Franz Müntefering und die SPD sind wieder ein harmonisches Paar. Auf Frau Merkel und ihre Mannschaft ist der Vizekanzler hingegen ganz schön sauer.
Über seine Art, mit Ärger umzugehen, hat Franz Müntefering einmal gesagt: "Wenn ich richtig Zorn habe, wenn es richtig hart wird, dann werde ich eher leise." So gesehen kann man ins Zweifeln geraten, wie sauer der Vizekanzler am Montagabend im Koalitionsausschuss wirklich war, als Union und SPD über Mindestlöhne stritten.
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Müntefering selbst hat hinterher nur berichtet, er sei einige Male wohl etwas laut geworden. Laut, nicht leise. Dass der Minister noch nicht am Anschlag war, beweist auch der Umgang mit der Kanzlerin.
Auf seiner Pressekonferenz am Dienstag, in der es Müntefering an wüsten Vokabeln für die Union als Ganzes nicht fehlen ließ, näherte sich der Vizekanzler auch einer persönlichen Attacke auf Angela Merkel wie ein Bungee-Jumper, der dem Boden entgegenrast. Wo am Sprungturm das Seil den Aufprall verhindert, riss Müntefering dann schließlich sich selbst am Riemen. Zentimeterarbeit.
Alles unter Kontrolle
Auffallend ist jedenfalls, dass Franz Müntefering zum Ende der Woche ziemlich gut gelaunt wirkte. Alles unter Kontrolle. Und neue Optionen offen. Am Donnerstag im Bundestag war er bereits wieder zu Scherzen aufgelegt.
Auch die breite Mehrheit in der Bevölkerung für einen gesetzlichen Mindestlohn, die am Freitag mühelos aus Umfragezahlen herauszulesen war, dürfte seine Stimmung alles andere als verdüstert haben, auch wenn Müntefering stets um den Eindruck bemüht ist, er halte von Demoskopie so viel wie vom nordrhein-westfälischen CDU-Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers.
Müntefering hat in diesen Tagen zwischen seinen Rollen als Vizekanzler, Arbeitsminister und SPD-Politiker eine neue Balance gefunden. Er ist auf Distanz zur Union und zu Merkel gegangen, ohne die Koalition in Frage zu stellen - und damit sich selbst, den vehementesten Befürworter dieses Bündnisses in der SPD, zu verraten.
Im nächsten Absatz: Müntefering, der wütende Briefeschreiber
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Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
ICE-Strecke
Nico Fried von der SZ hat die Situation in der GK hervorragend erkannt und geschildert: Die Umfragewerte der Kanzlerin sind zwar - besonders nach ihrem EU-Gipfelerfolg - hervorragend. Doch wird sich schon bald zeigen, wie sehr Angela Merkel gerade auf die SPD-Säulen in ihrem Kabinettes angewiesen ist. Schon kommt Oskar Lafontaine und umschmeichelt die SPD: "Ein paar kleine Bedingungen erfüllen", säuselt er und "schon morgen kann Kurt Beck Bundeskanzler sein." Die "SPD lässt Lafontaine abblitzen" (Spiegel-online), doch zeigt sich, wie dünn in Wahrheit das Eis ist, auf dem Angela Merkel wandelt.
"...vom Beton-Sozi zum Durchpeitscher von Schröders Reform- Agenda..."
Zwischendurch gibt er dann den Heuschrecken-Peitscher und kurz darauf macht er die "Rentemit67" -is ja kein Problem, er hat ja auch die "Initiative50plus" im Programm!
Und jetzt dieses energische Engagament für einen Mindestlohn... - großartig!
Also, bei den Lehrern an der SPD- Basis mag das ja ankommen, aber die haben auch einen ganz anderen Horizont, als das unzufriedene Pack, daß von HartzIV bedroht ist.
Den Wahlkampf 2009 hat die SPD damit eingeläutet.
Zwei Jahre lang dürfen sich die Bürger anhören,wie die GroKo sich gegenseitig das Wasser abgraben wird,natürlich alles nur zum Wohle des Volkes.
Ich hoffe der Bürger weiß das zu schätzen,und würdigt dies auch entsprechend.denn "Wahltag ist Zahltag!"
Pack schlägt sich, Pack verträgt sich. - It's all the same to the clam.
(Was Harry Rowohlt so ins Deutsche übersetzt hat: "Des is doch da auster so wuaschd." )
Die einen nennen´s Lernfähigkeit, die anderen Opportunismus.
Möge jeder selbst entscheiden, was Politkiker eher auszeichnet.
Paging