Der Vize-Chef der Linken, Klaus Ernst, sieht noch etliche Defizite der neuen Partei, die sich als "neues Projekt" präsentieren müsse. Der Gewerkschafter setzt auf die Themen Rente und Mindestlohn und will in den bayerischen Landtag einziehen - mit der Hilfe von Sahra Wagenknecht.
Ein knappes Jahr nach der Fusion von PDS und WASG wollte sich die Linkspartei am Wochenende in Cottbus als geeinte Kraft präsentieren. Klaus Ernst, bayerischer Gewerkschafter, Mitbegründer der WASG und Vizechef der Linkspartei, bezweifelt, dass dies gelungen ist.
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Klaus Ernst (© Foto: AP)
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SZ: Können Sie zufrieden sein, wie sich Ihre Partei in Cottbus präsentiert hat?
Ernst: Ja und Nein. Ja, weil wir uns als erfolgreiches politisches Projekt präsentieren konnten, das die Realität in diesem Land verändert und weil die anderen Parteien unsere Positionen übernehmen. Nein, weil der innere Zustand der Partei noch nicht den Erfolgen entspricht.
SZ: Was heißt das?
Ernst: Die Einsicht, etwas Neues zu sein, ist noch nicht ausreichend entwickelt. Wir haben ein Problem mit der Akzeptanz unseres gemeinsamen Projektes bei einem Teil unserer Partei.
SZ: Bei dem Teil aus dem Osten?
Ernst: Nein, das Problem besteht beidseitig. Das haben die Ergebnisse der Vorstandswahlen gezeigt, und ich meine nicht nur das von Oskar Lafontaine. Das waren auch bei vielen anderen nicht befriedigende Wahlergebnisse.
SZ: Sie haben zum Beispiel nur 59,2 Prozent der Stimmen erhalten. Sind Gewerkschafter bei den Linken unbeliebt?
Ernst: Es haben nicht alle begriffen, dass eine starke Linke ohne Unterstützung von gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmern, von Vertrauensleuten und Betriebsräten nicht möglich ist. Ein Teil der Mitglieder denkt, dass es immer noch die alte Partei ist und tut sich schwer, sich auf das Neue einzulassen.
SZ: Ist für Ihren Geschmack nicht ein bisschen viel von Marx die Rede gewesen auf dem Parteitag?
Ernst: Das ist dann kein Problem, wenn alle die Einsicht haben, dass es vor allem unsere konkreten Forderungen sind, etwa nach sozialer Gerechtigkeit, die uns Zustimmung bringen. Es bestehen zum Teil noch die alten Strukturen der PDS.
SZ: Deshalb erhielt die Kommunistin Sahra Wagenknecht bei den Vorstandswahlen zum Beispiel zehn Prozentpunkte mehr als Sie?
Ernst: Sie hat ja nicht als Stellvertreterin kandidiert, sondern als Vorstandsmitglied. Ihr Ergebnis zeigt aber den Konsens, dass Sahra Wagenknecht und ihre politische Linie in der Partei ihren Platz hat. Andererseits zeigt sich, dass die eher sozialstaatlich und gewerkschaftlich orientierte Linie nicht ausreichend akzeptiert wird. Es fehlt die Einsicht, dass die Linke nur besteht, wenn auch dieser Teil maßgeblich seine Rolle in der Partei spielt. Ohne das können wir im Westen nicht gewinnen.
SZ: Ist das linke Projekt in Gefahr?
Ernst: Ich sehe das Projekt nicht in Gefahr, aber ich sehe Risiken. Dann jedenfalls, wenn es uns nicht gelingt, uns im Westen als neues Projekt zu präsentieren und nicht als sozialistischer Traditionsverein. Wir müssen die konkreten Sorgen der Bürger in den Mittelpunkt stellen, also Themen wie Rente, Gesundheit, Mindestlohn, Steuergerechtigkeit und soziale Sicherheit. Wenn uns das nicht gelingt, sind wir nur eine Ansammlung von linken Gruppen, aber keine neue Partei, die für neue Mitglieder attraktiv ist.
SZ: Sie hoffen auf den Einzug in den bayerischen Landtag. Laden Sie Sahra Wagenknecht ein, mit Ihnen Wahlkampf zu machen?
Ernst: Selbstverständlich. Sahra Wagenknecht vertritt im Europaparlament absolut richtige Positionen, insbesondere in der Sozialpolitik.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(SZ vom 27.5.2008/mati)
Stockender Kita-Ausbau
Meinen Sie das wäre im Rest der Republik anders?
Hier in NRW gibt es unzählige Städte, wo die Bürgermeister sich ihre Autos mit dem Kennzeichen BM 2009 dekoriert haben. Die Lokalredakteure erscheinen brav beim BM und schreiben das was er möchte. Die potenziellen Gegenkandidaten werden, sofern sie etwas kritisches anmerken, als Nestbeschmutzer oder Querulanten niedergemacht.
Hoffnung für die Demokratie kommt nur, wenn sich Bürger zusammen tun und eine Wählergemeinschaft gründen, was in einigen Städten auch gelungen ist.
Die etablierten Parteien sind eben zu verkrustet um überhaupt noch etwas für die Bürger zu machen, kurz, sie haben sich überholt.
Die Rechten , die hier im Forum den Ton angeben, eint vor allem eines : die Paranoia im eigenen Dickschädel treibt die Leute zu den irrwitzigsten Aussagen.
In meiner Heimatstadt (kleine provinzielle Kleinstadt im Süden der Republik, wo noch nie eine andere Partei als eine Schwarze Partei mit regiert hat) füllen solche Leute seit Jahrzehnten die Leserbrief-Seite der gleichfalls schwarzen Presse. Beim natürlich auch schwarzen Bürgermeister steht ein rotes Telefon auf dem Schreibtisch, genauso auch beim Chefredakteur. Die Chefs der beiden Wochenblätter (auch beide schwarz) spielen in der zweiten Liga auch nach dessen Pfeife. Eine Redakteurin, die dort vor ein paar Jahren eigenständig dachte und kommentierte wurde recht schnell beseitigt.
Demokratie! - was soll das sein?!?
Freie Meinungsäußerung, die den OB kritisiert - warum sollte man sowas dulden?!?
Freie Diskussion im Stadtrat und Presse - Pustekuchen! - Gott bewahr.
So wie in den Leserbriefen die ewig schwadronierenden Rechten und Naz:zis den Ton angeben (Übergang scheint fließend) will dort kein anständiger Bürger mehr seinen Kommentar danebenstellen - seit 30 Jahren schon.
Versammlungen zur Bürgermeisterwahl sind wohlorganisierte Wahlveranstaltungen, bei dem vorab organisiert ist, wer welche Fragen stellt und wer für die Bloßstellung der Gegenkandidaten zuständig ist und wer die schönen Fragen an den Schwarzen Mann stellt, bei dessen Beantwortung dieser lang ausholen und glänzen kann (entsprechend sehen dann anschließend auch die Zeitungs-Beiträge und Fotos aus - Schwarz als Strahlegesicht, Gegenkandidat eher unvorteilhaft).
Demokratie läuft in diesem Land organisert ab - von OBEN organisert.
Gelebte Demokratie oder gar Mündige Bürger und Freie Presse findet man bei uns auf dem Land eher als Ausnahmeerscheinung - der Regelfall ist heute nicht anderst drauf wie vor 100 Jahren - nur jetzt schwarz-rot-gold statt schwarz-rot-weiß oder noch Schlimmeres.
Bennos, Dietmars, Fernaus, Klausis, Jedis, etc (die Namen sind alles Anonymous) beherrschen mit Ihrem Gejodel nun auch die Leser-Kommentare einer großen Zeitung wie der Sueddeutschen - das Suedcafe versinkt im Schwarzen Sumpf.
"...wäre hier im westen Deutschlands" Cool.
genau - und weils so cool ist bauen wir auch gleich ncoh eine schöne Mauer gegen das kapitalistische Ausland und führen die Stasi wieder ein um unsere überlegene Staatsform zu schützen - wenn ssein muss auch mit Sturmgewehren gegen die eigene Bevölkerung...
Zugegeben - stark übertrieben -und nicht bei allen, aber leider bei zu vielen in der Linken noch immer das "Ideal". Und das Problem ist das der Fisch vom Kopf her stinkt und daher nichts/bzw. nicht genügend gegen diese Tendenzen unternommen wird.
war immer schon ein Obrigkeitsstaat und darüberhinaus auf dem rechten Auge blind.
Als nach dem Krieg die CDU und die Bayerpartei (heutige CSU) gegründet wurden, waren ca. 50% der Mitglieder alte Naz:zis. Als das diskutiert wurde, hieß es, wir müssen einen Neuanfang wagen oder nicht alle waren an dem System aktiv beteiligt.
Jetzt gilt das logischerweise nicht für ehemalige SED Mitglieder.
Worum geht es denn nun wirklich? Die CDU/CSU hat doch auch die Umfrage gelesen und dort ist klar und deutlich erkennbar, das die SPD mit den Linken 38% und die CDU/CSU nur 36 Prozent aufzuweisen hat. Wenn das in der Führungsetage der CDU/CSU keine Ängste vor Machtverlust auslöst, ist doch logisch. Da werden die Medien schamlos vor den Karren gespannt um das zu verhindern.
Frage von Frau Wil an Herrn Heill: Versprechen Sie mir, das sie nicht mit der Linken zusammengehen.
Man, wenn das keine hysterische Verhaltensweise ist, hab ich wohl meinen Freud falsch verstanden.
Diese sogenannte Linke , die als ehemalige SED die WASG des Westens geschluckt hat, sich dem an Rachesehnsucht an der SPD zerfressenen Lafontaine sich als westliches
(trojanisches) Zugpferd gesucht hat ist eine nicht zu unterschätzende Gefahr füe die
freiheitlich demokratisceh Grundordnung.
Dies begründet sich auch darauf, dass der erst kürzlich auch von der Birthler Behörde
als Stasi Verräter enttarte Liksführer Gysi und der als ehemalige IM bekannte Bisky höchstes Ansehen in dieser Partei geniessen.
Dass mit Sarah Wagenknecht und damit der kommunistische Plattform sowie dem
Marxistenverein ein linkes Podium gewährt wird sagt wohl ein Übriges.
Beängstigend ist allerdings die Tatsache, dass jeder der auch nur die entfernteste Kritik
an der "Linke" ausspricht, sofort von ihren "Kampftruppen" bestehend aus AntiFa und den
Autonomen, als Rechter diskreditiert wird. Das sind SA Methoden, die in unserer Demokratie nicht mehr tolerierbar sind.
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