Abrechnung zwischen Salat und Schoko-Mousse: Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy soll im Elyséepalast eine böse Rede gehalten haben.
Nicolas Sarkozy hat sich bei einem Mittagessen mit französischen Volksvertretern über Barack Obama, Angela Merkel und andere Staatenlenker ausgelassen. Einem Bericht der Tageszeitung Libération zufolge trennt den französischen Präsidenten demnach mehr als nur eine Kopflänge Größenunterschied von seinem US-Kollegen. "Obama ist ein feinsinniger Geist, sehr intelligent und sehr charismatisch", soll Sarkozy zunächst noch eher versöhnlich beim Tomaten-Mozzarella-Salat gesagt haben.
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Nicolas Sarkozy ist auf seine Amtskollegen nicht immer gut zu sprechen. (© Foto: dpa)
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Je näher die Schoko-Mousse rückte, desto weniger schmeichelhaft urteilte der Herr im Elysée jedoch offenbar: "Er hat noch nie ein Ministerium geleitet", soll Sarkozy festgestellt haben,und: "Es gibt einige Dinge, zu denen er keine Meinung hat." Vor allem sei Obama "nicht immer auf der Höhe, was Entscheidungen und Effizienz angeht". Zum Beispiel in Sachen Klimaschutz. "Ich habe ihm gesagt", wird Sarkozy zitiert, "ich glaube, du hast nicht ganz verstanden, was wir (in der EU) zum Thema CO2 gemacht haben. Du hast nur eine Rede gehalten, es werden auch Taten folgen müssen."
Die Weiterleitung der Zitate ist nicht rückzuverfolgen und daher nicht nachprüfbar. Der Elysée-Palast dementierte am Donnerstag sämtliche Sarkozy zugeschriebenen Äußerungen. Die Berichte darüber dürften aber von den wenigen geladenen Abgeordneten der Opposition kommen. Zwölf Abgeordnete und zwölf Senatoren hatten im November eine Arbeitsgruppe zur Finanzkrise gebildet. Im Elysée-Palast waren sie am Mittwoch, um sich über die Ergebnisse des G-20-Gipfels informieren zu lassen.
Noch vor dem Dessert soll auch die Kanzlerin ihr Fett abbekommen haben: "Als sie sich des Zustandes ihrer Banken und ihrer Autoindustrie bewusst wurde, blieb ihr nichts anderes übrig, als sich meiner Position anzuschließen", soll Sarkozy gesagt haben. Watschen gab es auch für EU-Kommissionschef José Manuel Barroso und Spaniens Premier José Luis Zapatero. Der eine sei auf dem G-20-Gipfel "total abwesend" gewesen, der andere sei "vielleicht nicht sehr intelligent".
Für Italiens Premier Silvio Berlusconi hingegen soll Sarkozy warme Worte gefunden haben. "In der Demokratie kommt es darauf an, wiedergewählt zu werden. Guckt euch Berlusconi an: Der ist schon dreimal wiedergewählt worden." Und auch er, Sarkozy, habe schon viele geschlagen, die für intelligenter gehalten worden seien als er selbst. "Das war ein 200-prozentiger Sarkozy, ziemlich nahe an seiner eigenen Karikatur", freute sich einer der Teilnehmer der Tafelrunde.
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(SZ vom 17.4.2009/vw)
ICE-Strecke
Wenn es stimmt, kann man nur sagen: ein echter Sarkozy.
Anderseits: Wirklich Beleidigendes war es ja nicht, was er gesagt haben soll; und zweifelsfrei hat es auch einen gewissen Wahrheitsgehalt.
Er hat sich wohl ein bisschen gehen lassen, und vielleicht war er auch etwas beschwipst
Und muss man wirklich alles nach außen tragen - ohne Not-Wendigkeit! - , was in eher vertraulicher Runde gesagt wird? Und muss man es in einer Qualitätszeitung breittreten?
Und hat diese Geschichte wirklich Informationsgehalt? Schließlich kennen alle Qualitätszeitungsleser M. Sarkozy schon gründlich genug.
sie übertreiben, es ist das hausrecht der sz, ganz einfach. machen sie doch eine eigen seite auf. das ist ihr gutes recht sie können dann machen was sie wollen. ich finde das forum hier sehr gelungen, auch wenn die mod manchmal auf ... also auch wenn ...naja wenn man ... nicht immer .... sie wissen schon ;-))
Jetzt bin ich baff das berühmte Zitate der Kontrolle unterstehen das ist genauso wie Bücher verbrennen.
In totalitären Systemen wird kontrolliert, was die Leute sagen. Dies geht in den so genannten freiheitlich demokratischen Systemen nicht. Hier wird stattdessen kontrolliert was die Leute denken.
Dies wird durch Medien geleistet.
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Wenn ich mir in Frankreich seine Beliebtheitswerte anschaue, würde ich nicht darauf wetten, daß dieses kleine arrogante Männchen mit dem großen Mundwerk noch mal gewählt wird. Zapatero hingegen ist bereits einmal wiedergewählt worden, scheint also die Sorgen und Stimmungen der Spanier besser zu erfassen, als Sarkozy die der Franzosen. Wäre Sarkozy schlau, würde er seinen Blick eher nach Spanien richten, Italien dient nicht als Beispiel, da es nicht viele Länder gibt, die alle zwei Jahre Neuwahlen brauchen und jedes Mal von links nach rechts und wieder zurück pendeln. Im Übrigen sind mir solche, die ständig ungefragt Noten verteilen, sowieso sehr suspekt. Wen interessiert schon, was dieser Napoleon für Arme denkt?
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