Ein israelischer Soldat schießt im Westjordanland mit einem Gummigeschoss auf einen bereits gefesselten Palästinenser - vor der Kamera einer Dorfbewohnerin. Jetzt sorgen die Aufzeichnungen für Empörung.
Die israelische Armee hat Ermittlungen gegen einen Soldaten eingeleitet, der auf einen festgenommenen und gefesselten Palästinenser geschossen hat. Von dem Vorfall tauchten nun Videoaufzeichnungen auf.
Ein israelischer Soldat zielt auf einen wehrlosen Palästinenser - der Vorfall wird jetzt von der Militäranwaltschaft untersucht. (© Foto: AFP)
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Einem Armeesprecher zufolge wurde der Soldat für ein Verhör festgenommen. Das am Sonntag von der Bürgerrechtsgruppe B'Tselem veröffentlichte Video zeigt den Palästinenser mit verbundenen Augen und gefesselten Händen an einem Militärfahrzeug stehend. Ein Soldat richtet sein Gewehr auf ihn und gibt aus etwa einem Meter Entfernung einen Schuss ab.
Die Waffe war anscheinend für den Gebrauch von Stahlkerngeschossen mit Gummi-Ummantelung modifiziert worden. Der Palästinenser, der 27-Jährige Aschraf Abu Rahma, wurde von einem israelischen Oberstleutnant festgehalten. Der Zwischenfall wurde von einer Dorfbewohnerin, angeblich eine 14-jährige Palästinenserin, mit einer Videokamera aufgenommen.
Der Vorfall soll sich vor drei Wochen in dem Dorf Nilin im Norden des Westjordanlandes ereignet haben. Die israelische Armee hatte dort nach Demonstrationen gegen die Errichtung einer Sperranlage eine Ausgangssperre verhängt. Israel errichtet die Anlage nach eigenen Angaben, um sich gegen das Einsickern von Selbstmordattentätern aus dem Westjordanland zu schützen. Der Internationale Gerichtshof in Den Haag und die UN-Vollversammlung bezeichnen die Sperrmauer als illegal.
Das israelische Militär kündigte an, nach seiner Untersuchung "Maßnahmen" ergreifen zu wollen. Wie diese aussehen könnten, teilte die Armee zunächst nicht mit. Sie hatte erst nach Bekanntwerden des Videos und einer Beschwerde der israelischen Nichtregierungsorganisation B'Tselem Ermittlungen in dem Fall angekündigt. Nach Angaben von Armeesprecherin Awital Leibowitsch wirft der Film auch Fragen auf: Es sei deutlich, dass die Aufnahmen nicht am Stück gedreht worden seien. "Wo sind die fehlenden Sequenzen? Was enthalten sie?" fragte sie. Auch habe sich der Palästinenser nach seiner Freilassung nicht beschwert.
Nach Angabe von B'Tselem erlitt der Mann eine Prellung. Nach Armeeangaben stellte ein Militärarzt eine "sehr leichte Wunde mit einer Schwellung an einem Zeh des rechten Fußes" fest. Zugleich sprach die Armee von einer ernsten Verletzung der militärischen Verhaltens- und Sicherheitsvorschriften.
Die von Anwälten, Journalisten und Politikern gegründete Organisation B'Tselem dokumentiert Menschenrechtsverletzungen auf israelischer und palästinensischer Seite.
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(Reuters/AFP/dpa/cag/woja)
Man wundert sich, dass in den bisherigen Kommentaren noch nicht die Überzeugung geäußert wurde, dass dieses Video ein palästinensisches Machwerk sei und mit der israelischen Armee null und nichts zu tun habe.
Mona,
daß die israelische Seite dies nun vernebelnd ist Nirwana laufen lässt, das mag ja richtig sein. Eine Verschwörung der sueddeutschen halte ich jedoch für völlig aus der Luft gegriffen. Das mediale Verfallsdatum ist halt überschritten. Das Interesse ist längst woanders... Das Leid der Anderen ist so nah und so fern zugleich und Empörung nur ein kurzer Impuls...
Nach Misshandlung
Keine Haftstrafe für israelischen Soldat
Er hat den Befehl gegeben, mit einem Gummigeschoss auf einen gefesselten Palästinenser zu schießen: Nun soll der israelische Soldat versetzt werden. mehr ...
..............
es will mir keiner sagen, dass seit zwei Tagen nicht bemerkt worden ist, dass dieser Artikel nicht abgerufen werden kann... woran das wohl liegt?
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Ich habe viel gelesen und jetzt muss ich Leuten wie ihnen die Augen öffnen :) Jedoch geht es nicht weil sie die Augen anscheinend mit Patex zugeklebt haben. Aber irgendwann werden sie es auch sehen. Die Literatur die sie empfehlen ist zu leichte Kost, als das ich mich darum bemühen muss. :)
Paging