Londons Polizei muss sich wegen ihres Einsatzes während des G-20-Gipfels immer weiterer Vorwürfe erwehren: Nun ist ein drittes Video aufgetaucht.
Neue Videos von Polizeiübergriffen bei Protesten zum G-20-Weltfinanzgipfel in London haben Scotland Yard ein weiteres Mal in Erklärungsnot gebracht.
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Polizeieinsatz in London während des G-20-Gipfels: Insgesamt liegen 150 Beschwerden gegen das Vorgehen der Beamten vor. (© Foto: Getty)
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Britische Medien veröffentlichten am Sonntag Aufnahmen, auf denen ein Polizist einem Demonstranten mit einem Schild, der zur Ausrüstung der Bereitschaftspolizei gehört, auf den Kopf schlägt.
Der Mann hatte sich zuvor von dem Polizisten abgewandt und war in der zu sehenden Sequenz nicht aggressiv. Ein anderes Video zeigte, wie ein Beamter einen Demonstranten einen Kinnhaken versetzte.
Wegen weiterer Übergriffe, die auf früheren Videos zu sehen sind, waren in den vergangenen Tagen bereits zwei Polizisten suspendiert worden. Gegen einen Beamten laufen Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung, nachdem ein Mann wenige Minuten nach einer Polizeiattacke tot zusammengebrochen war. Die Polizei hatte zunächst bestritten, etwas mit dem Fall zu tun zu haben.
Dann tauchte aber ein Amateurvideo auf, das einen Polizisten zeigt, der von hinten auf den Mann einschlägt und ihn zu Boden stößt. Eine Zweit-Obduktion ergab jetzt, dass der Zeitungsverkäufer an einer Unterleibsblutung starb. Die Ursachen der Blutung müssen noch geklärt werden. Die Polizei hatte Anfang April nach einer ersten Obduktion noch erklärt, der Mann sei auf natürliche Weise an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben.
In einem zweiten Fall wurde - ebenfalls von einem Amateur - gefilmt, wie ein Polizist einer Demonstrantin ins Gesicht schlägt und sie mit einem Schlagstock verprügelt. Die Vorfälle hatten eine scharfe Diskussion über das Vorgehen der britischen Sicherheitskräfte entfacht. Dabei wurde auch an die tödlichen Schüsse der Polizei auf den Brasilianer Jean Charles de Menezes erinnert. Der 27-jährige war kurz nach den Selbstmordanschlägen in London vom 7. Juli 2005 mit sieben Schüssen in den Kopf getötet worden. Die Beamten hatten den Elektriker fälschlich für einen flüchtigen Terroristen gehalten.
Insgesamt liegen in rund 150 Fällen offizielle Beschwerden gegen das Vorgehen der Polizei beim G-20-Gipfel vor. In rund 70 der Fälle richten sich die Vorwürfe gegen ein übermäßig harsches Vorgehen der Sicherheitskräfte.
Im aktuellen Fall äußerte der Vorsitzende der unabhängigen Polizeiaufsicht, Nick Hardwick, harsche Kritik am Vorgehen der Sicherheitskräfte und forderte eine generelle Debatte im Parlament über die Erwartungen an die Polizei.
Hardwick kritisierte, dass mehrere Polizisten während des Einsatzes beim G-20-Gipfel absichtlich ihre Erkennungsnummern verborgen hätten. "Da muss man sich über die Aufsicht der Vorgesetzten ernsthaft Gedanken machen. Das ist nicht hinnehmbar. Es geht darum, Diener zu sein, nicht Herrscher", sagte er der Sonntagszeitung The Observer.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(dpa/AFP/gba/mel)
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Wo kommt denn Ihre BILDung her?
so kann sich nur jemand äußern, der noch nie auf einer Demonstration in Berlin oder einer anderen Stadt in Deutschland anwesend war.
Für Menschen wie sie ist dieser Artikel auch verfasst.
dass alle Videoaufnahmen aus privaten Händen stammen. Bei sovielen Kameras in London, welche auch zur Strafverfolgung dienen, müssten diese Aufnahmen doch auch geben? Warum wird nicht auf diese Aufnahmen zurückgegriffen?
Die britische Polizei wird zurzeit sehr stark kritisiert zu Unrecht, glaube ich.
Zuerst kesseln sie die Demonstranten ein; sie nehmen die Gefahr von Gesundheitsschäden in Kauf, schließlich kennen sie jeden Demonstranten und riskieren nichts. Okay, Jan Tomlinson starb zwar aber er war ja auch kein Demonstrant, sondern nur zufällig zugegen.
Die britische Polizei schützte die Demonstranten. Okay, Jan Tomlinson wurde von ihnen verprügelt und von hinten ganz heftig zu Boden gestoßen, was sehr wahrscheinlich, aber doch noch nicht ganz sicher zu dessen Tode führte, aber er ging auch provokativ mit beiden Händen in den Hosentaschen vor den Polizisten her, die nur den Weg frei räumen wollten.
Die britische Polizei erklärte wahrheitsgetreu und offen, keinen Kontakt mit Jan Tomlinson gehabt zu haben. Okay, dann tauchte das Video auf, anhand dessen sie sich dann doch noch an ihn erinnern konnten: das haben sie aber auch gleich gesagt.
Die Anghörigen wurden ganz rücksichtsvoll behandelt; ihnen sollte die Todesursache Herzinfarkt ein Trost sein. Okay, die zweite Untersuchung führte dazu, dass ein ungenannter Polizist dann doch noch sogar unter dem Verdacht der fahrlässigen Tötung vom Dienst suspendiert wurde, aber shit happens
Ich finde es richtig, bei "schlimmen" Übergriffen von Polizeibeamten diese auch hart zu bestrafen...
Der Unterschied: in England waren die Demonstranten auch friedlich...
Hier in D werden sog. Autonome, die in ihren schwarzen Kapuzenjacken und Brillen "Ungesetzliches" machen, gefilmt, aber nicht enttarnt und bestraft...
Oder gehören Brandsätze und Steine (die Polizei "provoziert" ja), hier schon zum "alltäglichen" Demo-Zubehör? Und: wieso gibt es immer mehr verletzte "Bullen" als Dem.-Teilnehmer?
Viel Spaß am 1.Mai in Berlin, wenn es durch Deeskalation der Polizei (!) wieder zu "Ausschreitungen" kommt...
Paging