Sie filmen, wie sie sich prügeln, und sie prügeln sich, um es zu filmen. Auf Schüler-Handys wird alltäglich Gewalt inszeniert und konsumiert.
Es war nur eine kleine Prügelei gewesen, mehr Zuschauer drumherum als Schläger im Kreis. Nichts Besonderes einerseits, auf jedem Schulhof der Welt prügeln sich Kinder.
Happy Slapping ist für manche Schüler schon Normalität (© Foto: Internet)
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Und doch war dies hier etwas Ungewöhnliches, denn diese Prügelei hatte etwas von Filmaufnahmen: Zwei schlägern auf Verabredung los, die Runde johlt, acht nehmen das Geschehen mit dem Handy auf.
Marcus Lüpke ist ein lockerer Typ, Sportlehrer in Jeans und Sweatshirt, die Kinder mögen ihn. Lüpke ist nicht leicht zu schocken. Damals aber war er fassungslos.
Er hatte Aufsicht auf dem Pausenhof der Alfred-Teves-Hauptschule im niedersächsischen Gifhorn, er rannte hin, um die Jugendlichen zu stoppen, zog die Handys ein, dann sah er sich die Filmchen an, die dort gespeichert waren.
Horrorkino aus dem realen Leben
Er fand Horrorfilme, moderne Klassiker der besonders ekligen Art, die auf deutschen Schulhöfen und aus deutschen Kinderzimmern verschickt und getauscht werden wie früher Fußballbilder für das Sammelalbum: Ein Soldat war da zu sehen, mutmaßlich ein russischer.
Er liegt auf dem Boden, das Gesicht zur Seite gewendet. Jemand setzt ein riesiges Messer an und beginnt in aller Seelenruhe, ihm die Kehle durchzusägen. Das Video dauert etwa zweieinhalb Minuten.
Snuff-Video heißt so etwas, Horrorkino aus dem realen Leben. Eine Hitliste von etwa 20 bis 30 besonders populären Filmen dieser Machart kursiert in Deutschland, wöchentlich kommen neue dazu, für jugendliche Profis leicht herunterzuladen aus dem Netz der Millionen Möglichkeiten.
Das irritierte Lüpke, aber Pädagogen, die nicht auf dem Mond leben, schockt so etwas nicht mehr. Fassungslos machte ihn ein zweiter Fund: Ein lokal produziertes Filmchen mit einem stadtbekannten Obdachlosen in der Hauptrolle.
"Das macht man eben"
Der Mann wurde von ein paar Schülern vor dem Schulgelände hin und her gejagt, bis er sich panisch in eine Telefonzelle flüchtete. Quälereien vor der Kamera, Quälereien für die Öffentlichkeit.
Er zwang Max, den 15-Jährigen mit dem Kindergesicht und dem Männerkörper, seinen aus Syrien stammenden Freund Fawas, Ömer aus Kurdistan und all die anderen, die auf dem Hof herumstanden, die Clips von ihren Handys zu löschen.
Die Jungen taten das, aber Lüpke erntete erst einmal vor allem Schulterzucken nach dem Motto: Na und, was ist dabei? Max fand die Mördervideos, die er sich mit seinen Kumpels ansah, nicht sonderlich aufregend.
"So was anzuschauen, ist normal, das macht man eben." Und warum macht man das? "Naja, jeder hat was, für das er sich interessiert. Wer so was guckt, der will wissen, wie das geht."
Fawas sekundiert, nuschelnd und leicht geniert: "Das war doch nur Spaß." Bei der Jagd auf den Obdachlosen waren sie nicht dabei, sagen sie, und von den Jägern ist ohnehin niemand zu erkennen.
Ganz normale Teenager
Lüpke machte eine Umfrage unter seinen Schülern, 36 hatten die Filme gesehen, 13 von 42 sagten, sie hätten sich schon mal für die Handy-Kamera geprügelt. Nette Jungs, die allermeisten jedenfalls.
Und die Alfred-Teves-Hauptschule ist keine Brennpunktschule. Ganz normale Teenager, normaler Jugendalltag, engagierte Pädagogen, Gewalt ist eher die Ausnahme auf diesem Schulhof.
Happy slapping - so heißt im Szenejargon die absonderliche Mode, mit der Handykamera Misshandlungen aufzunehmen, die man selbst begeht. Happy slapping, fröhliches Dreinschlagen, wird häufig nicht als Gewaltakt wahrgenommen, die Opfer werden nicht als Opfer angesehen, sondern eher als Kleindarsteller, oft kommen sie zufällig des Wegs, sind zur falschen Zeit am falschen Ort.
Slappen ist eine Art kollektives Freizeitvergnügen. "Es tut gut, irgendwelche Leute zu verhauen, außerdem macht es Spaß", ist in einem Chatforum im Internet zu lesen, und: "Auch wenn es denjenigen, die verhauen werden, wahrscheinlich wehtut, ist es witzig, als ob man einen Sketch im Fernsehen sieht."
Jeder zehnte Gewaltfall wird gefilmt
Der niedersächsische Kriminologe Christian Pfeiffer hat bei einer Umfrage unter Jugendlichen in Hannover erfahren, dass in jedem zehnten Fall von Jugendgewalt auch gefilmt wurde. Das ist nicht dramatisch, aber symptomatisch.
Horrorvideos anzusehen ist eine Sache. Frühere Generationen haben das auch gemacht, nur war das inkriminierte Material nicht so leicht verfügbar. Den Kick gibt: selber machen.
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Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
Faszinierend mitanzusehen wie dieses Thema polarisiert. Auch ich habe das Video mit der durchgeschnittenen Kehle per Zufall gefunden - und ich war nicht schockiert, DAS hat mich schockiert!
Mein Fazit: zuviel Medien stumpfen die Leute ab. Es ist wie mit allem: die Dosis macht´s, und momentan sehe ich einfach viel zu viel von allem. Zuviel Gewalt, zuviel Sex, zuviel DSDS, zuviel dämliche Quizzes, zuviel Web 2.0.
hier nocheinmal der Link zu unseren Infoseiten zum Thema.....
Infolink | http://www.alfred-teves-schule.de/ats2005/unterrichtspraxis/gewaltpraevention/unterseiten/materialien.php
M. Lüpke, Wemaster Alfred-Teves-Schule
Ich lass die ganzen höflichen Anredeformen mal weg, wahrscheinlich erwartet sie eh keiner von einem 13 Jährigen.
Jetzt mal zu meiner Meinung:
Ich finde das Sie(ja, ich weiß das das groß geschrieben wird obwohl ich Counter Strike spiele) alle in dieser Sache nichts zu diskutieren haben! Sie sind weder Schüler, noch Lehrer, noch Politiker. Sie wenden die Diskussion meiner meinung nach nämlich weg vom Artikel, der sehr Neutral gehalten wahr(wie es sich für eine Zeitung gehört), immer mehr hin zu dem generellen Beschuldigen der Jüngeren.
Was haben sie denn damals gemacht? Nicht zufälligerweise Papa's Bier stiebitzt und dann Partys gefeiert? Haben sie das nicht auch gemacht weil es Verboten und Aufregend war?
Aber was sollen wir heute machen?
Bier bekommt selbst ein 12 Jähriger ohne Probleme, die meisten brauchen einen neuen Kick.
Und zu den beschriebenen Pornoseiten,woher die Ideen zur Vergewaltigung kommen sollen, die wurden nicht für Jungendliche programmiert, sondern für Volljährige. Und mehr als genug Leute nehmen dies auch in Anspruch, oder glauben Sie das Jugendliche so viel Geld hätten hunderte Pornoseiten durch Beiträge zu finanzieren?
Also braucht man einen neuen Nervenkitzel, und was bittet sich da an? Sicher Mobben, aber das ist alt man braucht etwas neues, was noch aufregender ist.
Und das wurde halt mit den Gewaltvideos gefunden.
Ich bin jetz wohl etwas vom Thema abgekommen, aber ich denke viel Sinnvoller als jede Studie ist es das Geld dafür in Sportangebote zu stecken. Es ist nämlich ganz egal wie viel geforscht wird, selbst wenn man das Ergebnis hat ändert das nichts. Und wenn nicht fast alle Erwachsenen(nicht nur in den Medien sondern auch im "normalen" Umfeld) vormachen würden wie toll es ist eine Freundin/Frau zu ahben und am besten noch jünger als amn selbst und Politiker öffentlich bekennen, "Sex muss ich mindestens 1 mal die Woche haben" oder Ähnliches, ist es ja wohl klar das diese Einstellung auf Jüngere übergeht.
Also bitte:
1. Keine Diskusion mehr von Leuten die damit nichts zu tun haben.
2. Kein Ausnutzen des Themas zum Politschen Stimmenfang.
3. Weniger Studien und mehr Sport- und Freizeitangebote.
Mfg(ist eine Chatabkürzung für "mit freundlichen Grüßen")
FunkyMonkey
P.S. Nicht das sie jetzt denken ich würde keinen Ekel bei Videos mit Tötung empfinden, aber es gibt mehr als genug Leute die sowas nur als Mitläufer schauen, und diese Mitläufer gibt/gab es schon immer/wird es immer geben.
P.P.S. Überings dazu das wer keine Freundin findet sie mit Gealt nimmt:
Ich bin an einem Gymnasium, aber trotzdem haben die Mädchen meist nichts dagegegen wenn ihre Brüste gestreichelt werden und ich/wir/die sind um die 13!!!!
Hallo zusammen,
es macht allseits betroffen, daß Jugendliche ihre Schandtaten filmen
vervielfältigen und veröffentlichen.
Aber was machen denn diese Jugendlichen anderes als das was man in manchen
privaten Fernsehkanälen täglich begutachten kann.
Da werden Menschen vor laufender Kammera und vor der ganzen Republik
entwürdigt und blamiert, ob es nun Big Brother war wo wir gleich
mit abstimmen durften wer geht oder auch nur ein Dieter
Bohlen, der Jugendliche auflaufen lässt.
Die Jugend hat das Prinzip sehr schnell begriffen und produziert
sozusagen selbst dieses Programm, nur eben in etwas veränderter Form.
Hallo allerseits. Was ich so erschreckend daran finde, ist dass ich dieses Video mit dem Russen dem die Kehle aufgeschnitten wird, als Jungendlicher auch gesehen habe. Das liegt nicht daran, dass meine Eltern so unglaublich wenig aufpassten, sondern, dass ich mit 13 auf meiner ersten 'Netzwerksession' gewesen bin. (Ich bin jetzt 25...)
Ich kann mich ziemlich lange darüber auslassen, was Computerspielen so alles bewirkt, aber ich finde es hat ziemlich wenig mit sich schlagenden Kindern zu tun. Ich mein', wer von Euch spielt denn richtig Computer? Das was man da macht ist rumballern, dabei auf seinem Stuhl rumlungern und erschossen werden. Ist man tot, startet man wieder und wieder und wieder und wieder. Die Spiele werden als immer realistischer beschrieben - Wird schon so sein, bei Counterstrike stirbt man ja schliesslich beim ersten 'Headshot', viel mit Realität gemein haben sie genau deshalb dann aber doch nicht. Setzt euch mal vor euren Computer, rattert mal 16 Stunden lang mit dem Maschinengewehr durch die Gegend. 2 Stunden reichen vielleicht um davon Alpträume zu bekommen, 4 Stunden für Kopfschmerzen und alles darüber ist einfach ein Marathon. Ja Leute, das bringen die kleinen Kacker fertig, auch wenn man mal nicht hin sieht - nur bockt das dann auch nicht mehr so, man kriegt auch keine Kopfschmerzen mehr, keine Alpträume - nur einen krummen Rücken und schlechte Augen. Es gibt Scores, die bereiten einen Alpträume. Man muss gewinnen, siegen, immer und immer wieder!!... und am Schluss ist es eben doch nur ein Spiel.
Ich will mal näher auf die Netzwerksession eingehen und warum ich z.B. dieses absolut krasse Video gesehen habe. Was wir damals ALLE gemacht haben, war Daten sammeln. Jeder Junge hat ja irgendwie den Drang etwas zu sammeln - so wie man das mit Daten halt auch kann. Wir haben damals alles gehabt - das Internet war noch nicht so schnell wie heute, aber eine Netzwerksession lud zum tauschen ein: Pornos, Nackte Frauen, Gewaltvideos, Nazibilder und natürlich das übliche: Mp3s. Schaut mal auf den Rechnern eurer Kinder nach, was da so rumfliegt (ich glaube nur Jungs machen das).
Und warum erzähle ich das alles? Weils scheiss egal ist. OK, liebe Eltern, tötet mich nicht, aber ich studiere heute, meine Freunde die damals mit mir zocken studieren oder sind schon fertig. Keiner hat jemanden geschlagen keiner vergewaltigt, gemordet oder sonstwas. Computerzocker sind auch eher weniger angesehen in unserer Gesellschaft und das ist auch ein wichtiger Grund, warum man das dann irgendwann auch mal lassen sollte (ich ein bisschen spät, das gebe ich zu), weil das einzige was daddeln wirklich mit einem macht, ist die Trägheit in Person.
Ich kann jedem nur empfehlen, den Zock - und Computerkonsum eines Kindes zu reduzieren.Das stelle ich mir unglaublich schwer vor, aber die eigentliche Gefahr ist die einer gewaltigen Form von Zeitverschwendung. Und wie sie sich in den Arsch beissen werden - die Kinder! Alle Freunde sind Zocker, die Jungs haben bis zum Alter von 20 keine Freundin und denken sie sind vom Glück verlassen, weil keiner mit ihnen Parties machen möchte (wenn er sich doch nur einmal waschen würde).
Das mit auf dem Schulhof vor Leuten prügeln um ein tolles Handyvideo zu bekommen!?? Alter Schwede, so ändern sich die Zeiten!!! Was ich hier ein vermischt sehe, und deshalb auch in Frage stelle, das der Zocker und der Schläger die selbe Person ist. Ganz ernsthaft! Bitte nicht verwechseln: Die COOLEN haben sich geschlagen, die FLASCHEN haben drum herum gestanden. Schlimm genug, das da jemand drum herum steht und es stehen ja ziemlich viele drum herum - so wie ich, als ich noch ein Kind war, vor dem Computer nämlich. Mein Computer - Konsum hat mich jedoch nie dazu verleitet, so mutig zu werden, um das zu tun was die Mutigen (wir nannten sie damals halt die Coolen) machen: sich prügeln, saufen, grafiti usw.
OK, vermutlich lässt sich das alles nicht so leicht über einen Kamm scheren, wie ich das tue und nach dem Strafgesetz ist ja der, der bei einer Straftat zu schaut, ohne einzugreifen, auch ein Straftäter. Ich möchte aber auch nur darauf hinaus, dass die Diskussion bitte schön bei dem neuen Medium 'Internet' und 'Handykamera' bleibt. Das daddeln hat, auch wenn man das vielleicht gerne mal so sieht, nur sehr sehr wenig mit der ausgeführten, körperlichen Gewalt zu tun, mit Abstumpfung allerdings sehr viel (deswegen schauten wir ja uns das ja alles an - weil es uns nicht beeindruckte!!).
Ein Gruss aus Spanien!
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