Finanzminister Steinbrück will mit einer Verschärfung des Steuerrechts gegen Staaten vorgehen, die der Steuerhinterziehung Vorschub leisten und nicht mit deutschen Behörden kooperieren.
Finanzminister Peer Steinbrück will mit einer massiven Verschärfung des Steuerrechts gegen Staaten vorgehen, die der Steuerhinterziehung Vorschub leisten und die Kooperation mit deutschen Behörden verweigern. Einem Gesetzentwurf zufolge sollen Zahlungen an Firmen in unkooperativen Staaten nicht mehr als Betriebsausgaben anerkannt werden, sofern die Regierung eine Verordnung dazu erlässt.
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Will gegen Steueroasen kämpfen: Finanzminister Steinbrück (© Foto: dpa)
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Einen entsprechenden Bericht des Tagesspiegel am Sonntag bestätigte ein Ministeriumssprecher am Samstag in Berlin. Es geht dabei um Staaten, die sich nicht an die von der OECD festgelegten Kriterien für steuerliche Transparenz und Zusammenarbeit in den Finanzbehörden halten.
Käme es zu einer entsprechenden Verordnung der Regierung, könnte dies bei konsequenter Anwendung den Geschäftsverkehr mit den Staaten weitgehend blockieren, sagte der Wiesbadener Ökonom Lorenz Jarass der Zeitung. Zum einen würden die verbreiteten Umwegzahlungen über Steueroasen unterbunden, mit denen viele Firmen ihre Gewinne der deutschen Besteuerung entzögen.
Zugleich würden die Dienstleistungen der Banken und sonstigen Steuerfluchthelfer - etwa aus Guernsey und Cayman Islands - sehr teuer, weil sie nicht mehr steuerlich geltend gemacht werden könnten. Der Ministeriumssprecher sagte, der Gesetzentwurf befinde sich in der Abstimmung zwischen den Ressorts. Es gehe darin um die nationalen Schritte zur Austrocknung der Steueroasen. Zusätzlich werde auch ein international abgestimmtes Vorgehen vorbereitet.
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(Reuters/ihe)
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Wo kommt denn diese Mär her, dass irgendwer in Deutschland heute 60% Steuern bezahlen müsste? Vielmehr zahlen die meisten deutschen Großunternehmen kaum noch Körperschaftssteuern, vor allem wenn man sie anteilig an den ausgewiesenen Unternehmensgewinnen bemisst. Die Schließung von Steueroasen würde kleinen und mittleren Betrieben endlich zu gleichem Recht verhelfen, denn bislang sind sie (und ihre Angestellten) die Hauptleidtragenden von Steueroasen.
Es kann nicht effizient sein, wenn Großkonzerne scharenweise Anwälte dafür bezahlen, dass sie die Komplexität der Konzernstruktur durch Pseudoniederlassungen in Steueroasen steigern, damit sie Gewinne dorthin verschwinden lassen können. Wer sich für eine funktionierende Marktwirtschaft einsetzt kann nicht Steueroasen befürworten. Statt Leistungswettbewerb berauben sie andere durch Nichtleistungswettbewerb. Denn sie erbringen außer der Nichtbesteuerung keinerlei Gegenleistung.
Und die Entscheidung für die richtige Höhe der Steuern wird in einer Demokratie durch Wahlen entschieden - nicht durch räubernde Nachbarländer oder radikale Ideologen.
dass die Schweizer USB-Bank alle Namen der US-Bürger, die bei ihr Geld gebunkert haben, herausgeben muss. Da zittern jetzt Tausende und der US-Fiskus wird Milliarden Dollar einsacken.
Warum soll das etwas mit Völkerrecht zu tun haben, wenn eine Bank "freiwillig" auf das Bankgeheimnis verzichtet.
Und in diesem Sinn muss auch Steinbrück vorgehen. Glück auf.
Guernsey, British Virgin Islands und Cayman Islands sind Britisches Staatsgebiet, welche von einem Angehörigen des britischen Außenministeriums verwaltet werden. Wie Herr Steinbrück Gesetze gegen Teile von EU-Ländern machen will ohne das diese vom EUGH umgehend kassiert werden, wird wohl ewig sein Geheimnis bleiben.
Er sollte lieber seine Hausaufgaben vor Ort machen, statt EU-weit dem Klischee von den bescheuerten Krauts Vorschub zu leisten.
Doch so lange der deutsche Fiskus real 60% von Unternehmensgewinnen einzieht, wird sich das grundsätzliche Problem nicht lösen lassen. Erfolgreiche werden versuchen auszubrechen und dabei immer irgendeinen Weg finden.
Man muss sich ja nur mal anschuen wie viele deutsche Firmen mittlerweile direkt an der Grenze in Polen ihren Stammsitz haben. Da nützt es nicht sehr viel die Probleme mit den Lichtensteiner Stiftungen zu lösen. Wir können uns ja nicht mit halb Europa überwerfen weil es dort lukrativere Steuerbedingungen gibt.
ich wünsche ihm viel glück dabei