Das bittere Fazit der Ehefrau: "Und so bedeuten die Aufhebung der Immunität (die obligatorisch ist, sobald die Staatsanwaltschaft sie beantragt), der Beginn der Durchsuchungen und Meldungen darüber in den Medien de facto bereits eine Verurteilung. Wenn der Beschuldigte ein politisches Mandat hat, interessiert sich niemand dafür, ob er vielleicht unschuldig ist; zumal, wenn ein Wahlkampf naht und strafrechtliche Ermittlungen quasi öffentlich betrieben werden. Das Insistieren auf die Unschuldsvermutung ist nicht durchzuhalten."

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Der Abgeordnete selbst sprach selbst von einem "Versuch der sozialen Exekution" - die öffentliche Kritik von Parteifreunden und anderen sei mehr als nur Mobbing gewesen.

Doch auch viele Medien kommen bei Irmgard Tauss schlecht weg - allerdings erlebt sie Überraschungen: "Ich hatte meine Schubladen, in die ich alles und jeden gesteckt hatte. Jetzt gibt es diese Schubladen nicht mehr. Die Bild-Zeitung ist erstaunlich fair, im Gegensatz zur Heimatzeitung. Der SWR spielt falsch, Radio Berlin-Brandenburg bedauert ein 'Versehen' in der Berichterstattung, ein CDU-Oberbürgermeister geht freundschaftlich und demonstrativ mit Jörg Tauss über den Marktplatz, ein SPD-Bürgermeister aber will nicht einmal mehr die Erklärung des SPD-Kreisvorstands mittragen, in der Tauss als politischer Freund bezeichnet wird."

Der Leserbrief an die Süddeutsche Zeitung endet überraschend: "Zumindest sehe ich, wie aus einem dauernd abwesenden, gestressten Politiker wieder ein Mann wird, der liebenswert und auf einmal auch wieder sehr nahe an meinem Alltag ist. Ein Mann, mit dem ich leben will, mit dem ich auch wieder leben kann und mit dem sogar ein Streit wieder möglich ist. So hat das Ganze, wie im Märchen, auch einen guten Schluss: Sie lebten weiter genügsam und glücklich. Und sie blieben gute Sozialdemokraten."

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(sueddeutsche.de/mati)