Skandale dienen der Wahrheitsfindung: Warum deutsche Bischöfe den Papst wegen dessen Annäherung an die Pius-Brüder kritisieren sollten.
Darf ein katholischer Bischof den Papst kritisieren? Die in Hamburg versammelten Bischöfe sind uneins darüber, ob und wie deutlich sie die furchtbaren Fehler ansprechen sollen, die im Fall der päpstlichen Milde gegenüber den PiusBrüdern geschehen sind.
(© Foto: ddp)
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Dass die Aufhebung der Exkommunikation mehr war als nur eine Panne, das sagt hier offen ohnehin keiner. Dabei müsste das offene Wort aus Verbundenheit zur Kirche heraus geradezu Pflicht eines Bischofs sein.
Der faire Streit gehört zur kirchlichen Tradition, seit auf dem ersten Apostelkonzil Paulus dem Petrus widerstand - und sich durchsetzte.
Die deutschen Bischöfe wollen einen Brief an die Katholiken im Land schreiben. Das ist gut, denn die Irritation der Gläubigen ist groß. Das letzte Mal schrieb eine Versammlung vor mehr als 40 Jahren einen solchen Pastoralbrief.
Das war 1968, als Paul VI. seine "Pillen-Enzyklika" Humanae Vitae veröffentlichte und die in Königstein versammelten Bischöfe betonten, die letzte Instanz in der Verhütungsfrage sei das Gewissen des Christen.
Konservative Katholiken, bis hinauf zu Papst Benedikt XVI., halten diese Erklärung bis heute für einen Treuebruch gegenüber dem Lehramt, in Deutschland aber half die "Königsteiner Erklärung", dass viele Katholiken sich nicht ihrer Kirche entfremdeten.
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ICE-Strecke
Der Vatikan und einige Kardinäle, die jetzt den Gott-Gesandten spielen, verspielen bei dieser "Vergangenheitsbewältigung" ohne Not die Autorität einer Kirche, die ihre Macht möglicherweise überschätzt.
sondern geradezu vernichtet, sofern sie nicht Galileomäßig vor dem Herrscher knien. Dabei hat Bischof Müller übersehen, daß nur noch kirchliche Mitarbeiter und Auftragnehmer vor ihm Angst haben müssen - also wirtschaftlich Abhängige.
Die deutschen Bischöfe dürfen nicht nur den Papst kritisieren, sie müssen es tun, wenn sie glaubwürdig das Zeugnis Jesu Christi verbreiten wollen.
Denn die Piusbrüder sind Fundamentalisten, die mit Inquisitionsmethoden und nackter Gewalt die Menschen entmündigen wollen, nur um den von ihnen definierten Heilswillen den Menschen aufzuoktroyieren. Diese Menschen würden uns in das allerfinsterste Mittelalter zurückführen; hoffentlich findet der Vatikan die Kraft, sich von diesen Menschen definitiv und für immer zu trennen! Fundamentalisten, die den Glauben zur Ideologie erheben, dürfen keinen Platz in Führungspositionen im 21. Jahrhundert bekommen.
Im Kern der Auseinandersetzung mit der Piusbruderschaft geht es jedoch nicht um die Holocaustleugnung des Bischofs Williamson (obwohl diese als solche an Menschenverachtung nicht zu überbieten ist) , sondern es geht um den Kurs der katholischen Kirche am Beginn des 3. Jahrtausends, der in der Gefahr steht, von der Piusbruderschaft dominiert zu werden Eine Person, wie der deutsche Ordensobere der Piusbruderschaft, P. Schmidberger, der über die Juden und das 2. Vatikanum folgendes zu Protokoll gibt, darf keinen Platz in der katholischen Kirche haben:
Damit sind aber die Juden unserer Tage nicht nur nicht unsere älteren Brüder im Glauben, wie der Papst bei seinem Synagogenbesuch in Rom 1986 behauptete; sie sind vielmehr des Gottesmordes mitschuldig, so lange sie sich nicht durch das Bekenntnis der Gottheit Christi und die Taufe von der Schuld ihrer Vorväter distanzieren.
Rom muss die verheerenden Zeitbomben des II. Vatikanischen Konzils entschärfen und vollkommen beseitigen. Dafür zu arbeiten und zu beten ist Pflicht eines jeden aufrechten Katholiken. Der verheerende Konzilsgeist muss niedergerungen, der Spalt, durch den der Rauch Satans in die Kirche eingedrungen ist, sofort geschlossen werden.
Peter Hünermann, emeritierter Dogmatikprofessor aus Tübingen, stellt zu Williamson fest: Eine Person, die diesen ungeheuren Versuch eines Genozids des jüdischen Volkes leugnet, verharmlost, in irgendeiner Weise vertritt, ist ein öffentlicher Sünder. Ein solcher öffentlicher Sünder kann nicht ohne eindeutige, im Leben erwiesene Zeichen der Reue und Umkehr zum Sakrament der Busse zugelassen werden, mit der dann auch die Aufhebung der Exkommunikation verbunden sein könnte. Dazu genügen keine Lippenbekenntnisse.
Ja, ein Fortschritt ist es schon, dass katholische Bischöfe so etwas ähnliches wie Kritik am Papst üben. Zwar ist es bedrückend wie oft von der größten Religionsgemeinschaft der Welt geschrieben, gesprochen wird in den Medien. Man denkt unwillkürlich an erdrückende Macht: und diese Macht, um die es dem Vatikan ganz sicher geht ist wirklich beängstigend. Aber - G o t t s e i D a n k keimt die Hoffnung, dass es neuerdings in der römisch katholischen Kirche Ansätze zu innerer Kontrolle und Fehlereinsicht gibt. Gott sei Dank! Wollen wir hoffen, dass die augenblicklichen Tendenzen erst der kleine Anfang einer guten Entwicklung sind.
Das Problem dürfte auch darin liegen, daß die Kritikfähigkeit der katholischen Kirche auch intern nicht besonders ausgeprägt ist. Sobald irgenwer leise Kritik äußert wird er ausgegrenzt.
Das Ganze erinnert an Monty Python: Er hat Jehova gesagt - steinigt ihn. Spalter!
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