Kaum wünscht sich der scheidende britische Premierminister Blair seinen Schatzkanzler als Nachfolger, verkündet dieser einen gravierenden Kurswechsel: Brown will die Irak-Politik seines Landes nachhaltig verändern.

Als Premierminister Großbritanniens will Gordon Brown die Irak-Politik seines Landes ändern, jedoch nicht vorzeitig die britischen Truppen abziehen.

Gordon Brown

Sichtlich gelöst reagiert Gordon Brown auf die Entwicklungen: Er steht nun - endlich - als offizieller Wunschkandidat des Premierministers fest und wird ihn voraussichtlich am 27. Juni beerben. (© Foto: Reuters)

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Das machte der 56-jährige Schatzkanzler in London mit Blick auf die Nachfolge von Tony Blair deutlich. Blair hatte am Vortag seinen Rücktritt zum 27. Juni erklärt. Mit einer Rede und einer anschließender Diskussionsrunde meldete Brown offiziell seine Kandidatur für die Blair-Nachfolge an.

"Ich akzeptiere, dass wir Fehler gemacht haben", erklärte Brown bei einem Treffen mit Labour-Parteiaktivisten auf die Frage, wie er zur Irak-Politik Blairs stehe. Jedoch müsse und werde Großbritannien seine "Verpflichtungen gegenüber dem irakischen Volk erfüllen". Großbritannien hat derzeit rund 7200 Soldaten im Irak.

148 Briten wurden seit Beginn der Invasion im März 2003 getötet. Brown versprach auch deutliche Veränderungen in der Wirtschafts- und Sozialpolitik. Die britische Gesellschaft müsse gerechter werden und Chancengleichheit für alle gewährleisten. Sein Politikstil werde davon gekennzeichnet sein, dass er zuerst den Menschen genau zuhöre, um zu lernen, und erst dann entscheide. "Ich werde immer auf der Seite der Menschen stehen", versprach Brown.

Zuvor hatte Blair dem Schatzkanzler bereits seine "volle Unterstützung" zugesichert. Brown sei ein "außerordentliches und seltenes Talent". Er habe alles, was jemand brauche, um die Labour-Partei und das Land ehrenvoll zu führen.

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(dpa)