an die deutsche Justiz überstellt, hätte ich nach dem Recht und Gesetz dafür gefragt. Wir haben dort nichts verloren- also auch nichts zu suchen. So EINFACH ist das. das Schlamassel wird täglich größer - aber doch nicht durch Friedensfreunde. Beschimpfen Sie nicht Leute, die Sie nicht kennen, mit Putativ-darlegungen.
@A.Hauß: Das ist das Problem mit den Menschenrechten. Sie können nicht einfach alle Mohnfelder abbrennen und die Bauern dann im stich lassen. Ist momentan nicht bezahlbar und würde auch immer zu diesen "einzelschicksal" Reportagen führen die wiederrum dafür sorgen das der der sowas macht nicht lange die Gelegenheit dazu hat.
Oder glauben Sie jemand kann mal schnell alle dealenden Kosovaren ausweisen/einsperren oder eben mal schnell in Afghanistan eine zweite Front gegen die Drogenbarone eröffnen. Da kommen dann Leute wie Sie und schreien sofort "Ihr Na.zis was habt ihr gegen den armen Mann der steht doch nur brav jeden Tag am Bahnhof" und "Mehr Truppen nach Afghanistan? Was interessieren mich die Bauern und ihre Felder da oben". Und gleich danach lassen Sie sich bestimmt 2-3 Verschwörungstheorien einfallen.
An nahezu jedem deutschen Großstadtnahnhof sind die Kosovo-Albaner die führenden Drogendealer, die Rolle des Kosovos als europäische handelszentrale für menschen und Drogen ist bekannt und unbestritten. Afghanistan ist Weltspitze in der Opium-Herstellung. Übrigens, da der Mohn ja nicht als Pflanze exportiert wird, sondern der saft weiterverarbeitet wird, gilt das Gesagte : unter den Augen der NATO. Denn wohin die Laster mit den Säuren fahren, wo die Fabriken zur verarbeitung stehen, das weiß man.
Zusammengefaßt: Drogenherstellung und -verarbeitung und -handel finden unter NATO-Aufsicht statt. Gleiches gilt für Menschenhandel. Sicher doch, alles nur ein zufall bei diesem Milliardengeschäft.Niemals würde sich CIA und andere Dienste - es sind doch "Beamte" und nicht etwa Kriminelle - niemals nie nicht würden die sich ein zubrot verdienen wollen. Oder Politiker, die mit Visaerleichterungen die Landbrücke für den handel schaffen ...