Ihr Aufstieg war steil: von der gelernten Stenotypistin zur Volksbildungsministerin der DDR. Margot Honecker, Witwe des Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker, wird 80 Jahre alt.
Alles begann mit einem Kuss. In vielen Geschichtsbüchern der DDR soll das Foto zu bewundern gewesen sein. 1948 überreichte die junge FDJ-Sekretärin Margot Feist dem SED-Vorsitzenden Wilhelm Pieck in Halle nach dessen Rede einen Blumenstrauß, umarmte ihn und drückte ihm einen Kuss auf die Wange.
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Ließ wenig Raum für Spekulationen über ihre Überzeugung: Margot Honecker. (© Foto: AP)
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Pieck war offenbar beeindruckt. Wenig später holte er sie als Vorsitzende der neu gegründeten Pionierorganisation und als Sekretärin des Zentralrats der Freien Deutschen Jugend (FDJ) nach Berlin. Dort lernte sie Erich Honecker kennen, ihren Chef - und künftigen Ehemann. Auch er war sofort fasziniert: von dem "hübschen Mädchen", aber auch von dessen "kommunistischer Basis". An diesem Dienstag wird die ehemalige DDR-Volksbildungsministerin 80 Jahre alt.
Den Geburtstag wird sie fernab ihrer früheren Heimat feiern, in einem Villenviertel von Santiago de Chile, wo sie seit 1992 zurückgezogen lebt. Nur selten hat sie sich seither zu ihrer Rolle in der DDR und zu ihrem Geschichtsbild geäußert, doch wenn sie es tat, ließ sie wenig Raum für Spekulationen.
In einem im Jahr 2000 erschienen Buch preist sie die DDR als Land "ohne Arbeitslosigkeit, ohne Mietwucher und ohne Obdachlosigkeit". Es habe dort "soziale Sicherheit, gerechte Löhne und freie, geheime und gleiche Wahlen" gegeben.
Orden vom eigenen Ehemann
Sogar die Qualifizierung als "Unbelehrbare" nehme sie für ihre Überzeugung hin, ließ sie einst mitteilen. Vielleicht bewegt sie ja immer noch die "revolutionäre Leidenschaft", für die sie ihr Mann 1987 mit dem Karl-Marx-Orden auszeichnete.
Der Aufstieg der gelernten Stenotypistin und Telefonistin verlief steil. 1953 heiratete sie den FDJ-Vorsitzenden Erich Honecker, 1958 wurde sie Stellvertreterin des Volksbildungsministers, 1963 übernahm sie selbst das Amt und übte es bis 1989 mit orthodox-bürokratischem Eifer aus. Wissenschaftler waren ihr suspekt, ihr Streben richtete sich auf einen "von unserer Ideologie durchdrungenen, parteilichen Unterricht".
Verantwortlich für grausame Behandlung von Jugendlichen
Zahlreiche Schülergenerationen wurden auf diese Weise im Sinne des Arbeiter- und Bauernstaates mit Wehrunterricht und der Geringschätzung der Geisteswissenschaften indoktriniert. Verantwortung trug Margot Honecker dabei auch für die oft grausame Behandlung von Jugendlichen in Heimen für "Schwererziehbare" und für Zwangsadoptionen von Kindern, deren Eltern wegen "Republikflucht" oder angeblicher Spionage in Haft saßen.
Margot Honecker galt als machtbewusst, unnachgiebig und unnahbar. Wie groß ihr Einfluss auf die Entscheidungen ihres Ehemannes, der seit 1976 Staatsratsvorsitzender war, wirklich gewesen ist, wurde nie geklärt. An seiner Seite war sie in der Öffentlichkeit kaum zu sehen. Nach ihrem Rücktritt während der Wende dankte ihr der DDR-Ministerrat am 2. November 1989 für ihre "langjährige und verantwortungsbewusste Arbeit".
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(SZ vom 17.4.2007)
Youtube-Hit aus USA
die menschen waren nur im gefängnis ddr, wer raus wollte, konnte erschossen werden, wirklich das bessere gesellschaftsmodell
Dass es in der ehem. DDR keine Arbeitslosigkeit und gerechte Löhne gab, bestätigt doch auch die heutige BRD, indem sie den DDR-Rentnern entsprechende höhere Renten auszahlt. In der BRD gab es schon immer Arbeitslosigkeit und keine Alternativen für viele Frauen, Beruf und Kinder zu verbinden, daher auch die kleinen Renten von den West-Rentnerinnen. Margot und ihre Gleichgesinnten haben sich von daher ihren luxuriösen Lebensabend verdient, das sehen auch die BfA so und unsere Gesetzgeber. Folglich war die ehem. DDR doch das bessere Gesellschaftsmodell...
Wen interessiert diese Frau noch?
Mit der Drogensucht ihres Enkelsohnes und dem Zerwürfnis mit der Tochter ist sie ohnehin gestraft. Zum 90. Geburtstag hatte der Oberbürgermeister von Berlin dem ehemaligen DDR-Stasichef Erich Mielke sogar noch Blumen geschickt, weil das in Berlin alle Berliner/innen bekommen, die diesen Tag erreichen.
Honecker wurde ja 1987 bei seiner BRD-Reise auch mit allen staatsmännischen Ehren empfangen; 1981 war Helmut Schmidt in der DDR und 1984 Franz-Joseph Strauß.
Die sollen doch alle nicht so tun.
Die Margot Honecker war Bildungsministerin, hatte aber nie vor einer Schulklasse gestanden.
Hauptsache, das Parteiabzeichen stimmt. War bei Monika Hohlmeier auch so.
Wie kann ihr am 2.November nach dem Abdanken im Zuge der Wende gedankt werden? Meines Wissens nach wurde das doch erst imn der Nacht vom 9.November spontan entschieden. Wie sollte denn der DDR-Ministerrat eine Woche vorher schon danken?
Das es Madamme in Santiago Blendend geht wissen wir ja auch. Schön ist das wirklich nicht, sicherlich genauso wenig wie all die Lustigen Stasi Mitarbeiter, die heute noch fette Renten erhalten.
Wieviel Rente bekommt eigentlich die ehemalige "Volksbildungsministerin" aus deutschen Steuergeldern? Kommen somit indirekt ihre Opfer für Margots Lebensabend im Luxus auf? Jetzt verstehe ich was mit "sozialer Sicherheit" gemeint ist.