Die Industrie kommt glimpflich davon: Die Regierung will den Ökosteuer-Rabatt für stromintensive Unternehmen nicht komplett streichen. Stattdessen soll nun die Tabaksteuer steigen.
Die Koalition will die Tabaksteuer erhöhen, um die Wirtschaft beim geplanten Abbau von Ökosteuer-Subventionen nicht so stark belasten zu müssen wie bisher geplant. Die Spitzen von Union und FDP einigten sich am Sonntagabend bei einem Treffen im Kanzleramt darauf, energieintensiven Unternehmen weite Teile ihrer Ökosteuerprivilegien zu belassen. Sie sollten ursprünglich um jährlich 1,5 Milliarden Euro beschnitten werden. Um Belastungen für den Haushalt zu vermeiden, werden nun stattdessen die Raucher zur Kasse gebeten. Die Lösung des koalitionsinternen Konflikts über die Subventionierung der Steinkohle wurde hingegen erneut vertagt.
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Rauchen könnte bald noch teurer werden. Dafür schont die Regierung stromintensive Unternehmen - sie erhalten weiterhin Vergünstigungen bei der Ökosteuer. (© dpa)
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Exakte Zahlen nannten Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) nach dem Treffen im Kanzleramt nicht. Die Mehrerlöse aus der Tabaksteuer sind aber offenbar so hoch, dass sie die Regierung nicht nur als Kompensation für nun fehlende Ökosteuereinnahmen, sondern auch zur Finanzierung von Steuervereinfachungen für alle Bürger verwenden will.
Allein der zweite Punkt soll 500 Millionen Euro kosten, über Details wollen die Koalitionsspitzen am 9. Dezember beraten. Im Gespräch ist unter anderem, den Bürgern nur noch alle zwei Jahre eine Steuererklärung abzuverlangen. Zudem könnten die Finanzämter via E-Mail weitgehend vorausgefüllte Formulare verschicken, die die Steuerzahler im besten Fall nur noch gegenlesen und dann per Maus-Click bestätigen müssen. Die meisten Steuervereinfachungen sollen 2012 in Kraft treten, einige wenige auch schon im kommenden Jahr.
Bei der Ökosteuer zeigte der immense Druck der Wirtschaft auf die Regierung offenkundig Wirkung. Schäuble zufolge wird der Sockelbetrag nicht auf 2500 Euro erhöht, sondern nur auf 1000 Euro verdoppelt. Das bedeutet, dass alle Unternehmen, die pro Jahr mehr als diese 1000 Euro Ökosteuer zahlen müssen, weiter in den Genuss von Nachlässen kommen werden. Auch die Veränderungen beim sogenannten Spitzenausgleich werden abgemildert.
Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hatte im Vorfeld der Entscheidung gewarnt, sollte die Regierung bei ihren ursprünglichen Plänen bleiben, seien bis zu 870000 Arbeitsplätze in Gießereien, Zementwerken und der Chemie-Industrie in Gefahr.
Schäuble nahm erstmals seit seiner Einlieferung in eine Berliner Klinik vor fast vier Wochen wieder an einer Koalitionsrunde teil. Der querschnittsgelähmte Politiker hatte sich zum zweiten Mal in diesem Jahr einer Operation unterziehen müssen; diesmal weil eine Wunde nicht verheilte. Der Bild am Sonntag sagte er, er habe während des Klinikaufenthalts nie an Rücktritt gedacht. Allerdings prüfe er sich fortwährend, ob er sein Amt noch mit voller Kraft ausüben könne.
In Regierungskreisen hatte es dagegen Anfang Oktober geheißen, Schäuble habe Merkel sehr wohl angeboten, ihn zu entlassen. Das Magazin Stern hatte den Minister zudem mit den Worten zitiert, sollte er weiter gravierende gesundheitliche Probleme haben, werde er "Konsequenzen ziehen".
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(SZ vom 25.10.2010/beitz)
Obama zeichnet Bob Dylan aus
Danke, dass Sie drei Packungen am Tag rauchen und nicht wie andere nur eine. Damit leisten Sie ganz zweifellos den größeren Beitrag zur Zukunftsfähigkeit von Renten- und Krankenkassensystemen.
Weiter so!
81 Mio. Menschen in Deutschland. Davon raucht ungefähr die Hälfte 1 Schachtel Zigaretten am Tag (Ich rauche 3). Sagen wir also: 40.000.000 Menschen mal rund 4 € die Schachtel (Mischpreis = Billigzigaretten zu 3,25€ und 5€ Automatenpackung) ergibt täglich einen Tabakerlös von 160.000.000,00 (in Worten: 160 Millionen)!!!!!!!!!! Dieser Verkaufserlös wird mit 20% MwSt. belegt. Das heißt: Vom Verkaufswert werden 1/5 an Steuern täglich abgeführt. Also ergibt es TÄGLICH 3,2 Millionen EURO in die Steuerkasse MAL 365 TAGE sind gleich 1,168,0 Mrd. (in Worten = Eine Milliarde einhunderachtundsechzigmillionen). HINZU KOMMT DIE TABAKSTEUER von über 80 % (je Tonne oder Verkaufspreis?)
Wer also rettet den DEUTSCHEN STAAT? Alkoholiker sicher nicht! Denn die sind ausgeklammert als Süchtige! Die ganze Regierung müsste ja dann in die Entzugsanstalt!!!!!!
Zudem hat eine Erhebung der Süddeutschen Zeitung con ca 1998 ergeben, dass Raucher von der Geburt bis zum Tod den Staat ca. 19,80 DM kosten, Nichtraucher hingegen weit über 22 DM liegen. Wer ist jetzt der Nutznießer oder der Sozialschmarotzer?
Steuern erhöhen, um eine Subvention beizubehalten. Belastet werden Bürger, entlastet werden Unternehmen. Das ist nur konsequent, trägt dieser Plan doch den "Geist" des sogenannten Sparpakets?
Konsequenter, da im Sachzusammenhang, wäre es aber gewesen, den gestrichenen Heizkostenzuschlag von Wohngeldempfängern gleich an die energieintensiven Unternehmen weiter zu leiten.
Verzeihen Sie dass ich anderer Ansicht bin. Ich verdiene meine Brötchen u.a. mit der energetischen Optimierung von Bestandsanlagen, daher glaube ich dort ein detailliertes Bild über die Bemühungen zu haben. Energiekosten fressen Gewinne ziemlich zügig auf, dort wird jedes Prozent gesucht und mit ganz spitzem Bleistift gerechnet, ob sich dieses Prozent zu "heben" rechnet.
Zu Ihren Aussagen:
"Selbst wenn eine Großfertigung das technisch effizienteste derzeitig bekannte Verfahren einsetzt, muss die Wirtschaftlichkeit unter den Rahmenbedingungen, denen sich alle Markteilnehmer stellen müssen, erreicht werden. "
Korrekt. ALLE Marktteilnehmer. Nur stehen deutsche Chemieunternehmen nebst Alu/Stahl und anderen Großverbrauchern innerhalb Europas im Wettbewerb. Freier Warenverkehr, Schutzzölle für Dreckspatzen ist nicht möglich. Frankreich und andere Nachbarländer haben die Ökosteuer nicht, dazu sogar geringere Energiepreise. Es läuft was ganz grob falsch, wenn bei uns selbst die modernste und sparsamste Anlage nicht wirtschaftlich arbeiten kann.
"Es kann nicht angehen, das der eine Markteilnehmer über Steuern enteignet wird, damit ein anderer sein unrentables Unternehmen über die Zeit bringt."
Es kann auch nicht angehen, dass ein Produzent über Steuern enteignet wird, damit sich der Staat oder Subventionsempfänger wie Solarenergie (=Asiaten) die Taschen vollmachen. Für eine Aluhütte oder PVC Anlage nebst Salzelektrolyse ist es _wesentlich_ billiger, wenn der Beitragssatz der Rentenversicherung um 10% steigt wie der Strompreis um einen einzigen Cent je kWh.
Schmarotzersteuer weiter auf dem Vormarsch. Der Raucher, etwa 20 Millionen gibt es davon in Deutschland, wird, nachdem die Tabaksteuer schon jetzt bei 900 % (!!!) liegt, erneu t zur Kasse gebeten, mit der Begründung die Wirtschaft zu stärken. Schon der Ansatz ist lächerlich. Einst in der Opposition hat man die Ökosteuer verteufelt und wollte sie im Falle eines Wahlsieges abschaffen, wie so vieles. Man hat alles dankbar übernommen. Da der gut vorbereitete Streit über das Nichtrauchergesetz deutlich gezeigt hat, dass man bedenkenlos noch mehr Geld aus den Rauchern quetschen kann, wird das Gesetz durchgewinkt. Das man einem Industriezweig wissentlich und wettbewerbsverzerrend den Garaus macht, lässt man außer acht. Man stelle sich nur mal vor, auf Autos gäbe es zirka !000 % Steuern. Das gesetz hilft nicht der Wirtschaft, nicht dem Schuldenabbau, sondern ist der leichteste Grif der Selbstversorger in der Politik. Teile und Herrsche. Die Koalition muss weg.
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