Geschäftsbeziehungen zu Libyen waren ein wesentlicher Grund für die Haftentlassung des Lockerbie-Attentäters Abdel Basset al-Megrahi - das hat der britische Justizminister Jack Straw nun zugegeben.

Der britische Justizminister Jack Straw hat eingeräumt, dass Handelsfragen bei der Freilassung des libyschen Lockerbie-Attentäters Abdel Basset al-Megrahi eine sehr große Rolle gespielt haben. Das bedauere er nicht, sagte Straw dem Daily Telegraph.

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Umstrittene Freilassung: Lockerbie-Attentäter Abdel Basset al-Megrahi (© Foto: AFP)

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Die Entscheidung, den 57-jährigen krebskranken Megrahi aus schottischer Haft zu entlassen, habe den britisch-libyschen Beziehungen gedient und einem Vertrag des Ölmultis BP mit dem nordafrikanischen Land den Weg geebnet. Premierminister Gordon Brown hat wiederholt dementiert, dass Wirtschaftsfrage bei der Freilassung des Lockerbie-Attentäters eine Rolle gespielt hätten.

"Libyen war ein Schurkenstaat. Wir wollten ihn zurückholen in die Gemeinschaft", sagte nun Straw. "Und ja, das beinhaltete den Handel, denn Handel ist dafür ein wesentlicher Bestandteil, und später war da das BP-Abkommen."

Vergangene Woche war aus Briefen Straws an die schottische Regierung deutlich geworden, dass der Justizminister seinen ursprünglichen Widerstand gegen Megrahis Freilassung aufgab, um die Beziehungen zu Tripolis nicht zu gefährden. Angesichts anhaltender Spekulationen, Megrahi sei auch freigekommen, um einen Öl- und Gasdeal mit Libyen in Milliardenhöhe nicht zu gefährden, hatte sich die britische Regierung zur Veröffentlichung der Briefe entschlossen.

Demnach hatte Straw ursprünglich Megrahi ausdrücklich von einem Abkommen zu einem libysch-britischen Gefangenenaustausch ausschließen wollen, gab sein Nein aber letztendlich auf. Gleichzeitig macht Straw aber deutlich, dass die Entscheidung bei Schottland liege. Am 20. August beschloss die schottische Regierung schließlich, den krebskranken Lockerbie-Attentäter aus humanitären Gründen zu begnadigen und löste damit eine lebhafte Debatte aus.

Die Haftentlassung Megrahis war von den USA scharf kritisiert worden. Bei dem Anschlag auf ein PanAm-Flugzeug, das 1988 über der schottischen Ortschaft Lockerbie abgestürzt war, waren 270 Menschen ums Leben gekommen. Die meisten Opfer waren US-Bürger. Megrahi ist der einzige Attentäter, der je wegen des Anschlags verurteilt wurde.

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(AFP/AP/Reuters/gal/bavo)