sueddeutsche.de: Also, noch einmal: Was soll aus der Bundeswehr in Afghanistan werden?
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Todenhöfer: Wir, das heißt die Bundeswehr und die gesamte Nato, sollten sehr bald mit einem stufenweisen Abzug aus Afghanistan beginnen. Wir haben in Afghanistan militärisch nichts zu suchen. In drei Jahren sollte kein deutscher Soldat mehr in Afghanistan stehen. Ich sage das als jemand, der Afghanistan liebt und der auch Präsident Karzai sehr schätzt. Aber dieser Krieg, der jetzt schon fast sieben Jahre dauert, ist der falsche Weg, dem gequältem afghanischen Volk zu helfen.
sueddeutsche.de: Was sollte geschehen?
Todenhöfer: Wir sollten vielmehr die afghanische Armee stärken, damit sie mit den Taliban selber fertigwerden kann. Nur Afghanen können Afghanen besiegen. Zurzeit verdient ein Talib zwischen 200 und 400 Dollar im Monat, ein Soldat der afghanischen Nationalarmee aber nur knapp 100 Dollar. Also müssen wir dafür sorgen, dass die afghanischen Soldaten und Polizisten deutlich mehr verdienen als die mörderischen Taliban und die Milizen der Drogenbarone.
sueddeutsche.de: Reicht das?
Todenhöfer: Und wir müssen endlich, wie versprochen, Großprojekte umsetzen, die in Afghanistan Arbeitsplätze schaffen, und diese vor Sabotageakten schützen. Auch damit entziehen wir den Extremisten in Afghanistan den Zulauf. Das ist klüger als das ständige Bombardieren und Beschießen afghanischer Dörfer. Zurückbleiben könnte nach dem Abzug der Nato eine kleine, aber stabile Friedenstruppe aus westlichen und muslimischen Nationen. Das alles sollte erfolgen im Rahmen eines regionalen, KSZE-ähnlichen Friedenprozesses zwischen Afghanistan, Pakistan und Indien, an der auch andere Nachbarstaaten sowie der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen teilnehmen sollten. Allein kann keines der Länder der Region die Probleme lösen, und mit Krieg schon gar nicht.
sueddeutsche.de: Sie waren schon in den achtziger Jahren, als noch die Sowjetunion das Land besetzt hatte, dort gewesen. Was treibt Sie an, immer wieder dort hinzureisen?
Todenhöfer: Ich habe mit dem Honorar eines meiner Bücher in Kabul ein Waisenhaus für 100 afghanische Kinder gebaut. Das wollte ich besuchen. Und ich wollte überprüfen, ob wir im Westen die Wahrheit über den Afghanistankrieg erfahren. Ich hatte in meinem Buch "Warum tötest du, Zaid?" am Beispiel des Irakkrieges geschildert, dass wir von der Realität des Irakkrieges nicht viel mitbekommen. Die Tatsache, dass im Irak täglich etwa 100 Zivilisten getötet werden, erfahren wir nicht.
sueddeutsche.de: Was ist mit der Informationspolitik in Afghanistan?
Todenhöfer: In den 14 Tagen Afghanistan und Pakistan habe ich feststellen müssen, dass unsere Bevölkerung über den Afghanistankrieg genauso an der Nase herumgeführt wird wie die amerikanische Bevölkerung über den Irakkrieg. Unsere Soldaten werden in einen Krieg geschickt, der mit dem offiziell verkündeten Kriegsziel nichts zu tun hat. Politiker, die behaupten, wir kämpften am Hindukusch gegen den globalen Terrorismus und für die Sicherheit Deutschlands täuschen nicht nur ihre Wähler, sondern auch unsere Soldaten. Das ist unverantwortlich.
sueddeutsche.de: Ein harter Vorwurf.
Todenhöfer: Ich kann einfach nicht verstehen, dass deutsche Politiker nach all den schrecklichen Ereignissen der Vergangenheit unsere Soldaten so leichtfertig in einen Krieg schicken, der mit Sicherheit kein Verteidigungskrieg ist. Nur Verteidigungskriege sind nach unserer Verfassung zulässig - und auch das nur im äußersten Notfall.
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- Bundeswehr in Afghanistan Deutschland im Krieg 18.09.2008
(sueddeutsche.de/cag/gal)
"Die Nato züchtet mit ihrem Bombenkrieg in Afghanistan den globalen Terrorismus jeden Tag ein Stück weiter."
"Nur Verteidigungskriege sind nach unserer Verfassung zulässig - und auch das nur im äußersten Notfall."
Und zu beiden stehe ich schon seit Jahren und kassiere nichts als Verachtung dafür.
Scheint den Bürgern so zu gefallen wie´s ist.
weiter beschaeftigt wurde weil Sie nicht Nein- sagen konnte.
Die buergerlichen Medien tuen ja alles um uns davon zu ueberzeugen dass man
jetzt besonders unter Obama nicht nei sagen darf zu amerikanischen Forderungen.
Vielleicht endet unser Hosenanzug wie die Sekretaerin.
Das wollte ich schon lange mal sagen.
Danke.
PS.
Falsch verstandene Solidarität mit den Verbündeten: ja, es ist eine sehr große Unfreiheit, man hat sich zwar einigermaßen aus dem Irakkrieg raushalten können, aber mehr war einfach nicht drin, jetzt DÜRFEN wir gar nicht Nein sagen, wir dürfen es nicht, sonst werden wir gewissermaßen auf die Liste der Schurkenstaaten gesetzt.
Danke Herr Todenhöfer.
In Merkels Gehör.
"Breaking Egypt down territorially into distinct geographical regions is the political aim of Israel in the Nineteen Eighties on its Western front."
"Lebanon's total dissolution into five provinces serves as a precendent for the entire Arab world including Egypt, Syria, Iraq and the Arabian peninsula and is already following that track. The dissolution of Syria and Iraq later on into ethnically or religiously unqiue areas such as in Lebanon, is Israel's primary target on the Eastern front in the long run, while the dissolution of the military power of those states serves as the primary short term target."
"Iraq, rich in oil on the one hand and internally torn on the other, is guaranteed as a candidate for Israel's targets. Its dissolution is even more important for us than that of Syria....Every kind of inter-Arab confrontation will assist us in the short run and will shorten the way to the more important aim of breaking up Iraq into denominations as in Syria and in Lebanon. In Iraq, a division into provinces along ethnic/religious lines as in Syria during Ottoman times is possible. "
"The entire Arabian peninsula is a natural candidate for dissolution ..."
"Jordan constitutes an immediate strategic target in the short run but not in the long run, for it does not constitute a real threat in the long run after its dissolution,.."
cosmos.ucc.ie/cs1064/jabowen/IPSC/articles/article0005345.html
Wenn wir die heutige Lage im Libanon, im Irak und Afghanistan betrachten, braucht man nicht mehr gross zu spekulieren, ob dort ein zufälliges Chaos herrscht oder ein geplantes Ziel umgesetzt wurde.
Paging